Köln - Die Bayern wieder im Vollgas-Modus, Rummenigge adelt Robben, Dortmunds dramatische Entwicklung, Schieber toppt den BVB-Sturm und Kölns nächster Auswärtscoup. Die Zahlenspiele des 15. Spieltags.

#20 - Nach zuletzt zwei Minimal-Ergebnissen - 1:0 gegen Leverkusen und Hertha - hat der  FC Bayern wieder in den Vollgas-Modus geschaltet. "Ich bin immer wieder überrascht von der Mentalität dieser Spieler, die schon alles gewonnen haben“, sagte Trainer Pep Guardiola nach dem souveränen 4:0 des FC Bayern beim FC Augsburg, der dem Rekordmeister die insgesamt 20. Herbstmeisterschaft bescherte. Bereits zum vierten Mal in Folge - das gelang zuvor in der Bundesliga-Historie noch keinem Team - sicherten sich die Bayern den inoffiziellen Titel, an dem man laut Thomas Müller "auf dem Weg zum richtigen Titel eben nicht vorbeikommt.“ Doch "die Herbstmeisterschaft bedeutet nichts, wir müssen am Ende der Saison auf dem ersten Platz stehen“, meinte Robert Lewandowski. Angesicht der beängstigenden Überlegenheit des Tabellenführers, der 39 von 45 möglichen Punkten geholt hat, ungeschlagen ist und in 15 Spielen nur drei Gegentore kassiert hat, zweifelt daran wohl momentan niemand.

#13 - Eine Halbzeit lang waren die Bayern noch gnädig, nach dem Seitenwechsel war dann "Schluss mit lustig“. Vier Tore in weniger als 13 Minuten (12 Min. 54 Sek.) machten alle Augsburger Hoffnung auf eine Überraschung zunichte. Vor allem Arjen Robben (2 Tore) zeigte sich erneut in blendender Spiellaune. Für mich ist er der "beste Feldspieler der Welt“, adelte Vereinsboss Karl-Heinz Rummenigge den Niederländer, der alle seine 11 Saisonspiele gewonnen und dabei 11 Scorer-Punkte gesammelt (8 Tore, 3 Assists) hat. "Ich glaube, das stimmt nicht so ganz“, gab der Geehrte trocken zurück, um gleich wieder den Blick auf die kommenden Aufgaben zu richten. "Wir haben jetzt noch zwei Spiele, die wir auch noch gewinnen wollen. Und dann ist endlich mal Pause.“ Zuvor werden die Bayern gegen Freiburg und Mainz aber wohl noch einmal ernst machen.  

#9 - Teilweise auf dem "völlig falschen Weg“ hat Trainer Jürgen Klopp seine Mannschaft  beim Gastspiel in Berlin gesehen. In einer Partie, "in der es um so viel geht.“ Das 0:1 bei Hertha BSC war für Borussia Dortmund bereits die neunte Saisonniederlage. Kein Team in der Bundesliga ist in dieser Spielzeit bisher häufiger als Verlierer vom Platz gegangen. Neun Pleiten gab es unter Klopp zuvor nur 2009/10, damals allerdings in der kompletten Saison. Dortmund hat zudem in den letzten sieben Auswärtsspielen nur einen Punkt geholt. "Wir haben jetzt noch zwei Spiele bis zur Winterpause, um unsere Ausgangssituation für die Rückrunde dramatisch zu verbessern. Das ist jetzt der Auftrag“, so Klopp. Eine dramatische Verschlechterung ist immerhin kaum noch möglich.

#5 - "Es tut schon ein bisschen weh, wenn man die früheren Kollegen leiden sieht. Das war schwierig für mich“, sagte Julian Schieber nach dem Erfolg gegen seinen ehemaligen Verein. Ausgerechnet er war es, der mit seinem goldenen Tor Hertha BSC zum 1:0-Sieg gegen Borussia Dortmund schoss. Die "alte Dame“ hat damit den BVB in der Tabelle überholt und sich etwas Luft im Abstiegskampf verschafft. „Wir haben defensiv sehr gut gestanden und haben ein Tor geschossen. Ich bin unheimlich froh, dass meine Mannschaft heute gewonnen hat.“, so Schieber, der vor der Saison vom BVB in die Hauptstadt gewechselt war. Gleichwohl glaubt er, dass "Dortmund da unten wieder rauskommt“. Bezeichnend für die schwarz-gelbe Krise: Schieber schoss in dieser Saison mehr Tore (fünf) als die BVB-Neuzugänge Adrian Ramos (zuvor Hertha) und Ciro Immobile zusammen (jeweils zwei).

#21 - Erstmals seit mehr als 21 Jahren - damals 2:1 im alten Parkstadion - konnte der 1. FC Köln wieder "auf Schalke“ gewinnen. "Es ist einfach eine Sensation. Nach zuletzt drei Niederlagen war das eine super Reaktion der Mannschaft. Jetzt können wir auf jeden Fall mit großem Selbstvertrauen in die nächsten beiden Partien gehen“, so Yannick Gerhardt, der die 1:0-Führung durch Anthony Ujah (Kölns erster Torschuss im Spiel) vorbereitete. Die mit 13 Punkten hinter den Bayern (15) zweitbeste Auswärtsmannschaft der Liga hat nun bereits 18 Punkte auf dem Konto, genauso viele wie am 15. Spieltag vor drei Jahren. Damals stieg der FC am Ende ab. Von Abstiegsangst momentan allerdings keine Spur. "Das ist die beste Zeit meiner Karriere. Jetzt wollen wir 20 Punkte zu Weihnachten", so Anthony Ujah. Noch ein Sieg aus zwei Spielen und es wären sogar 21.

Zusammengestellt von Markus Hoffmann