Köln - Die Spiele des 10. Spieltages demonstrierten eindrucksvoll die hohe Leistungsdichte der Bundesliga in dieser Saison. Gleich vier Mal teilten sich die Mannschaften an diesem Wochenende die Punkte. Damit wurde die bisherige Saisonhöchstmarke des 2. Spieltags noch um ein Remis übertroffen.

Auch in den anderen Partien standen die Spiele - das Dortmunder 5:0 gegen den 1. FC Köln einmal ausgenommen - auf Messers Schneide und die Sieger konnten sich jeweils nur mit einem Tor Vorsprung durchsetzen.

Großer Kampf in Sinsheim

In der Tabelle trennen den VfL Wolfsburg auf Platz 12 nur sechs Punkte vom Tabellenzweiten Borussia Dortmund. Zum Vergleich: In der letzten Saison trennten diese beiden Plätze zum gleichen Zeitpunkt elf Punkte. Dementsprechend eng ging es auch auf dem Feld zu. Läuferisch konnten sich nur der 1. FC Nürnberg und Borussia Dortmund klar von ihren Gegnern abheben. Die Franken waren mit 122,52 km deutlich mehr unterwegs als die Gäste des VfB Stuttgart, die 115,63 km abspulten. Ebenso konnte der 1. FC Köln (114,3 km) nicht mit dem BVB mithalten, dessen Spieler 119,5 km unterwegs waren. Beim Spiel Hannover 96 gegen den FC Bayern München sind die Trackingdaten aufgrund der längeren Unterzahl der Gäste nicht zu vergleichen.

Übertroffen wurde der Nürnberger Einsatz noch von den Teams, die in Sinsheim um die Punkte kämpften. 1899 Hoffenheim (123,51 km) und Borussia Mönchengladbach (123,93 km) pflügten die Rhein-Neckar-Arena regelrecht um und lieferten die besten Werte des Spieltages. Trotz insgesamt starker Laufleistungen im Kraichgau ragte Hoffenheims Isländer Gylfi Sigurdsson noch heraus: Der Mittelfeldspieler war mit 13,5 km nicht nur der fleißigste Dauerläufer des Spieltages, sondern stellte sogar einen neuen Saisonbestwert auf.

Agile Hoffenheimer

Doch nicht nur Sigurdsson überzeugte durch großen Einsatz, auch seine Kollegen zeigten sich stark. 234 Sprints zogen die Spieler von 1899 an. Mehr als jede andere Mannschaft des 10. Spieltages. Besonders emsig zeigte sich Spielmacher Roberto Firmino, der allein 33 Mal auf höchstes Tempo beschleunigte. Sein niederländischer Teamkollege Ryan Babel belegt mit 30 Tempoverschärfungen und einer Höchstgeschwindigkeit von 33,8 km/h in beiden Kategorien den dritten Platz.

Hoffenheims hohes Tempo dürfte Holger Stanislawski gefallen haben, denn gleich sechs seiner Akteure schafften es in die Tempo-Top10 des Wochenendes. Schnellster Spieler war jedoch ein Gladbacher: Patrick Herrmann war mit 34,1 km/h noch einen Tick flinker als Isaac Vorsah von 1899.

Routinier Sebastian Kehl überzeugt

Bei diesem ganz hohen Tempo muss Sebastian Kehl passen, doch der Dortmunder Kapitän überzeugte bei seinem zweiten Auftritt von Beginn. 93 Ballkontakte hatte Kehl im defensiven Mittelfeld des Meisters. Freiburgs Julian Schuster war der einzige Mittelfeldspieler des Spieltages, der noch häufiger am Ball war. In der Kategorie der angekommenen Pässe lässt der Dortmunder den Freiburger dann sogar deutlich hinter sich: 69 Pässe brachte der ehemalige Nationalspieler an den Mann. Der beste Wert eines Mittelfeldspielers an diesem Wochenende. Schuster fand 37 Mal einen Mitspieler. Darüber hinaus markierte Kehl seinen ersten Treffer seit März 2010.

Zum ersten Mal seit dem 29. Spieltag der vergangenen Saison gab es an diesem Spieltag nur einen Auswärtssieg. Der FC Schalke 04 konnte sich an diesem Wochenende als einziges Gästeteam durchsetzen. Die Tendenz des 10. Spieltages ist klar: Wir dürfen uns in dieser Saison noch auf viele enge und spannende Spiele freuen.

Florian Reinecke