Frankfurt am Main - Nach dem erfolgreichen Auftakt in der vergangenen Spielzeit zeichnet Europas Top-Liga mit dem jüngsten Altersdurchschnitt auch in der Saison 2017/18 die besten Nachwuchsstars mit dem "Bundesliga Rookie Award by TAG Heuer" aus. Die Kandidaten im Dezember:

Amine Harit (FC Schalke 04)

Spätestens nach dem Derby gegen Dortmund Ende November hatte Amine Harit seinen Platz in den Schalker Herzen sicher. Nach 33 Minuten wurde der junge Franzose beim Stand von 0:4 eingewechselt, erzielte ein Tor selbst und war maßgeblich an der Königsblauen-Aufholjagd zum 4:4-Endstand beteiligt. An diese Form sollte Harit auch im Dezember anknüpfen können: In allen vier Spielen stand der Wirbelwind in der Startelf, bereitete einen Treffer vor, holte einen Elfmeter heraus, markierte gegen Köln sein zweites Bundesliga-Tor und wusste auch mit geringen Fehlpass-Quoten zu überzeugen. "Grundsätzlich ist er ein Spieler, der unfassbar viel mitbringt. Er ist nicht aufzuhalten auf engen Räumen", kommentiert Schalke-Trainer Domenico Tedesco die Leistungen seines Neuzugangs, mahnt aber auch zur Zurückhaltung: "Wir wollen die Entwicklung mit ihm machen, aber dazu müssen wir ihm auch die notwendige Zeit geben."

"Er ist nicht aufzuhalten auf engen Räumen“ Domenico Tedesco

Dabei ging in der Karriere Harits zuletzt alles doch eher schnell: Geboren als Sohn marokkanischer Eltern in Pontoise nordöstlich von Paris zog es den Nachwuchskicker im Alter von 15 Jahren in die Jugendakademie des FC Nantes, wo er stets zu den auffälligsten Akteuren gehören sollte. Im Sommer 2016 folgte mit der französischen U19-Nationalmannschaft der Titelgewinn bei der U19-Europameisterschaft - und Harit steuerte im Finale gleich zwei Vorlagen bei. Kein Wunder: Im Verein folgte prompt die Beförderung zum Profi, Harit stand in seiner Debüt-Saison in 34 Pflichtspielen für Nantes auf dem Platz und zeigte auch in der Ligue 1 starke Leistungen. Die Schalker Verantwortlichen waren überzeugt und lockten den jungen Flügelflitzer nach Gelsenkirchen. Das sollte sich lohnen: Auch wegen Amine Harit kann sich Schalke nun über den zweiten Tabellenplatz nach der Hinrunde freuen.

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Ihlas Bebou (Hannover 96)

Dass Ihlas Bebou im Dezember 2017 zu den Nominierten beim Rookie Award zählen würde, hätte nicht so kommen müssen. Kaum begonnen, wäre seine Karriere nämlich fast schon schnell wieder beendet gewesen: Gerade war Bebou in Düsseldorf Profi geworden, da zog er sich bei einem Kopfballduell einen Schädelbruch und eine Rückenmarksverletzung zu - doch der Togolese überstand das Drama glücklicherweise ohne neurologische Folgen. So feierte der Mittelfeldmann schließlich im September 2013 sein Profi-Debüt, fiel kurz darauf aber erneut lange verletzt aus. Auch deshalb musste der flinke Dribbler bis in den April 2015 warten, ehe er sein erstes Profi-Tor bejubeln konnte. Danach ging es dann aber steil bergauf für Bebou: Bis zu seinem Wechsel nach Hannover standen elf Tore und 15 Torvorlagen in 70 Zweitliga-Spielen für die Fortuna zu Buche, dabei stellte er in der letzten Saison mit fünf Treffern und elf Vorlagen jeweils persönliche Saisonrekorde auf.

"Das Spiel meines Lebens" Ihlas Bebou

Bei Hannover 96 zeigt Bebou nun, dass er auch in der ersten Bundesliga seine Stärken zur Geltung bringen kann. Bei den Niedersachsen stieg der Flügelflitzer sofort glänzend ein, ist mit fünf Treffern nach Martin Harnik bester Torschütze des Clubs und ligaweit der schnellste Spieler (35,3 km/h). Nach seinem Doppelpack beim 4:2 gegen Borussia Dortmund sagte Bebou: "Zwei Tore gegen einen solchen Gegner, das ist unglaublich. Vielleicht sogar das Spiel meines Lebens." Seinen Saisonrekord aus der 2. Bundesliga hat er mit inzwischen fünf Toren natürlich bereits eingestellt. Gerade im Dezember, der Schlussphase der Hinrunde, lief Bebou noch einmal zu Hochform auf: Zwei Tore erzielte der 23-Jährige selbst, gab zwischen dem 14. und 17. Spieltag zehn Torschüsse ab, gewann über die Hälfte seiner Zweikämpfe und zeigte auch in Luftduellen erstaunliches Durchsetzungsvermögen. Nachdem der Togolese bereits im September ein Kandidat für den Rookie Award war, ist auch die zweite Nominierung also hochverdient.

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Stefan Posch (TSG 1899 Hoffenheim)

Für ganze sechs Vereine schnürte Stefan Posch in seinem Heimatland die Schuhe, ehe der junge Österreicher schließlich im Sommer 2015 von Admira Wacker ins Nachwuchsleistungszentrum der TSG Hoffenheim übersiedelte. Und das sollte eine gute Entscheidung des im Städtchen Judenburg geborenen Verteidigers sein: Schon im ersten Jahr bei der TSG wurde er mit der A-Jugend der Kraichgauer deutscher Vizemeister und sicherte sich so auch im Folgejahr einen Stammplatz im Regionalligateam der Sinsheimer. Im Juni 2017 gab es dann die Beförderung: Posch wurde Profi. Und bis zu seinem Durchbruch in der Bundesliga sollte es nicht mehr lange dauern. "Er ist ein sehr guter Zweikämpfer, der aber auch mit dem Ball sehr ruhig, abgeklärt und seriös agiert", attestierte TSG-Co-Trainer Matthias Kaltenbach schon damals seinem Youngster.

"Er kennt keine Nervosität" Matthias Kaltenbach

Am 8. Spieltag feierte Posch dann schließlich sein Bundesliga-Debüt - und spielte sich prompt fest. An neun von zehn Spieltagen setzte TSG-Trainer Julian Nagelsmann seitdem in der Hoffenheimer Abwehrkette auf den Österreicher. Kein Wunder: Ob bei Zweikämpfen (59 Prozent gewonnen) oder beim Stellungsspiel - Posch steigerte sich im Dezember in allen wichtigen Bereichen und kassierte auch keine Gelben Karten mehr (zuvor bereits drei). Aus dem jungen Nachwuchsspieler ist in kürzester Zeit ein Garant für defensive Stabilität geworden. Vor allem die Ruhe und Gelassenheit, die der Nachwuchsmann in der Abwehrarbeit zeigt, beeindruckt. Oder um es mit Co-Trainer Kaltenbach zu sagen: "Er kennt keine Nervosität." Auch deshalb gehört Posch zu den drei Nominierten im Dezember.

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