Köln - Die Lage im Tabellenkeller hat sich erneut dramatisch zugespitzt. Sechs Mannschaften kämpfen noch um den Klassenerhalt! Abstieg, Relegation oder Rettung - im Saisonfinale kommt es zum großen Showdown. Nach dem 33. Spieltag wirft bundesliga.de einen Blick in die  Presselandschaft der betroffenen Städte. #Abstiegskampf  

"Man muss dem Abstiegsgespenst ein Kompliment machen: Es zieht die Sache gnadenlos durch. Das Schicksal zweier großer Clubs verleiht dem Kampf um den Klassenerhalt eine besonders fruchtige Note", stellt die Süddeutsche Zeitung insgesamt nach dem vorletzen Spieltag fest, an dem der VfB Stuttgart das überlebenswichtige direkte Duell mit dem Hamburger SV für sich entscheiden konnte. Die Schwaben drehten einen 0:1-Rückstand, siegten 2:1 und verbesserten sich von Platz 18 auf Rang 16.   

"VfB feiert Huubs Affenbande" - "HSV braucht ein Wunder"

"Was für ein affengeiles Spiel. Der VfB feiert Huubs Affenbande", schreibt die BILD Stuttgart. Im Training unter der Woche hatte Coach Stevens seine Spieler als "Affen" bezeichnet. Entsprechend feierten Martin Harnik und Co. den Siegtreffer mit einem Affen-Jubel-Tanz mit hängenden Armen und wilden Geräuschen. "Der VfB Stuttgart lässt den Affen raus und nimmt dem HSV eindrucksvoll drei Punkte ab", so die Stuttgarter Nachrichten. So soll es auch in einer Woche sein. "Wenn wir in Paderborn auch so spielen, dann schaffen wir es", sind sich die VfB-Fans vor dem Finale in Ostwestfalen sicher. 

"Stuttgart tanzt, der HSV macht sich zum Affen", meint die Welt am Sonntag. Der Hamburger SV rutschte durch die Niederlage auf Platz 17 ab und hat die Rettung nun nicht mehr in der eigenen Hand. "Das fühlt sich beschissen an. Jetzt müssen wir auf ein Wunder hoffen", stellte Torwart Rene Adler fest. "Das war ein Katastrophenspiel von uns", sagte Marcell Jansen. "Nicht das erste. Und genau deshalb steht der HSV einem direkten Abstiegsplatz", meint BILD Hamburg. Endzeit-Stimmung an der Elbe. Oder kann sich das Bundesliga-Urgestein wie im vergangenen Jahr wieder auf den letzen Drücker retten? Und sei es erneut durch die Relegation. "Noch lebt der Liga-Dino. Aber sein Herzschlag wird schwächer. Geschieht kein Wunder, hört es am Sonnabend auf, in der Bundesliga zu schlagen", so die Hamburger Morgenpost.

Restrisiko und Rückenwind

Mit einem "Restrisiko", so der Berliner Tagespiegel, geht Hertha BSC in den letzten Spieltag. Nach dem mageren 0:0 gegen Eintracht Frankfurt können die Berliner noch auf den Relegationsplatz abrutschen. "Auf der sicheren Seite ist Hertha vor dem finalen Spiel bei der TSG 1899 Hoffenheim noch nicht - aber die Berliner haben zumindest eine gute Ausgangsposition", schreibt die Berliner Morgenpost. Platz 16 droht nur, wenn die "Alte Dame" mit mindestens zwei Toren Unterschied in Sinsheim verliert (und dabei weniger als drei Tore schießt), der SC Freiburg und Hannover 96 sich remis trennen sowie Stuttgart gewinnt. Unwahrscheinlich, dennoch ist Vorsicht geboten. "Nächste Woche wird es schwer. Aber wenn alles gut läuft, können wir danach in den Urlaub fahren", gibt sich Hertha-Coach Pal Dardai zuversichtlich.

"Sensation im Abstiegskampf! Nach 19 Jahren wieder ein Sieg gegen den FC Bayern", titelte die Badische Zeitung nach dem 2:1-Erfolg des SC Freiburg gegen den Deutschen Meister. Die Breisgauer benötigen im Endspiel bei Hannover 96 lediglich noch einen Punkt, um den Klassenerhalt aus eigener Kraft zu sichern. Die Vorzeichen dafür könnten kaum besser sein. "Wenn dir ein Sieg gegen die Bayern keinen Rückenwind gibt, dann weiß ich nicht, was dir dann Rückenwind gibt", sagte Siegtorschütze Nils Petersen. Freiburg hat sich trotz vieler widriger Umstände im Saisonverlauf nicht unterkriegen lassen. "Vielleicht ist es am Ende die Summe aus vielen kleinen richtigen Entscheidungen, die über den Klassenerhalt entscheidet. Ein bisschen mehr Laufbereitschaft, ein bisschen mehr professionelle Lebensführung, ein bisschen mehr Taktikschulung", heißt es auf SPIEGEL Online. Für die Fans in Freiburg steht fest: "Wenn der Fußballgott gerecht ist, dann schaffen wir es und holen mindesten den einen Punkt in Hannover."

Klosterruhe und One-Hit-Wonder

Doch auch der kommende Gegner hat laut Hannoverscher Allgemeinen "im Abstiegskampf rechtzeitig aufgedreht und einen Befreiungsschlag" geschafft. Durch den ersten Sieg in der Rückrunde (2:1 in Augsburg) haben es die Niedersachen jetzt in der eigenen Hand. Dies sei das Wichtigste vor dem letzten Spiel, doch "ich warne vor Euphorie", so Club-Boss Martin Kind.  Zur konzentrierten Vorbereitung auf das Finale wird Hannover 96 wieder ein Trainingslager-Quartier in der "Klosterpforte" im ostwestfälischen Harsewinkel beziehen. "Erst Kloster, dann Klassenerhalt. In der Ruhe liegt die Kraft", schreibt dazu die Neue Presse Hannover.

Schlagzeilen in der Neuen Westfälischen wie "Niederlage trotz Top-Leistung" oder "Extrem couragierte Leistung ist nicht belohnt worden" gab es über den SC Paderborn schon häufiger zu lesen. Nach dem 0:1 auf Schalke können die auf Platz 18 abgerutschten Ostwestfalen bei einem Sieg gegen Stuttgart nun maximal noch den Relegationsplatz erreichen. Und der Aufsteiger hat noch nicht aufgegeben. "Die Jungs werden wieder aufstehen und im eigenen Stadion eine Top-Leistung abliefern", verspricht Trainer Andre Breitenreiter. Mit entsprechender Schützenhilfe ist die Rettung noch möglich. Damit Paderborn nicht - wie von RP-Online behauptet - zum "One-Hit-Wonder" wird.

Von Markus Hoffmann