Köln - Sie sind echte Bereicherungen für die Bundesliga - die Aufsteiger vom FC Ingolstadt 04 und dem SV Darmstadt 98. Im Interview mit bundesliga.de sprechen die beiden Trainer, Ralph Hasenhüttl und Dirk Schuster, über die Gründe für das beeindruckende Auftreten ihrer Teams ...

bundesliga.de Herr Hasenhüttl, 16 Punkte, drittbeste Auswärtself, zweitbeste Defensive - sind Sie selbst überrascht vom fast durchweg starken Auftreten?

Ralph Hasenhüttl: Ich hab schon gehofft, dass wir entgegen den Prognosen in der Lage sein werden, von Beginn an Punkte zu holen. 16 Punkte sind zum jetzigen Zeitpunkt sehr gut. Und noch wichtiger ist die Erkenntnis, dass wir bisher mit Ausnahme der Partie gegen Borussia Dortmund absolut konkurrenzfähig sind.

Hasenhüttl: "Sind stolz, dass wir auch Champions League-Teilnehmer vor Probleme stellen können“

bundesliga.de: Ist der Schritt von der 2. in die 1. Bundesliga weniger groß als angenommen?

Hasenhüttl: Der Unterschied besteht natürlich. Vor allem die Qualität der Einzelspieler ist höher. Aber der herausragende Wert ist unserer tollen Arbeit gegen den Ball geschuldet. Die muss ligaunabhängig immer passen. Wir sind schon ein wenig stolz drauf, dass wir mit unserem Offensiv-Pressing auch Europa League- und Champions League-Teilnehmer vor Probleme stellen können.

bundesliga.de: Herr Schuster, Ihr Team hat bisher 14 ebenfalls sehr gute Punkte gesammelt. Wie zufrieden sind Sie?

Dirk Schuster: Ich bin sehr zufrieden! Diese 14 Punkte fühlen sich sehr gut an. Ein wenig überrascht bin ich durchaus davon, dass wir sogar bei den „großen“ Vereinen bestehen und auch aus Dortmund, Leverkusen und Schalke Punkte mitnehmen konnten. Wir sind zwar spielerisch nicht auf Augenhöhe mit diesen Teams, können aber selbst diesen Mannschaften mit unseren Stilmitteln, mit Bereitschaft, Kampfkraft und Willensstärke, das Leben schwer machen. Bayern München klammere ich ganz bewusst aus. Der FC Bayern spielt in einer anderen Liga.

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Darmstadt weltweit: Der Bart von Marco Sailer hat sich bis in die USA herumgesprochen. (Link: Zur englischen Infografik)

bundesliga.de: Darmstadt wie Ingolstadt haben auswärts mehr Punkte gesammelt als zuhause. Ist das folgerichtig für einen Aufsteiger?

Schuster: Das ist durchaus nicht abwegig. In jeder Tabelle, die nicht das rein Sportliche betrifft, dürften wir an letzter Stelle liegen, egal ob es den Etat, den Marktwert der Mannschaft oder die Infrastruktur betrifft. Das verschafft aber auch den psychologischen Vorteil, dass bei unseren Auswärtsspielen von der Heimmannschaft ein Sieg, möglichst sogar ein klarer Sieg erwartet wird. Psychologisch ist das ein Aspekt, der uns sicherlich etwas geholfen hat.

Schuster: "Sulu ist jetzt einer der richtig guten Innenverteidiger der Bundesliga“

bundesliga.de: Was sind die Gründe dafür, dass Ihre Teams so schnell in der Bundesliga angekommen sind?

Schuster: Einerseits ist da der ausgeprägte Team-Gedanke. Die Spieler, die wir aus den unterklassigen Ligen mitgenommen haben, haben sich sehr schnell akklimatisiert - auch wenn wir in den ersten zwei, drei Partien noch zu fehlerbehaftet agiert haben, weil wir die Handlungsschnelligkeit der 2. Bundesliga noch zu sehr inne hatten. Ein Faktor der Entwicklung ist, dass sich die Spieler an unseren Neuverpflichtungen, die wir aus der Bundesliga geholt haben, im Trainingsbetrieb orientieren konnten und so Handlungsschnelligkeit, Tempo, Zweikampfhärte, Robustheit und schnelles Umschalt-Spiel der Bundesliga sehr rasch verinnerlicht haben.

Hasenhüttl: Wir verstecken uns nicht, sondern versuchen, uns mit unserem erfolgreichen Spielstil der Aufstiegssaison auch in der 1. Bundesliga durchzusetzen. Außerdem haben wir uns gut verstärkt und noch mehr Qualität im Kader. 

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