Köln – Treffsicherer Rekord-Franzose, weiße Weste dank historischem Eckball, Überflieger auf Champions-League-Kurs, Traumquote für einen Stürmer und gute alte Weisheiten. Die Zahlenspiele des 14. Spieltags.

#100 – Was für Arjen Robben gilt, gilt auch für Franck Ribery. Trifft der Franzose, gewinnt der FC Bayern. 38 Bundesliga-Spiele in Serie mit einem Ribery-Treffer hat Bayern München nun gewonnen – ein historischer Rekord. Doch damit nicht genug. Gegen Leverkusen erzielte Ribery sein 100. Pflichtspieltor für den Rekordmeister und überflügelte zudem mit seinem 186. Bundesliga-Spiel seinen Landsmann Matthieu Delpierre und ist damit alleiniger "Rekord-Franzose" in der Bundesliga. "Ich bin sehr glücklich und freue mich über die große Unterstützung der Fans", freute sich der Jubilar. "Mein 100. Tor ist für mich persönlich gut, vor allem aber sehr wichtig für die Mannschaft. Wir haben noch vier Spiele in diesem Jahr vor uns, die wir alle gewinnen wollen." Dafür müssen er oder Arjen Robben ja lediglich ein Tor schießen.

#8 - Tickets für Bayern-Heimspiele sind nach wie vor mit einer Sieggarantie ausgestattet. Nach dem achten siegreichen Auftritt in der heimischen Arena hat der Meister als einziges Team noch eine weiße Weste, auch wenn das 1:0 gegen Bayer Leverkusen laut Arjen Robben "nicht das Spektakel war, das viele erwartet haben." Während die Werkself im ersten Durchgang noch häufiger gefährlich vor dem Bayern-Tor auftauchte, gab es nach der Pause kein Durchkommen mehr. So blieb Leverkusen erstmals seit der Datenerfassung 1992 in einer zweiten Hälfte ohne Torschuss. Die Gastgeber ihrerseits nutzen einen ihrer sieben Abschlüsse zum Tor des Tages. Ein Treffer, der erstmals in dieser Saison nach einem Eckball fiel - im 109. Versuch. Saisonübergreifend sind die Bayern nun seit acht Monaten ungeschlagen.

#3 – Es bleibt dabei: wöchentlich knackt der FC Augsburg munter seine Vereinsrekorde. Durch den Last-Minute-2:1-Sieg beim 1. FC Köln kletterten die Fuggerstädter erstmals in ihrer Bundesliga-Historie auf Platz drei und feierten im Oberhaus erstmals vier Dreier in Folge. Als einziges Team konnte der FCA bereits zum dritten Mal in dieser Saison einen 0:1-Rückstand noch drehen. Diesmal dank Joker Alexander Esswein, der kurz nach seiner Einwechslung den Siegtreffer erzielte. "Manchmal reicht eine Minute, um groß rauszukommen. Es freut mich sehr für ihn", so Trainer Markus Weinzierl über seinen Matchwinner, der zuletzt nicht so häufig zum Zug gekommen war. Wo das alles noch hinführen soll? "Darüber machen wir uns keine Gedanken. Wir genießen den Moment und freuen uns nun auf das Spiel gegen die Bayern", so Weinzierl, der die aktuelle Serie zwar in Gefahr sieht, doch "das Spiel gegen den Rekordmeister muss auch erst noch gespielt werden". "Erst wenn wir den Klassenerhalt sicher haben, machen wir uns neue Gedanken", meint Manager Stefan Reuter. Wenn Augsburg weiter so auftrumpft, wird es bis dahin nicht mehr lange dauern.

#3x3 – Drei Vorlagen, drei Abschlüsse, jeder Schuss ein Treffer. Ein kongeniales Duo hat Schalke 04 fast im Alleingang zum 4:0-Sieg beim VfB Stuttgart geführt. Eric Maxim Choupo-Moting erzielte erstmals drei Tore in einem Bundesliga-Spiel, alle vorbereitet von Tranquillo Barnetta, der zum ersten Mal drei Assists in einem Spiel verbuchte. "Choupo" traf bei drei Versuchen drei Mal. Eine Traumquote an einem "Top-Tag", an dem er sich gewundert habe, wie frei ihn seine Gegenspieler gelassen haben. "Schön, dass ich die Dinger dann auch gemacht habe", so der Deutsch-Kameruner. Wer die Tore schießt, ist ja bekanntlich nicht so wichtig. Hauptsache sie fallen. "Von mir aus kann das auch der Torwart machen, das wäre mir egal", meinte Trainer Roberto Di Matteo mit einem Zwinkern. Choupo-Moting ins Tor stellen würde er aber umgekehrt wohl eher nicht. 

#04 – Ironie des Schicksal. Ausgerechnet gegen seine alte Liebe kassierte Huub Stevens die höchste Niederlage als Bundesliga-Trainer. Gegen den FC Schalke 04 ging der VfB Stuttgart passenderweise mit 0:4 unter und verlor damit erstmals in seiner Bundesliga-Historie drei Heimspiele in Folge, ohne dabei einen eigenen Treffer zu erzielen. "Wir haben an Nikolaus freundlich Geschenke verteilt. Und ich habe noch gesagt: denkt an die Standards", sagte der Niederländer frustriert.

Immerhin sei es besser einmal 0:4 zu verlieren, als viermal 0:1. Die Mission Klassenerhalt werde wohl noch schwieriger werden, als in der letzten Saison, glaubt er. Nun gelte das Motto: "Das nächste Spiel ist immer das wichtigste". Das habe doch schon Sepp Herberger gesagt, meint sich Stevens zu erinnern.

Zusammengestellt von Markus Hoffmann