Köln - Im rheinischen Derby sorgen zwei Joker für die Punkteteilung. Hoffenheim wechselt gegen Hannover gar den Sieg ein, während Freiburgs Joker vom Dienst auch als Starter treffen kann. bundesliga.de hat den etwas anderen Blick auf den 30. Spieltag:

Zwei Joker, zwei Tore, zwei verschiedene Sichtweisen. Gemischte Gefühle nach dem 1:1 im rheinischen Derby zwischen dem 1. FC Köln und Bayer 04 Leverkusen.

Finne glücklich, Brandt hadert

"Ich bin überglücklich und froh, dass ich dem Team helfen konnte", sagte FC-Stürmer Bard Finne nach seinem ersten Bundesliga-Tor, mit dem er den Domstädtern einen verdienten und wichtigen Punkt im Abstiegskampf sichern konnte. "Es gibt niemanden im Team, der ihm dieses Tor nicht gönnt. Er ist ein sehr talentierter Spieler. Wir hoffen, dass er so weitermacht", lobte Trainer Peter Stöger den 20 Jahre alten Norweger, der wenige Minuten nach seiner Einwechslung zum Ausgleich in der 83. Minute traf.

Auf der anderen Seite gab sich Bayer-Torschütze Julian Brandt, der zwei seiner drei Saisontreffer als Joker erzielte, ob der zwei eingebüßten Punkte im Kampf um Platz 3 eher zerknirscht. "Das Gefühl ist okay. Aber ganz ehrlich gesagt hätte ich heute lieber gewonnen, weil wir noch etwas vorhaben", so der 18-Jährige, der sein Team dennoch auf gutem Weg in die Königsklasse sieht. Schließlich stehe das direkte Duell gegen Mönchengladbach noch bevor. Nach sieben Bundesliga-Siegen in Folge gab Leverkusen wieder Punkte ab, ist aber seit neun Liga-Partien ungeschlagen.

Insgesamt bewies Bayer-Trainer Roger Schmidt in dieser Saison ein besonders glückliches Händchen. Die Werkself erzielte bereits sieben Tore durch Bankspieler - Ligahöchstwert. In der laufenden Spielzeit fielen 69 Tore durch Einwechselspieler. Die meisten Jokertore an einem Bundesliga-Wochenende 2014/15 gab es mit sechs Treffern am 14. Spieltag, als Arnold, Caldirola, Dost, Esswein, Kachunga und Kalou trafen.

Schipplock sorgt für 1899-Rekord

Beim Gastspiel in Hannover wechselte Hoffenheims Trainer Markus Gisdol wechselte in Sven Schipplock gar den Siegtorschützen ein. Zehn Minuten nach seiner Einwechslung sorgte der 26-Jährige für den entscheidenen Treffer (83.) zum 2:1. Damit traf er insgesamt zum siebten Mal als Joker für Hoffenheim - Vereinsrekord.

"Wir hatten am Ende vielleicht etwas mehr Siegeswillen", meinte der Matchwinner nach einem seiner Meinung nach "nicht schönen Spiel", in dem sich sein Team am Ende jedoch etwas cleverer präsentiert habe.

Die Niedersachsen blieben bei der Premiere von Michael Frontzeck auch in der 14. Partie in Folge sieglos und liegen als 15. nur noch einen Punkt vor dem Relegationsplatz. Hoffenheim hingegen darf weiter auf die Teilnahme an der Europa- League hoffen. 

Hajrovic mit Tor-Premiere

Wie der Kölner Finne hat auch ein Premieren-Torschütze Werder Bremen einen Punktgewinn beschert: Gerade gut eine Minute auf dem Rasen, stellte Izet Hajrovic mit seinem ersten Bundesliga-Treffer auf 2:2 für die Grün-Weißen beim SC Paderborn.

Einer, der in dieser Saison bisher nur als Joker getroffen hat, war Nils Petersen. Der Angreifer des SC Freiburg erzielte seine ersten vier Saisontore als Einwechselspieler. Beim 2:2 seines SC Freiburg beim VfB Stuttgart sollte sich dies ändern: Mit seinem Doppelpack sicherte der 26-Jährige den Breisgauern jetzt als Starter einen wichtigen Punkt im vermeintlichen Sechs-Punkte-Spiel. Der Abstand auf die Schwaben bleibt nach dem Remis bei drei Punkten.

Markus Hoffmann