Zusammenfassung

  • Badstuber gelingt das zweite Bundesliga-Tor seiner Karriere

  • Seinen letzten Treffer erzielte der 28-Jährige im Dezember 2009

  • Mit einer Zweikampfquote von 100 Prozent konnte der Stuttgarter beeindrucken

Stuttgart - Es war ein Startelfdebüt wie geträumt: Holger Badstuber köpfte in seinem ersten Spiel von Anfang an den VfB Stuttgart zum 1:0-Heimsieg gegen den 1. FSV Mainz 05. Mit Dennis Aogo konnte auch ein weiterer Routinier überzeugen.

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Für den 28 Jahre alte Badstuber war es erst sein zweites Bundesligator, 2822 Tage nach seinem ersten im Dezember 2009. Er freute sich aber nicht nur deshalb riesig und feierte nach seinem wuchtigen Kopfballtor mit voller Inbrunst mit den Stuttgarter Fans. Der ehemalige Nationalspieler nimmt nach vielen Verletzungen und über 14 Jahren beim FC Bayern und der letzten Leihe beim FC Schalke nun einen neuen Anlauf beim VfB, für den er bis 2002 auch schon zwei Jahre in der Jugend gespielt hat. Und Badstuber deutete nicht nur wegen seines Tores mehr als nur an, eine große Verstärkung für diese junge Stuttgarter Elf zu sein. In der von Trainer Hannes Wolf neu aufgestellten Dreierabwehrkette gab Badstuber in der Zentrale den Anführer, der seine Mitspieler lautstark dirigierte. Und er gewann laut Statistik sagenhafte 100 Prozent seiner Zweikämpfe.

"Wir haben die Verantwortung, die Jungen zu führen"

Aber das wollte der Mann mit dem starken linken Fuß nicht zu hoch hängen und erklärte, dass sich die Abläufe noch verbessern müssten im VfB-Spiel, dass die vielen jungen Spieler noch ein bisschen naiv agierten und seine Mannschaft am Ende den Vorsprung ruhig ein wenig souveräner hätten verteidigen können. Holger Badstuber ist bereit, in Stuttgart eine zentrale Rolle zu spielen. „Wir haben die Verantwortung, die Jungen zu führen und zu entlasten, Dennis Aogo, Christian Gentner und ich“, sagt er.

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© gettyimages / Thomas Niedermueller

Am Samstag ließen die Routiniers Taten sprechen. Auch der zweite Neuzugang mit Routine überzeugte: Dennis Aogo machte ein gutes Spiel auf der linken Außenbahn. Es passte zur Geschichte des Spiels, dass Aogo jenen Eckball schoss, der Badstubers Tor vorausging. Dass im Ländle nun, nach dem ersten Saisonsieg, alle erst einmal etwas beruhigter sind, liegt also auch an den beiden routinierten Zugängen Aogo und eben Badstuber, die der Statik dieser jungen Elf sichtlich gut tun. Selbstverständlich war die Leistung der zwei prominenten Neu-Stuttgarter indes nicht, sie trainieren ja erst seit knapp drei Wochen mit der Mannschaft. Eigentlich hatte Trainer Wolf geplant, die beiden Routiniers erst nach der kommenden Länderspielpause und Testspieleinsätzen gegen Ingolstadt und Großaspach von Beginn an einzusetzen. Aber Aogo und Badstuber hätten gut trainiert in der vergangenen Woche, so Wolf, und so sei der Entschluss gereift, die zwei ehemaligen Nationalspieler schon gegen Mainz aufzubieten.

"Ein fitter Badstuber ist ein Spitzenspieler"

Beide seien zudem „sehr gut vorbereitet“ zum VfB gestoßen, weil sie „individuell sehr gut gearbeitet“ hätten, erklärte Wolf: „Wenn sie das nicht gemacht hätten, wäre das heute nicht möglich gewesen.“ So aber freut sich der VfB über den ersten Sieg in der Bundesliga nach dem Aufstieg und ein tolles Debüt von Holger Badstuber. Der neue VfB-Sportvorstand Michael Reschke kennt Badstuber aus gemeinsamen Zeiten beim FC Bayern München ja ganz genau und erklärte, er freue sich unheimlich für diesen tollen Typen, dessen Leidensweg er ja habe mitbegleiten müssen. Grundsätzlich findet Reschke: „Ein fitter Holger Badstuber ist ein Bundesligaspitzenspieler.“  Am Samstag war er das. 

Tobias Schächter