Köln - Torsten Frings wird langsam nervös - und Dieter Hecking weiß, warum. Diese "gewisse Nervosität, die braucht man auch", sagte der Trainer von Borussia Mönchengladbach vor dem direkten Duell der Neuen am Samstag (15.30/Sky) im Stadion des SV Darmstadt 98.

Während Hecking auf der Gladbacher Bank sein Comeback in der Fußball-Bundesliga feiert, erlebt Frings mit den Lilien sein Cheftrainer-Debüt. Für beide könnte das Spiel schon wegweisend sein.

"Das zeigt ja, dass ich nicht abgestumpft, sondern immer noch heiß bin", sagte Frings über das leichte Zittern vor dem ersten Pflichtspiel als Hauptverantwortlicher beim abgeschlagenen Schlusslicht. Als Profi habe der frühere Mittelfeldspieler ja direkten Einfluss nehmen können, nun "bist du ja auch immer abhängig von der Mannschaft", sagte der 40-Jährige.

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Beide Teams verbindet, dass ein Fehlstart ins neue Jahr eigentlich verboten ist. Die Darmstädter brauchen als Letzter jeden Punkt für ein zweites "Lilien-Wunder", das Frings unbedingt erreichen will. Ein Sieg wäre deshalb "überragend", sagte der Ex-Nationalspieler: "Aber wir dürfen nicht den Fehler machen und nur auf die nächsten beiden Spiele schauen. Wir kämpfen bis zum letzten Spieltag - und der ist nicht am Samstag."

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Bei den Gladbachern wurde Hecking kurz vor Weihnachten verpflichtet, weil die Borussia eine desolate Hinrunde spielte und als Tabellen-14. überwinterte. Seitdem habe der Mitte Oktober beim VfL Wolfsburg entlassene Trainer "ein gutes Gefühl für die Mannschaft bekommen", sagte Hecking: "Und ich glaube, dass sie auch verstanden hat, dass sie in der Bringschuld ist."

Natürlich erhoffe auch er sich "drei Punkte zum Start", sagte der 52-Jährige: "Aber Garantien gibt es nicht." Sein Team dürfe nicht den Fehler begehen, die Gastgeber abzuschreiben. "So einfach können wir es uns nicht machen", sagte Hecking, der allerdings auf Nico Elvedi, Patrick Herrmann, Tobias Strobl, Nico Schulz und Ibrahima Traore verzichten muss: "Ich hoffe, dass wir das wegstecken und die vielen Ausfälle verkraften."

"Darmstädter Tugenden zeigen"

Ein paar "Probleme" in Gladbach hat auch Frings ausgemacht - das erste Spiel nach der Winterpause sei zudem immer "eine Wundertüte": "Ich bin überzeugt, dass wir von Anfang an dagegen halten und unsere Darmstädter Tugenden zeigen."

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Zumindest als Cheftrainer feiert am Wochenende auch Manuel Baum sein Debüt beim FC Augsburg. Ganz so nervös wie Frings wird der 37-Jährige beim Spiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim am Samstag (15.30 Uhr/Sky) aber nicht sein. Schließlich stand der frühere Torwart schon vor Weihnachten bei zwei Spielen an der Augsburger Seitenlinie - damals aber offiziell nur als Interimstrainer.

SID