Zusammenfassung

  • Hoffenheim verliert nach 22 Heimspielen ohne Niederlage wieder vor heimischem Publikum

  • Uth und Kaderabek mussten frühzeitig ausgewechselt werden

  • Am Donnerstag trifft die TSG in der Europa League auf Basaksehir FK

Sinsheim - Dass Ende einer Serie tut immer weh. Doch nach dem 1:3 gegen Borussia Mönchengladbach hat die TSG 1899 Hoffenheim keine Zeit, sich über die erste Heimpleite in der Liga nach zuvor 22 Spielen ohne Niederlage zu ärgern. Schon am kommenden Donnerstag beim türkischen Spitzenklub Basaksehir FK folgt die nächste große Aufgabe für die Badener.

Die Hoffenheimer hatten ihre allererste Europapokalsaison unter das Motto "Das erste Mal" gestellt. Die erste Heimniederlage nach so langer Zeit bezeichnete Trainer Julian Nagelsmann nun als "verdient". Die Mannschaft und ihr junger Trainer erleben gerade, wie die zusätzlichen Belastungen an der Substanz zehren. Nur ein Sieg gelang in den letzten sieben Pflichtspielen, die Leistungen deuten dabei nicht auf eine Krise hin, eher auf zunehmenden Verschleiß und mangelnde Kaltschnäuzigkeit im Abschluss und Konzentrationsverluste in der Defensive. Nun mussten zudem gegen Gladbach wegen Muskelverletzungen die erfahrenen Leistungsträger Mark Uth und Pavel Kaderabek vorzeitig vom Platz - Ausfallzeit ungewiss. Die Hoffenheimer stoßen trotz hoher Rotation gerade an ihre Grenzen. Das konstatiert auch Manager Alexander Rosen: "Es ist eine Gewöhnung an die neue Belastung, die wenigsten von uns haben diese Rhythmen drauf. Wir haben leider einen viel zu hohen Verletztenschnitt. Und wenn einige wegbrechen, spielen die anderen immer mehr und sind anfälliger für Verletzungen."

Nagelsmann: Hohe Belastung kein Grund

Trainer Julian Nagelsmann lässt die erhöhte Belastung offiziell nicht als Grund für das aktuelle Schwächeln seines Teams gelten. Ein Cristiano Ronaldo schaffe es über Jahre immer drei Spiele die Woche zu absolvieren, da könne das auch die TSG, meint der 30-Jähige. Wobei er natürlich schon hofft, dass "die Personalsituation in naher Zukunft wieder besser wird". Zumindest kann der Trainer bei der Terminhatz vor der Länderspielpause in Istanbul und am kommenden Sonntag in der Liga in Köln wieder auf die beiden Defensiv-Routiniers Harvard Nordtveit und den zuletzt gesperrten Benjamin Hübner zurückgreifen.

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Stefan Posch (r.) im Duell mit Eden Hazard - der 20-Jährige stand gegen Gladbach in der TSG-Startelf
Stefan Posch (r.) im Duell mit Eden Hazard - der 20-Jährige stand gegen Gladbach in der TSG-Startelf © DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA

Bei allen schönen Geschichten, die die Hoffenheimer auch in dieser Saison schreiben, wie den Einbau von Talenten aus dem eigenen Nachwuchs wie Dennis Geiger, Stefan Posch oder dem gegen Gladbach starken Kevin Akpoguma bleibt doch auch festzuhalten: Es fehlt ein Taktgeber wie Sebastian Rudy, der im Sommer zu den Bayern wechselte. Es fehlen Spieler, die im richtigen Moment auch einmal Tempo aus dem Spiel nehmen. Diese Elf mit den vielen "Vollgastypen" (Manager Rosen) muss während der erhöhten Belastung lernen, ökonomischer zu spielen. Die "Nagelsmänner" suchen in ihrer ersten, kräftezehrenden Europacupsaison noch nach der richtigen Balance zwischen ständigem Vollgasfußball und klugem Kräftehaushalten.

Niederlage in Istanbul wäre herber Rückschlag

In der Bundesliga-Tabelle wurde die TSG (Rang 7) von Gladbach (Rang 6) nun überholt. In der folgenden Länderspielpause gilt es, Kräfte zu sammeln für die harten Wochen bis Weihnachten. Doch zuvor geht es noch einmal um sehr viel: Eine Niederlage in Istanbul wäre für das erklärte Ziel - das Erreichen der Ko-Phase in der Europa-League - ein herber Rückschlag. Und in Köln heißt es, in der Liga weiter auf Schlagdistanz zum oberen Tabellendrittel zu bleiben - und das erste Erfolgserlebnis des Tabellenletzten zu verhindern.

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Aus Sinsheim berichtet Tobias Schächter

Video: Hoffenheim-Fan und Trikot-Sammler