Mit dem FC Bayern feiert Hasan Salihamidzic (links) seine größten Erfolge. Neben sechs deutschen Meisterchaften gewinnt er im Jahr 2001 die Champions League
Mit dem FC Bayern feiert Hasan Salihamidzic (links) seine größten Erfolge. Neben sechs deutschen Meisterchaften gewinnt er im Jahr 2001 die Champions League
Bundesliga

Salihamidzic: "Das sind die geilsten Wochen des Jahres“

München - 2001 gewann Hasan Salihamidzic mit dem FC Bayern München die Champions League - "mit Adrenalin im Blut", wie er selbst sagt. Im exklusiven Interview mit bundesliga.de erklärt der 38-Jährige, worauf es im Saisonendspurt ankommt, was den FC Bayern in Porto erwartet und welches Traumfinale er sich in der Königsklasse wünscht.

"Thiago hat sensationelle Qualitäten"

bundesliga.de: Herr Salihamidzic, beim Spiel gegen Frankfurt saßen nur vier Spieler auf der Bank des FC Bayern. Hat Trainer Pep Guardiola Sie noch angerufen und versucht, Sie zu reaktivieren?

Hasan Salihamidzic: (lacht) Nein, das geht bei mir leider nicht mehr. Ich habe das Spiel zusammen mit meinem Sohn auf dem Sofa verfolgt. Es war ein verdienter Sieg. Die Bayern waren einfach überlegen, so wie in der gesamten Saison. Und die Jungs, die gespielt haben und später reingekommen sind, haben alle ihre Sache sehr gut gemacht. Mit den vielen Verletzten ist es nicht einfach.

bundesliga.de: Wie schmerzhaft sind in der aktuellen Phase die Ausfälle von Schlüsselspielern wie Arjen Robben und Franck Ribery?

Salihamidzic: Die beiden machen den größten Unterschied aus. In der Bundesliga kompensieren das die Bayern überragend. Aber für die Champions League ist es wichtig, dass die beiden zurückkommen.

"Mit Adrenalin im Blut nach Madrid gefahren"

bundesliga.de: Wie groß ist gleichzeitig der Druck, weil man nicht das verspielen will, was man sich die ganze Saison über erarbeitet hat?

Salihamidzic: Was ist Druck? Wenn man bei Bayern spielt, muss man damit umgehen können. Der Druck ist gerade das Interessante und spornt die Profis zu Höchstleistungen an. Auch die Zuschauer sind gespannt auf den Ausgang der Spiele. Das genießt man als Spieler und das alles zusammen macht richtig Spaß.

bundesliga.de: Im vergangenen Jahr hatten die Bayern nach dem frühesten Gewinn der Meisterschaft Probleme, die Spannung aufrecht zu erhalten. Welche Lehren hat das Team Ihrer Meinung nach daraus gezogen?

Salihamidzic: Einerseits will man so schnell wie möglich den ersten Titel im Sack haben, weil dadurch eine Last wegfällt. Andererseits ist es nicht von Vorteil, wenn man am Wochenende nur 90 oder 95 Prozent geben muss und man danach gegen Barcelona, Real Madrid oder eben jetzt Porto ran muss. Denn wenn man den Rhythmus gewohnt ist, ist es besser, wenn alle drei Tage die Konzentration hochgehalten werden muss. Im letzten Jahr ist es nicht gelungen. Daraus hat man gelernt. Aber es ist schwer, denn wenn die Bundesliga entschieden ist, dann ist das im Kopf. Dann geht man nicht mit 120 Prozent in die Spiele, um sich zu schützen. Dieses Jahr müssen es die Bayern besser machen.

bundesliga.de: Als Sie 2001 mit dem FC Bayern gegen den FC Valencia den Titel holten, war das anders. Die Meisterschaft wurde auf dramatische Weise erst am letzten Spieltag entschieden. Kam Ihnen das damals zugute?

Salihamidzic: Das war ein Optimalfall. Mit diesem Erfolgserlebnis im Rücken und dem Adrenalin im Blut sind wir einfach weitergefahren zum Finale nach Mailand. Wir haben diese Spannung über vier Tage hochgehalten. Heute ist es eine andere Situation und die Bayern müssen entsprechend damit umgehen.