Wolfsburg - Die Vorfreude auf die neue Saison war riesig bei den Anhängern des VfL Wolfsburg. Nach dem Gewinn des DFB-Pokals und des Supercups wollten die Wölfe in der Liga zur Jagd auf Serienmeister Bayern München blasen. Gegen Eintracht Frankfurt gelang den Gastgebern ein 2:1- Sieg.

Die Spielplanmacher hatten es dabei gut gemeint mit den Niedersachsen: Nach sechs Jahren durften die Wolfsburger endlich mal wieder die Saison in der gefürchteten Volkswagen Arena einläuten und mit der Frankfurter Eintracht war die schwächste Auswärtsmannschaft der vergangenen Saison zu Gast beim stärksten Heim-Team. Die Wölfe waren als einziges Team der Liga im eigenen Stadion ohne Niederlage geblieben.

Die Zeichen standen ganz auf Sieg. Und spätestens nach dem frühen Doppelpack von Ivan Perisic (13.) und vier Minuten später von Bas Dost zum 2:0 träumten die VfL-Anhänger unter den 29.126 Zuschauern davon, dass ihre Helden mit einem Kantersieg zu den 5:0-Bayern aufschließen und dem Rekordmeister vom ersten Spieltag an Paroli bieten könne.

Fünf Schüsse, zwei Tore - "brutale Qualität"

Ein Traum, der nicht in Erfüllung ging. Zwar hatten die Gastgeber mit 59 Prozent deutlich mehr Ballbesitz als die Gäste, aber der Weg zum Tor schien wie vernagelt. In den 73 Minuten nach den zwei ersten Torschüssen zur 2:0-Führung gelangen Dost und Co. gerade mal drei weitere Schüsse auf das von Lukas Hradecky gehütete Gehäuse.

© imago / Jan Hoepner

13 Mal prüften die Hessen dagegen Benaglio-Ersatz Koen Casteels im Wolfsburger Tor. Doch mehr als der Treffer zum 1:2-Endstand durch Neuzugang Stefan Reinartz zwei Minuten nach dem Wolfsburger 2:0 sollte den Frankfurtern nicht gelingen. "Das ist schon eine brutale individuelle Qualität", lobte Reinartz die Effizienz der Wolfsburger Angreifer.

"Frankfurter haben uns überrascht"

Auf der anderen Seite wunderte sich Timm Klose über den Anfangselan der Gäste. "Die Frankfurter haben uns überrascht. Sie haben mutig nach vorn gespielt", so der Wolfburger Innenverteidiger, der sich besonders über den Treffer zum 1:2 ärgerte. "Wir dachten, dass wir das Spiel von Anfang an in die Hand nehmen. Aber das Gegenteil ist passiert. Der Anschlusstreffer kam viel zu schnell. Da hatten wir die Partie gerade in den Griff bekommen und müssen dann noch zittern."

Bis zum Schluss verwalteten die Wölfe die knappe Führung mit Erfolg und dem nötigen Quäntchen Glück. "Hauptsache drei Punkte", lautete dann auch das Fazit von Sportdirektor Klaus Allofs. "Zu Beginn hatten wir Glück", gab Trainer Dieter Hecking zu und freute sich am Ende über einen "Arbeitssieg".

"Gegen Köln eine Schippe drauflegen"

"Nächste Woche in Köln müssen wir eine Schippe drauflegen", ist Klose klar. Bis dahin hofft Hecking, der dieselbe Startelf aufgeboten hatte wie beim 4:1 bei den Stuttgarter Kickers im DFB-Pokal, auf die Rückkehr von Luis Gustavo, der sich mit Problemen an der Achillessehne rumplagt und nach dem Abschlusstraining passen musste.

Auch Stammtorwart Diego Benaglio und André Schürrle sollen wieder ins Training einsteigen. "Wir haben noch einige Spieler in der Hinterhand" verweist Allofs auf "einen starken Kader". Den braucht der VfL auch für eine erfolgreiche Bayern-Jagd.

Aus Wolfsburg berichtet Jürgen Blöhs