Mönchengladbach - Borussia Mönchengladbach rollt in der Bundesliga das Feld von hinten auf. Der 2:0-Heimerfolg gegen den Vizemeister VfL Wolfsburg war bereits der dritte Sieg der Fohlen in Folge in der Bundesliga. Vom letzten Platz ging es rauf bis auf Rang 13, der Anschluss ans Mittelfeld der Tabelle ist geschafft. Ein spektakulärer Volleyschuss von Havard Nordtveit zur 1:0-Führung nach 75 Minuten war der Dosenöffner in einer bis dahin zähen Auseinandersetzung. Für den norwegischen Nationalspieler war es der erste Treffer in dieser Saison. Gut gelaunt und schlagfertig erschien der 25-Jährige nach dem Abpfiff bei den Medienvertretern.

Frage: Glückwunsch, Harvard Nordtveit zum 2:0-Sieg der Borussia gegen den VfL Wolfsburg und Ihrem Tor. Wie fühlt sich der dritte Sieg in Folge an?

Harvard Nordtveit: Das ist ein gutes Gefühl. Wir haben ein gutes Spiel gemacht und sehr kompakt gestanden. Wolfsburg hatte nicht viele Chancen. Als wir das 1:0 gemacht haben, hatte ich ein gutes Gefühl, dass wir nun die drei Punkte auch holen. Jetzt haben wir drei Spiele in der Bundesliga in Folge gewonnen und neun Punkte gemacht. Das war vor der Länderspielpause ganz wichtig für uns.

"Das hat zum Glück geklappt"

Frage: Bei Ihrem Tor schien erst so, als würde Raffael den Ball verlieren. Dann setzt er sich durch und flankt. Was ist dann passiert?

Nordtveit: Dann mache ich den Lewandowski. Fehlten nur noch vier weitere Tore, dann hätte ich es ihm gleich getan. Im Ernst: Raffael hat gut um den Ball gekämpft, mich gesehen und geflankt. Ich habe mich dann darauf fokussiert, das Tor zu treffen. Das hat zum Glück geklappt.

Frage: Wie oft bei zehn Versuchen treffen Sie den Ball im Training so gut?

Nordtveit: Null Mal. Aber es musste diesmal klappen. Vor zwei Jahren kam ich gegen Wolfsburg vier Mal zum Abschluss und habe nie getroffen. Diesmal war es fällig.

Frage: Sie haben diesmal nicht von Beginn an gespielt, kamen dann rein und haben sofort getroffen. Auf diese Weise können Sie auch auf sich aufmerksam machen.

Nordtveit: Absolut. Ich hatte noch ein gutes Gefühl vom Stuttgart-Spiel, als ich von Anfang an spielen durfte. In der Champions League war ich dann wieder draußen, die Mannschaft hat ein gutes Spiel gemacht, und es gab nur einen Wechsel in der Startelf. Das ist aber auch alles egal. Wichtig ist, dass wir gewonnen und drei Punkte mehr haben.

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Frage: In Stuttgart waren Sie Abwehrchef und Turm in der Schlacht, jetzt im Mittelfeld als Sechser aktiv. Sie gehören also zu den flexiblen Spielern...

Nordtveit: Ja, und das muss man im modernen Fußball auch sein.

Frage: Stimmt es, dass Ihre Familie heute im Stadion war? Sollten die als Glücksbringer jetzt öfter kommen?

Nordtveit: Ja, ich habe jetzt zehn Dauerkarten bestellt.

"Schubert macht einen richtig guten Job"

Frage: Wie war die Marschroute für das Wolfsburg-Spiel? War vor allem Geduld gefragt?

Nordtveit: Ja. Wir haben diesmal kein frühes Tor gemacht, haben aber gut gestanden und hatten auch in der ersten Halbzeit unsere Chance. Am Ende waren wir die bessere Mannschaft.

Frage: Seit Andre Schubert Trainer ist, gab es in der Bundesliga in drei Spielen drei Siege. Wie hat er das angestellt?

Nordtveit: Er hat einen positiven Spirit mitgebracht und die Spieler auf ihren besten Positionen eingesetzt. Wir haben die Spiele analysiert, die positiven Dinge aus diesen Spielen gezogen und nicht nur das Negative gesehen. Das sage ich ganz wertfrei. Das bringt Selbstvertrauen und hat funktioniert. Wir mussten wieder mehr an uns glauben. Das war nach den vorher sechs Niederlagen in Folge das Wichtigste.

Frage: Braucht Borussia einen neuen Trainer?

Nordtveit: Das habe ich nicht zu entscheiden, das müssen Sie Max Eberl (Sportdirektor der Borussia, Anm. d. Red.). Andre Schubert macht einen richtig guten Job.

Aus Mönchengladbach berichtet Tobias Gonscherowski