Hannover - Er kam, sah und überzeugte: Wenn Mame Biram Diouf nur annähernd das hält, was er in seinen ersten beiden Bundesligaspielen versprochen hat, ist Hannover 96 ein echter Transfercoup gelungen. Denn der 24 Jahre alte Senegalese beeindruckte durch Schnelligkeit, Ballgewandtheit und eine ausgefeilte Technik. "Man sieht einfach, dass er eine erstklassige Ausbildung genossen hat", sagt Trainer Mirko Slomka, der die treibende Kraft beim einzigen Wintertransfer der Niedersachsen war.

Bis 2014 hat Diouf bei 96 unterschrieben, er erhofft sich deutlich mehr Spielzeit als bei seinem bisherigen Arbeitgeber Manchester United. Beim englischen Rekordmeister war die Konkurrenz zu groß, über wenige Einsätze im Pokal und in der Reserveliga kam der 1,85 m große Stürmer auf der Insel nicht hinaus.

"Daran muss man sich gewöhnen"

96-Torhüter Ron-Robert Zieler kennt den Afrikaner aus gemeinsamen ManU-Zeiten und hält viel von dem gefährlichen Torjäger: "Ich freue mich, dass Mame hier ist. Er hat ganz einfach viel Qualität. Und auch Sportdirektor Jörg Schmadtke ist vom neuen Mann angetan: "Er ist noch nicht komplett angepasst an unser System, aber seine bisherigen Auftritte waren sehr vielversprechend."

Der Nationalspieler Diouf, der auch beim Hinspiel in der Europa League gegen den FC Brügge (ab 20:50 Uhr im Live-Ticker) in der Startelf stehen wird, hat auch verstanden, wo der Hauptunterschied zwischen der Premier League und der deutschen Bundesliga liegt. "In England lässt der Schiedsrichter die Szenen mit Körperkontakt einfach laufen. Hier unterbricht er das Spiel. Daran muss man sich gewöhnen", sagt er über die unterschiedliche Regelauslegung - die ihn aber nicht daran hinderte, gleich bei seinem Einstand dem Stürmerkollegen Mohammed Abdellaoue den Ball mustergültig zum erfolgreichen Torschuss vorzulegen.

Teamgeist: 96 schlägt United

Vorausgegangen waren dem gelungenen Debüt logistische Schwierigkeiten. Sein erstes Training in Hannover verpasste Diouf wegen eines Streiks, dann musste er noch einmal nach England zurückfliegen, um Probleme mit seiner Arbeitserlaubnis für Deutschland zu regeln. Da blieb nicht viel Zeit, um die neuen Teamkollegen näher kennenzulernen.

Und dennoch: Nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch auf dem Trainingsplatz hat Diouf bereits unterschiedliche Vorgehensweisen beim Umgang miteinander ausgemacht: "Bei Hannover 96 trainiert man viel mit dem Team, in Manchester macht jeder sein individuelles Ding."