München - Das 81. Revierderby in der Bundesliga zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 (Samstag, ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) steht am 8. Spieltag der Jubiläumssaison an - in den letzten Jahren eine recht ausgeglichene Angelegenheit. Doch wie sieht es am Samstag aus?

bundesliga.de hat die Daten der Teams verglichen und verrät, welcher Revierclub auf ausgewählten Schlüsselpositionen Vorteile hat.

Weidenfeller vs. Unnerstall

Dortmunds gesamte Mannschaft hat in dieser Saison noch Luft nach oben - auch Torwart Roman Weidenfeller, der bislang neun Mal hinter sich greifen musste. Am Keeper lag es jedoch im Normalfall nicht. In der Champions League spielte Weidenfeller sogar zwei Mal überragend. Sein Schalker Gegenüber Lars Unnerstall ging als Nummer 2 in die Saison und profitierte von Timo Hildebrands Verletzung. In sechs Spielen kassierte der 1,98-Meter-Hüne fünf Gegentore, spielte drei Mal zu Null und agierte meist solide. Noch ist offen, ob nicht der wieder genesene Hildebrand den Vorzug erhält, der allerdings ohne Spielpraxis ist. Fazit: Vorteil Weidenfeller - 1:0

Subotic vs. Huntelaar

Innenverteidiger Neven Subotic ist nach zwei Meisterschaften in Serie immer noch hungrig. Mit 68 Prozent gewonnenenen Zweikämpfen ist er der beste Borusse in Eins-gegen-Eins-Duellen. Bei Standardsituationen setzt der 1,92-Meter große Serbe seine Offensivqualitäten ein, nach denen er zehn seiner elf Bundesligatore erzielte. Sein Derby-Kontrahent Klaas-Jan Huntelaar wurde in der vergangenen Saison Torschützenkönig, was eigentlich alles über seine Qualitäten sagt. In dieser Spielzeit hat der Niederländer sein Visier allerdings noch nicht richtig justiert und sechs Großchancen vergeben. Mit fünf Scorerpunkten (drei Tore, zwei Vorlagen) nimmt er aber nach wie vor eine Schlüsselrolle in Schalkes Offensive ein, wenngleich er nicht so sehr ins Kombinationsspiel eingebunden ist (im Schnitt nur 31 Ballkontakte pro Spiel). Fazit: Remis - 2:1

Schmelzer vs. Farfan

Linksverteidiger Marcel Schmelzer verlebte schon glücklichere Tage im BVB-Trikot. Aktuell ist der Nationalspieler in einer Formkrise. Mit 52 Prozent gewonnenen Zweikämpfen hat der 23-Jährige einen der schwächsten Werte aller Verteidiger in der Liga, seine Fehlpassquote liegt bei besorgniserregenden 25 Prozent. Dennoch steht Trainer Jürgen Klopp auf Schmelzers kämpferische Vorzüge und gut getretene Standards. Am Samstag bekommt es der Linksfuß, über dessen Abwehrseite schon fünf Gegentore entstanden, mit Jefferson Farfan zu tun. Der Peruaner hat seinerseits über seine rechten Offensivseite fünf Schalker Treffer vorbereitet. Fazit: Vorteil Farfan - 2:2

Bender vs. Holtby

Sven Bender feierte vor der Länderspielpause sein Saisondebüt in der Bundesliga, da er zuvor wegen einer Leisten-OP ausfiel. Doch in Hannover musste der defensive Mittelfeldmann gleich wieder angeschlagen raus. Der Sechser, der bei Klopp hoch im Kurs steht ("Bender ist meine Lebensversicherung"), muss sich im Derby mit Schalkes Lewis Holtby auseinandersetzen, der unter der Woche die U21 zur Europameisterschaftsendrunde schoss. Im königsblauen Trikot überzeugt der Offensivspieler in dieser Saison, ist mit drei Toren und zwei Vorlagen zusammen mit Huntelaar und Farfan Topscorer der "Knappen". Zwei seiner drei Treffer erzielte der kleine Mittelfeldmann (1,76 Meter) sogar per Kopf. Fazit: Vorteil Holtby - 2:3

Reus vs. Höwedes

Topneuzugang Marco Reus hat sich in der Meisterelf sofort zurecht gefunden und ist bereits absoluter Leistungsträger. Zum Saisonauftakt gegen Bremen (2:1) schoss der ehemalige Gladbacher das 1:0 für den BVB, stand bis auf eine Ausnahme immer in der Startelf, was seinen Stellenwert verdeutlicht. Mit vier Toren aus nur 13 Abschlüssen ist Reus der torgefährlichste Mittelfeldspieler der Liga. Am Samstag soll Benedikt Höwedes die Kreise des 23-Jährigen einengen. Mit 71 Prozent gewonnenen Zweikämpfen hat sich der Schalker Kapitän sowohl in der Innen- als auch Rechtsverteidigung behauptet und setzte auch immer wieder offensive Impulse (zwei Torvorlagen). Fazit: Vorteil Reus - 3:3

Lewandowski vs. Matip

Beidfüßig, kopfballstark, technisch sehr gut ausgebildet - die Vorzüge von Robert Lewandowski lesen sich vielversprechend, die Leistungsdaten der laufenden Spielzeit sind noch ausbaufähig: Dortmunds Stoßstürmer traf bisher zwei Mal und gab zwei Vorlagen. Doch der polnische Nationalspieler arbeitet auch unermüdlich für die Mannschaft. Mit 220 Zweikämpfen bestritt er die drittmeisten persönlichen Duelle der Liga, gab zudem die meisten BVB-Torschüsse ab (16). Lewandowski sieht sich im Derby wohl Schalkes Joel Matip gegenüber. Nach anfänglichen Problemen steigerte sich der kamerunische Innenverteidiger zuletzt, gewann 62 Prozent seiner Zweikämpfe. Unter Trainer Huub Stevens ist er im Abwehrzentrum gesetzt. Fazit: Vorteil Lewandowski - 4:3


Christoph Gailer