Köln - Wolfsburgs ganz normaler Wahnsinn, Bayerns gefährlicher Rechtsfuß, Hamburgs Rekord-Pleite, Bremer Siegertypen und Gladbacher Eingebungen. Die Zahlenspiele des 21. Spieltags.

#4 - "Schön, dass der Wahnsinn doch noch ein gutes Ende für uns genommen hat", zeigte sich Torwart Diego Benaglio nach dem 5:4-Sieg seines VfL Wolfsburg bei Bayer Leverkusen erleichtert. In einer irren Partie, in der die Gäste bereits mit 3:0 in Führung lagen, hatte Stürmer Bas Dost in letzter Sekunde für den spektakulären Schlusspunkt gesorgt. "Ich muss mich erst einmal zwicken, ob das wirklich passiert ist", meinte der Niederländer, der jeden seiner vier Torschüsse im Kasten von Bernd Leno versenkte und damit als zweiter Wolfsburger nach Martin Petrov (2004) vier Treffer in einer Partie erzielen konnte. "Was für ein verrücktes Spiel und was für ein Spiel von Herrn Dost", twitterte Andre Schürrle begeistert. "Ein 5:4 ist doch ein ganz normales Ergebnis", scherzte hingegen Manager Klaus Allofs. Erst der Sieg gegen die Bayern, dann der Schürrle-Transfer, nun das Torspektakel von Leverkusen. Für Wolfsburg momentan wohl der ganz normale Wahnsinn.

#8 - Nach nur vier Punkten aus den ersten drei Rückrundenspielen ist der Tabellenführer endgültig aus dem Winterschlaf erwacht. "Ich bin sehr zufrieden, dass unsere Spielweise zurück ist", stellte Pep Guardiola trocken fest, nachdem der FC Bayern München den Hamburger SV beim 8:0-Sieg nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen hatte. Zum vierten Mal in seiner Bundesliga-Geschichte und erstmals seit 1984 (gegen Offenbach) gewann der Rekordmeister mit einer Differenz von acht Treffern. Flügelflitzer Arjen Robben erzielte seine Saisontore 13 und 14 und hat damit genauso oft eingenetzt, wie der HSV insgesamt. Der Niederländer brachte sogar das "Kunststück" fertig mit seinem schwachen rechten Fuß zu treffen. Bastian Schweinsteiger dazu: "Das ist schon etwas Besonderes. Schließlichmachen wir öfter mal Witze über seinen rechten Fuß, weil er eigentlich gar keinen hat."

#31 - Das 2:9 bei den Bayern vom März 2013 ist nicht mehr die höchste Bundesliga-Pleite des Hamburger SV. In ihrem 1751. Bundesliga-Spiel setzten die Hanseaten beim 0:8-Debakel an gleicher Stelle eine neue traurige Bestmarke. "Es gibt Tage im Leben, die man nicht vergessen wird. So eine Vorstellung ist bitter. Die Bayern waren weltklasse, aber trotzdem gibt es keine Berechtigung für ein solches Ergebnis. Am Schluss habe ich gehofft, dass es nicht zweistellig wird", so Trainer Joe Zinnbauer konsterniert.  In den letzten fünf Spielen bei den Bayern kassierten die "Rothosen" satte 31 Gegentore  (0:6, 0:5, 2:9, 1:3 und 0:8). "Wir müssen uns nun tief in die Augen scheuen und gegen Gladbach eine Reaktion zeigen", so Zinnbauer. Vielleicht ist es auch bald wieder an der Zeit für ein Grillfest mit den Fans, wie nach dem 2:9 vor zwei Jahren.    

#5 - Vom Tabellenletzten zum Europa-League-Anwärter innerhalb von fünf Spieltagen. "Viktor(y)" Skripnik macht´s möglich. Leuchtete an Spieltag 16 noch die "rote Laterne" an der Weser, hat sich Werder Bremen mit fünf Siegen in Serie (dies gelang zuletzt vor acht Jahren) aus dem Tabellenkeller herausgearbeitet. Erstmals seit 20 Jahren starteten die Hanseaten mit vier Siegen perfekt in die Rückrunde. Nun auf zu neuen Zielen? "Nein, nein, daran wollen wir gar nicht denken. Unser Ziel bleibt der Klassenerhalt. Wir haben uns eine super Ausgangsposition erarbeitet, aber haben jetzt brutal schwere Partien gegen Schalke, Wolfsburg und die Bayern vor uns", sagte Zlatko Junuzovic. In der momentanen Form muss Viktor Skripniks Siegertypen davor jedoch nicht bange sein. Junuzovic: "Wenn man unsere Körpersprache vergleicht im Gegensatz zur Hinrunde ist das wie Tag und Nacht."

 #1 - Fast wäre das riesige Transparent nicht zum mehr Einsatz gekommen. Dank des Last-Minute-Siegtreffers von Granit Xhaka schmückte der imposante Schriftzug "Derbysieger" dann doch noch die Nordkurve des Borussia Parks, der sich nach dem 1:0-Kopfballtreffer des Schweizers in ein Tollhaus verwandelt hatte. Borussia M'Gladbach hat fünf der letzten sechs Duelle gegen den rheinischen Rivalen aus Köln gewonnen. Letztlich zahlte sich die Geduld der überlegenen Gastgeber aus. "Ich gewinne lieber in der letzten Sekunde 1:0, als 5:0", sagte Matchwinner Xhaka, der nach seinem goldenen Tor "mit letzter Kraft" quer über den Platz zu seinem Torwart Yann Sommer sprintete. Vor der Partie hatte er bereits eine Eingebung gehabt. "Entweder sehe ich die Rote Karte oder ich treffe." Variante zwei machte den Derbysieg perfekt.  

Zusammengestellt von Markus Hoffmann