Flop Schwiiz - Ottmar Hitzfeld und die Schweizer Nationalmannschaft haben sich mit einer desolaten Leistung von der WM in Südafrika verabschiedet.

Die Mannschaft des deutschen Trainers, der nach dem 1:0 gegen Spanien zum Auftakt schon als "Gottmar" verehrt wurde, kam gegen biedere Honduraner nicht über ein peinliches 0:0 hinaus und scheiterte damit in der Vorrunde.

Armutszeugnis der Schweizer

Hitzfeld tröstete auf dem Platz seine Spieler und sprach anschließend von einer "sehr großen Enttäuschung. Wir wollten den Schritt ins Achtelfinale gehen. Das haben wir nicht geschafft, weil wir kein Tor erzielt haben." Positiv in Erinnerung, sagte Hitzfeld, bleibe "nur der Sieg gegen Spanien".

Honduras muss wie schon bei der ersten WM-Teilnahme 1982 frühzeitig die Heimreise antreten. Die "Catrachos" warten auch nach insgesamt sechs WM-Spielen auf ihren ersten Sieg, ermauerten sich in Bloemfontein aber gegen ideenlose Schweizer in der Gruppe H immerhin einen Punkt.

Die Ausgangslage für die Schweizer war einfach: Ein Sieg mit mindestens zwei Toren Unterschied würde einen Platz im Achtelfinale garantieren. Dennoch ließ Hitzfeld sein Team gegen den Außenseiter keineswegs blind anrennen - im Gegenteil, es passierte ganz wenig in der Offensive des Favoriten. Das Spiel war ein Armutszeugnis.

Das vielleicht auch, weil der umstrittene Stürmer Alex Frei, immerhin Rekordtorschütze der "Nati", zunächst auf der Bank saß. In der Heimat wird der frühere Bundesliga-Profi wegen seines Schweigens als "Drückeberger" verhöhnt. Blaise Nkufo und Eren Derdiyok bildeten das harmlose Angriffsduo.

Einzig Barnetta überzeugt in Halbzeit eins

28.042 Zuschauer im Free-State-Stadion bekamen von beiden Mannschaften wenig Erbauliches zu sehen. Zwar hatten die Schweizer in der elften Minute durch Gökhan Inler die erste Torchance, sonst machte sich Langeweile breit. Wenn einmal Offensivgeist aufblitzte, war Bundesliga-Profi Tranquillo Barnetta von Bayer Leverkusen fast immer beteiligt. So auch in der 17. Minute, als er auf Teamkollege Derdiyok flankte, der aber das Tor verfehlte.

Zumindest in Gedanken waren viele Schweizer wohl auch beim Parallelspiel zwischen Spanien und Chile, das für das WM-Schicksal der Eidgenossen mitentscheidend war. Das war auch kein Problem, denn in Bloemfontein tat sich weiterhin nichts. Die Zuschauer versuchten, sich mit Gesang und Tanzeinlagen warmzuhalten, das eintönige Getröte der Vuvuzelas passte zum Spiel.

Benaglio hält die Null

In der Halbzeitpause hatte Hitzfeld genug gesehen. Ex-Bundesliga-Profi Hakan Yakin sollte dem Spiel der Schweizer zumindest etwas mehr Struktur verleihen, der Mittelfeldspieler ersetzte den schwachen Gelson Fernandes.

Kurz darauf hätte aber beinahe Honduras den Führungstreffer erzielt. Mittelfeldspieler Edgar Alvarez flankte perfekt auf David Suazo, der völlig frei vor Torhüter Diego Benaglio vom VfL Wolfsburg zum Kopfball kam. Der Ball rutschte Suazo über den Scheitel (53.).

Grichting kurz bewusstlos

Kurz zuvor hatte die Schweiz eine weitere Schrecksekunde überstehen müssen: Abwehrspieler Stephane Grichting verlor nach einem Zusammenprall mit Jerry Palacios kurzzeitig das Bewusstsein, konnte aber weiterspielen.

In der 69. Minute hatte Hitzfeld ein Einsehen und brachte seinen etatmäßigen Kapitän Frei. Sekunden später hatte Alvarez die Riesenchance zur honduranischen Führung, Keeper Benaglio reagierte großartig und lenkte den Ball mit der linken Hand über die Latte.

Schema:

Schweiz: Benaglio - Lichtsteiner, von Bergen, Grichting, Ziegler - Barnetta, Huggel (78. Shaqiri), Inler, Fernandes (46. Yakin) - Derdiyok, Nkufo (69. Frei). Trainer: Hitzfeld
Honduras: Valladares - Sabillon, Chavez, Bernardez, Figueroa - Thomas, Wilson Palacios - Alvarez, Nunez (67. Martinez) - Jerry Palacios (78. Welcome), Suazo (87. Turcios). Trainer: Rueda
Schiedsrichter: Hector Baldassi (Argentinien)
Tore: Fehlanzeige
Zuschauer in Bloemfontein: 28.042
Rote Karten: keine
Gelb-Rote Karten: keine
Gelbe Karten: Fernandes - Thomas, Suazo, Chavez, Wilson Palacios (2)