Freiburg - Auch in der Allianz Arena wird der SC Freiburg am Samstag mit seinem Goalgetter Papiss Demba Cisse auflaufen (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio). Im Interview mit bundesliga.de äußert sich Sportdirektor Dirk Dufner zu einer Personalentscheidung, die für den Club zukunftsweisend sein dürfte.

bundesliga.de: Herr Dufner, wie groß ist die Erleichterung, dass der SC auch am kommenden Samstag im Spiel gegen die Bayern mit Papiss Demba Cisse rechnen kann?

Dirk Dufner: Erleichterung ist, glaube ich, nicht der richtige Ausdruck. Wir hatten es ja selbst in der Hand, ob wir ihn gehen lassen oder nicht. Aber natürlich ist jetzt eine latente Anspannung weg.

bundesliga.de: Schon in der Sommerpause gab es Angebote für den 22-fachen Torschützen der vergangenen Saison, kurz vor Ende der Transferperiode soll noch Newcastle ein Angebot abgegeben haben, das im zweistelligen Millionenbereich gelegen haben soll.

Dufner: Über Zahlen oder andere Vertragsinhalte reden wir ja grundsätzlich nicht öffentlich, wir hatten aber auf jeden Fall in den letzten Wochen einiges zu tun. Vor allem, da es uns auch wichtig war, dem Spieler immer das Gefühl zu geben, dass wir wirklich alle Angebote prüfen. Es ist ja kein Geheimnis, dass er unter gewissen Umständen gerne gewechselt wäre.

bundesliga.de: Beispielsweise nach Newcastle?

Dufner: Da wäre Papiss sicher gerne hin, zum einen, weil er gerne in der Premier League gespielt hätte und zum anderen, weil er sicher auch in anderen Dimensionen verdient hätte. Und die Summe, die Newcastle geboten hat, wäre für uns schon viel Geld gewesen.

bundesliga.de: Dennoch ist der Transfer gescheitert.

Dufner: Wir sehen ihn ja jeden Tag im Training und wissen, wie gut er wirklich ist. Deswegen bin ich mir auch absolut sicher, dass es auch im kommenden Sommer Interessenten für ihn gibt. Dann können wir sicher noch mal reden, wenn das Angebot stimmt. Er ist ja bekanntlich noch drei Jahre vertraglich an uns gebunden.

bundesliga.de: War die Mannschaft erleichtert, dass er bleibt? Bei dem ein oder anderen Mitspieler hatte man den Eindruck, dass er es nicht lustig findet, im Schatten von Cisse kaum wahrgenommen zu werden.

Dufner: Aber das war ja nicht die Schuld des Spielers. Weswegen sollte er da Missgunst ernten? Natürlich ist es nervig, wenn so ein Thema über Monate immer wieder alles andere überlagert. Die Jungs waren aber schlichtweg froh, dass es so gekommen ist. Sie wissen ja auch, dass er enorm wichtig für unser Saisonziel ist.

bundesliga.de: Ohne ihn hätte der SC schlechte Chancen auf den Klassenerhalt?

Dufner: Nein, das ist Unsinn. Wir haben ja gerade auch erst gegen Wolfsburg gewonnen, und da hat Papiss, obwohl er ein prima Spiel gemacht hat, kein Mal getroffen. Aber es lässt sich ja nicht wegdiskutieren, dass unsere Chancen mit ihm sicher nicht schlechter sind als ohne ihn.

Das Gespräch führte Christoph Ruf