Den Start in die Saison 2009/10 erlebte Dieter Hecking noch auf der Trainerbank von Hannover 96. Am kommenden Samstag - kein halbes Jahr später - kehrt der 45-jährige zurück an seine alte Arbeitsstätte. Dieses Mal als Chef-Trainer des 1. FC Nürnberg.

Den fünffachen Familienvater verbindet allerdings nicht nur seine Arbeit als Fußballlehrer mit Niedersachsens Hauptstadt. In seiner aktiven Zeit als Profi trug der ehemalige Offensivakteur von 1996 bis 1999 das Trikot der "Roten" und erzielte in 74 Partien 22 Treffer.

Heckings Ziel lautet Klassenerhalt - mit Nürnberg

Zudem wohnt er mit seiner Familie ganz in der Nähe von Hannover und verbindet somit das Gastspiel des "Clubs" auch mit einem persönlichen Heimspiel.

Allerdings fokussiert sich Hecking auf seinen Auftrag mit den Franken: "Ich habe meine Aufgabe in Nürnberg, Hannover ist nicht mehr mein Thema. Meine Spieler erwarten schließlich, dass ich mich mit ihnen und nicht mit meiner Vergangenheit beschäftige."

Von einem Endspiel will der Coach des Tabellensiebzehnten aber trotz der prekären Lage nichts wissen: "Natürlich ist die Partie sehr wichtig. Wir haben allerdings auch danach noch einige Spiele."

Dritte "Club"-Verstärkung

Während die Personalplanungen beim Gegner aus Hannover noch offen sind, meldeten die Franken nach der Partie in Frankfurt erneut Vollzug. Vergangenen Sonntag wurde der zweifache senegalesische Nationalspieler Mickael Tavares vom Hamburger SV bis zum Saisonende ausgeliehen.

Hecking verriet vor der Partie, dass sein Wunschspieler bereits in Hannover auflaufen dürfte: "Ich muss noch die letzten Eindrücke im Training abwarten, kann mir aber gut vorstellen, dass er spielt." Der 27-Jährige soll den zu Schalke abgewanderten Peer Kluge auf der Sechser-Position ersetzen und im Zusammenspiel mit den beiden Bayern-Leihgaben Breno und Andreas Ottl die Defensive weiter verstärken.

"Müssen den nächsten Schritt machen"

Dass dies ein Schritt in die richtige Richtung ist, haben die beiden Spiele nach der Winterpause gezeigt. Zwar gab es gegen Schalke und Frankfurt nur einen Punkt, doch das Abwehrverhalten der Mannschaft war gegenüber der Hinrunde stark verbessert. Hecking zeigt sich damit aber noch nicht zufrieden und fordert weitere Verbesserungen: "Jetzt müssen wir den nächsten Schritt machen."

Dabei dürfte sich der Chef-Coach vor allem auf die Offensive beziehen. Angesichts nur eines Treffers in den vergangenen sechs Partien muss sich der Angriff der Nürnberger schnellstmöglich entwickeln, wenn der Anschluss an die direkten Konkurrenten wiederhergestellt werden soll. Mit einem Sieg gegen Hannover würde der Abstand des "Clubs" auf die Niedersachsen und den Relegationsplatz auf einen einzigen Zähler zusammenschrumpfen und die Franken wären wieder in Schlagdistanz.

Niedersachsen - ein gutes Pflaster für den "Club"

Vor dem richtungweisenden Duell nimmt Neuzugang Ottl immer mehr die vom Trainer geforderte Führungsposition an und erklärt selbstbewusst den Anspruch der Nürnberger: "Wir fahren da hin, um zu gewinnen." Falls es nicht mit einem "Dreier" klappen sollte, will der 24-Jährige "aber auch nicht den Kopf in den Stand stecken."

Möglichem Nervenflattern vor dem Gastspiel erteilt zusätzlich Verteidiger Dennis Diekmeier eine Absage: "Es ist für uns keine neue Situation. Es ist ja schon die ganze Zeit so, dass wir Spiele gewinnen müssen." Der letzte FCN-Sieg datiert allerdings noch vom 21. November des vergangenen Jahres. Damals wurde ein Auswärtsspiel in Niedersachsen mit 3:2 gegen Wolfsburg gewonnen - ein gutes Omen?!

Sebastian Bisch