München - Takashi Inui schnappt sich auf der linken Seite den Ball. Er zieht am Strafraum in die Mitte. Einen, zwei, drei Nürnberger lässt er wie Fahnenstangen stehen und zirkelt den Ball von der Sechzehnerkante maßgenau ins rechte untere Eck - ein absolutes Traumtor. Und zugleich das schönste des 4. Spieltags, finden die User von bundesliga.de: Mit deutlichem Vorsprung wählten sie den Treffer des Japaners zum "Tor des 4. Spieltags". Damit hat Inui an diesem Wochenende gleich dreifach zugeschlagen: Er stand in der "Elf des 4. Spieltags" (XL-Galerie) und wurde auch zum ersten Mal zum "Spieler des 4. Spieltags" ausgezeichnet.

Die Lobeshymnen auf Inui reißen derzeit nicht ab. Die Presse feiert den neuen "Super-Japaner" und auch Trainer Armin Veh scheut sich nicht, große Worte in den Mund zu nehmen, wenn es um Inui geht. "Ich hatte schon einige Weltklassespieler. Aber was Inui bei der Ballannahme und der Weiterverarbeitung kann, habe ich noch bei keinem gesehen", schwärmt der Coach.

Heißester Anwärter auf Kagawas "Thron"



Das Duell mit Nürnbergs Hiroshi Kiyotake hat er beim erstmal für sich entschieden und ist im Moment heißester Anwärter auf den "Thron" des ehemals besten Japaners in der Bundesliga, der nach dem Abgang des Ex-Dortmunders Shinji Kagawa neu zu besetzen ist. Mit Kagawa spielte Inui übrigens bei Cerezo Ozaka in einer Mannschaft - schon heute beim Spiel gegen Meister Dortmund kann Inui seine Klasse erneut unter Beweis stellen. Bei der Wahl vereinte er mit 45,10 Prozent fast die Hälfte aller Stimmen auf sich.

Auf Rang 2 läuft bei der Abstimmung über den schönsten Treffer ein weiterer Kicker aus Fernost ein: Heung-Min Son vom Hamburger SV. Er hat seine "Meister-Prüfung" gegen den BVB schon hinter sich und sorgte mit einem Doppelpack für das Ende der Mammut-Serie (31 ungeschlagene Bundesliga-Spiele) der Borussen. Sein herrlicher Fernschuss zum 3:1 sackte 25,66 Prozent der Stimmen ein.

Müller mit der Pike - Perisic ohne Absicht?



13,97 Prozent der Votes fallen auf Schlitzohr Thomas Müller vom FC Bayern. Der trifft derzeit, wie er will, und auf Schalke gelang dem Nationalspieler ein typisches "Müller-Tor". Mit viel Willen und Einsatz, dazu einem Quäntchen Glück und einer gehörigen Portion Frechheit vernaschte er die S04-Hintermannschaft mit der Pike.

Nicht so blendend läuft es bei Konkurrent Borussia Dortmund, doch immerhin gelang Ivan Perisic in Hamburg der erste Bundesliga-Doppelpack seiner Karriere. Das 1:1 war besonders sehenswert - auch wenn vermutlich nur Perisic selbst weiß, ob der Schlenzer über HSV-Keeper Rene Adler Absicht war oder nicht. 13,08 Prozent heißt das Ergebnis bei Perisic und damit Rang 4.

In der Wahl von Son und Perisic geschlagen, doch das vielleicht wichtigste Tor dieses Spiels schoss Ivo Ilicevic zum vorentscheidenden 2:1. Aus spitzem Winkel donnerte er die Torfabrik ins kurze Eck. Zwar konnte er sich nur 2,20 Prozent der Stimmen sichern, doch die drei Punkte gegen den BVB waren ohnehin der größere Preis.