Zusammenfassung

  • Der FC Bayern München stellt Hasan Salihamidzic als neuen Sportdirektor vor

  • 1998 wechselte "Brazzo" bereits als Spieler zum FC Bayern

  • Der Ex-Profi sieht den engen Austausch mit den Stars als eine seiner zentralen Aufgaben

Köln – Viele Namen wurden in den vergangenen Wochen und Monaten als Sportdirektor beim FC Bayern München gehandelt. Hasan Salihamidzic hat bei den Spekulationen kaum eine Rolle gespielt. Und doch hat sich die Führungsetage des FC Bayern für den im bosnischen Jablanica geborenen Ex-Profi in dieser wichtigen Personalfrage entschieden. Ein Entschluss, der nur auf den ersten Blick verwundert, denn Salihamidzic hat in seiner Karriere eindrucksvoll bewiesen, dass er an seiner Aufgabe wachsen kann - und keine Angst vor großen Herausforderungen hat.

>>> Hasan Salihamidzic ist neuer Sportdirektor beim FC Bayern München

Hasan Salihamidzic ist 15 Jahre alt und Juniorennationalspieler, als er den Schrecken des jugoslawischen Bürgerkriegs entflieht. Ohne seine Eltern. Er kommt bei einem Freund seines Vaters in Hamburg unter und träumt von einer Karriere als Fußballer. Beim HSV wird sein Talent schnell erkannt und gefördert. Als "Brazzo", vom bosnischen Wort "Braco" für Bürschchen, macht er sich in Hamburg einen Namen. 72 Bundesliga-Spiele absolviert er für die Hanseaten.

"Brazzo" spielt sich ins Herz der Bayern-Fans

Den Sprung zum FC Bayern 1998 traut ihm dennoch kaum jemand zu. In der vermeintlichen Bayern-Wunschelf der Experten fehlt sein Name. Das bleibt auch in den kommenden Jahren so. Gespielt hat er dann aber doch fast immer – und nebenbei mit seiner leidenschaftlichen Spielweise und seinem Lächeln die Herzen der Fans erobert.

© gettyimages / Rys / Bongarts
© gettyimages / Hassenstein / Bongarts

Als Salihamidzic 2007 den FC Bayern Richtung Turin verlässt, hat er 234 Bundesliga-Spiele für die Münchner absolviert und 31 Tore erzielt. "Brazzo" feierte sechs Deutsche Meisterschaften und vier Pokalsiege mit den Bayern und verwandelte beim Champions-League-Triumph 2001 seinen Strafstoß im Elfmeterschießen gegen Valencia. Nicht schlecht für einen Spieler, der bei seiner Verpflichtung höchstens als Ergänzungsspieler gehandelt wurde.

Salihamidzic will engen Kontakt zu den Spielern halten

19 Jahre nach seinem ersten Wechsel zum FC Bayern sitzt Hasan Salihamidzic wieder als Bayern-Neuzugang vor der Presse. Und wieder ist er in der öffentlichen Wahrnehmung nicht die ganz große Lösung. Salihamidzic lässt das kalt. Er präsentiert sich tatendurstig und gut gelaunt wie zu seiner aktiven Zeit. Auch seine Arbeitsweise will er im Vergleich zu seiner Profikarriere nicht ändern: "Als Spieler habe ich immer 100 Prozent gegeben und genau so werde ich auch meine Aufgabe als Sportdirektor angehen", so der 40-Jährige.

Salihamidzic sieht den engen Kontakt zu den Profis als eine seiner zentralen Aufgaben. So wird er bei den Partien des FC Bayern in Zukunft auf der Bank Platz nehmen. Im Umgang mit den Stars kommt ihm zugute, dass er gleich fünf Sprachen spricht.

"Ich will 24 Stunden an sieben Tagen der Woche für die Spieler da sein", erklärt der Bosnier bei seiner Vorstellung. Und bei Salihamidzic kann man das fast wörtlich nehmen. Schließlich vermutete sein ehemaliger Mitspieler Stefan Effenberg einst: "Vielleicht schläft er nachts mit dem Finger in der Steckdose." Egal, wie die Schlafgewohnheiten des neuen Bayern-Sportdirektors nun genau aussehen: Bei seiner Vorstellung hat Salihamidzic bewiesen, dass er immer noch unter Strom steht.

Florian Reinecke

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