Köln – Pep Guardiolas bescheidene Wünsche für 2015, Robben krönt sein Super-Jahr, in Frankfurt regiert der Wahnsinn und Dortmund kommt nicht von der Stelle. Die Zahlenspiele des 16. Spieltags.

#4 - Da kann die Bundesliga-Konkurrenz wohl nur noch müde lächeln. "Ich möchte, dass wir noch besser spielen", so Bayern-Trainer Pep Guardiola auf die Frage, was er sich für 2015 wünsche. "So ist es eben in einem großen Verein. Da muss man sich immer verbessern". Kleine Details seien es, die vor allem in der Champions League am Ende den Unterschied machen. Im Kalenderjahr 2014 hat der aktuelle Herbstmeister lediglich sechs Pflichtspiele verloren, von 50 Bundesliga-Spielen unter Guardiola (42 Siege) sogar nur zwei Partien, im April, als die Münchener bereits als Meister feststanden. Insgesamt hat der Spanier in seiner Zeit beim Rekordmeister lediglich gegen vier Teams verloren: Augsburg, Dortmund, Real Madrid und Manchester City.

#100 - Einen besseren Arjen Robben hat es wohl nie gegeben. Der Niederländer hat es seinem Kollegen Franck Ribery nun gleichgetan und sein 100. Tor für den FC Bayern München erzielt – im 184. Pflichtspiel. Beim 2:0 gegen den SC Freiburg sorgte er (erstmals in dieser Saison per Kopf) für den Führungstreffer. Darüber hinaus durfte sich der 30-Jährigen in der Heimat über die Auszeichnung "Hollands Sportler des Jahres" freuen. Erstmals seit 1987 (Ruud Gullit) wurde diese Ehre wieder einem Fußballer zuteil. „Es ist etwas ganz Besonderes und ich bin richtig stolz darauf“, so Robben, der in dieser Saison wettbewerbsübergreifend bereits elf Tore auf dem Konto hat. "Es ist ein Riesenkompliment und eine schöne Anerkennung, dass man nach so einem super Jahr so eine schöne Trophäe in der Hand hat." Gleiches gilt übrigens auch für David Alaba, der in Österreich erneut seinen Titel als "Fußballer des Jahres" verteidigen konnte.

#10 - Stand in der Vorsaison noch regelmäßig 1899 Hoffenheim für verrückte Torspektakel parat, ist dieses Phänomen nun endgültig auf Eintracht Frankfurt (Torverhältnis 33:33 – nur die Bayern haben mehr Tore erzielt, nur Bremen mehr kassiert) übergegangen. Beim 4:4 zwischen den Hessen und Hertha BSC Berlin nahm der Wahnsinn wieder einmal seinen Lauf. Nach 0:3 und 2:4 Rückstand rettete Alexander Meier mit seinem 10. Bundesliga-Doppelpack in der 90. und 91. Minute seinem Team noch einen Punkt und baute nebenbei seine Führung in der Torjägerliste aus (12 Treffer). "Eigentlich war ich heute richtig schlecht", schmunzelte der Stürmer, dem bis zu seiner Heldentat nicht viel gelungen war, in die Fernsehkameras. Den Fans wird es egal sein. Trainer Thomas Schaaf indes macht sich so seine Gedanken: "Mir persönlich war das etwas zu viel Spektakel". Immerhin hat die Eintracht erstmals seit 1973 (4:3 gegen Stuttgart) nach einem 3-Tore-Rückstand wieder gepunktet.

#4 - Am Einsatz mangelt es nicht. Mit 124 Kilometern insgesamt 6,5 Kilometer mehr gelaufen als der Gegner, 61 Prozent Ballbesitz, 17:10 Torschüsse, doch am Ende musste sich Borussia Dortmund beim 2:2 gegen den VfL Wolfsburg mit nur einem Punkt begnügen. "Ein super intensives Spiel gegen eine starke Mannschaft. Das Ergebnis ist okay", sagte Jürgen Klopp nach der Partie, die für ihn die Erkenntnis brachte, dass "wir noch leben, noch Fußball spielen und kämpfen können". Dennoch hat sich die Lage für den BVB als Tabellen-16. nicht verbessert. Dortmund, mit vier Punkten schlechteste Auswärtsmannschaft der Liga  benötigt im letzten Spiel bei Schlusslicht Bremen nun dringend einen Sieg, um nicht "unter dem Strich" zu überwintern.

Zusammengestellt von Markus Hoffmann