Zusammenfassung

  • Hannovers Ihlas Bebou war gegen den BVB der beste Mann auf dem Platz

  • Bei seinem neuen Verein fühlt ich der 23-Jährige wohl

  • Die Fans lieben den togolesischen Nationalspieler

Hannover – Es war ein perfekter Fußball-Nachmittag in der HDI-Arena, wenn man Fan von Hannover 96 ist. Die Niedersachsen bezwangen den bis dato Tabellenführer Borussia Dortmund in einem atemberaubenden Spiel vor ausverkauftem Haus mit 4:2. In der Tabelle liegt der Aufsteiger nur noch zwei Punkte hinter den Schwarz-Gelben. Einen großen Anteil am unerwarteten Erfolg der 96er hatte zweifelsohne Ihlas Bebou. Er war der beste Spieler auf dem Platz und erzielte zwei der vier Hannoveraner Tore.

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Ihlas Bebou ist kein extrovertierter Mensch. Der 23-Jährige wartete artig in der Mixed-Zone der HDI-Arena bis sein Mitspieler Felix Klaus das Interview beendete hatte, dann stellte sich Bebou den Fragen der wartenden Journalisten. Ob es das beste Spiel seiner Karriere gewesen sei, war die erste Frage: „Klar, das kann man schon so sagen, wenn man gegen so eine Top-Mannschaft zwei Tore schießt, ist das der Wahnsinn.“ So wie die Partie am Samstagnachmittag lief, war es wie gemalt für den schnellen Togolesen. „Der Trainer hat uns richtig gut eingestellt und der Plan ist exzellent aufgegangen. Wir haben immer wieder Bälle in die Tiefe gespielt und sind in die Zwischenräume gestoßen“, erklärte Bebou, der seinen ersten Doppelpack überhaupt schnürte.

Bebou ist voll eingeschlagen

Schon nach nur acht Bundesliga-Spielen hat sich Bebou in Hannover in die Herzen der Fans gespielt. Wenn der 23-Jährige am Ball ist, rufen die Fans immer voller Inbrunst seinen Nachnamen „Beeeebbbbbou, Beeeebbbbbou.“ Der aus Düsseldorf gekommene Offensivspieler hatte bei den 96ern keinerlei Anpassungsprobleme und fügte sich nahtlos ins Team ein. „Die ganze Mannschaft hat es mir aber auch einfach gemacht“, gab Bebou das Kompliment an seine Teamkameraden zurück. Gegen den BVB spielte der Offensivmann erstmals neben Jonathas in der Sturmspitze. Zuvor kam der schnelle togolesische Nationalspieler immer nur über die rechte Seite.                                

Die Dortmunder Abwehr um Sokratis und Zagadou konnte nichts gegen Hannover ausrichten
Die Dortmunder Abwehr um Sokratis und Zagadou konnte nichts gegen Hannover ausrichten © gettyimages

Bebou ist bei 96 voll eingeschlagen

Schon nach nur acht Bundesliga-Spielen hat sich Bebou in Hannover in die Herzen der Fans gespielt. Wenn der 23-Jährige am Ball ist, rufen die Fans immer voller Inbrunst seinen Nachnamen „Beeeebbbbbou, Beeeebbbbbou.“ Der aus Düsseldorf gekommene Offensivspieler hatte bei den 96ern keinerlei Anpassungsprobleme und fügte sich nahtlos ins Team ein. „Die ganze Mannschaft hat es mir aber auch einfach gemacht“, gab Bebou das Kompliment an seine Teamkameraden zurück. Gegen den BVB spielte der Offensivmann erstmals neben Jonathas in der Sturmspitze. Zuvor kam der schnelle togolesische Nationalspieler immer nur über die rechte Seite.

Breitenreiters taktische Kniffe sitzen

Die taktischen Änderungen, die 96-Trainer Andre Breitenreiter vornahm, sollten sich als goldrichtig herausstellen. Hannover spielte in einem 3-5-2-System, wobei Felix Klaus hinter den beiden Spitzen als echter Zehner agierte. „Der Trainer hat mir erst kurz vor dem Spiel beim Spazierengehen verraten, dass er vorhat, mich auf diese Position zu stellen. Ich habe ihm gesagt, dass ich letztmalig in der Jugend dort gespielt habe, aber es hat geklappt“, freute sich Klaus. Der Ex-Freiburger erzielte am Samstag den schönsten Treffer der Partie. Seinen Freistoß aus 20 Metern zirkelte der 25-Jährige perfekt über die Mauer. BVB-Torhüter Roman Bürki war machtlos. „Ich habe in den letzten Tagen sehr oft diese Freistöße geübt und es waren einige erfolgreiche dabei. Mein Mitspieler Sane hat mir dann gesagt, ich soll das Ding reinknallen...“ Gesagt, getan.

>>> Der Spielbericht zu #H96BVB

Großer Jubel: Noch nie hat Bebou in der Bundesliga zwei Mal getroffen
Großer Jubel: Noch nie hat Bebou in der Bundesliga zwei Mal getroffen © imago

Perfektes Spiel für 96

Es passte an diesem Nachmittag einfach alles für den furios aufspielenden Aufsteiger aus Niedersachsen. Auch als die Borussen zweimal ausgleichen konnten, blieben die Hannoveraner ruhig und erstarrten nicht in Ehrfurcht. Natürlich profitierten die Gastgeber auch vom Platzverweis gegen den Borussen Dan-Axel Zagadou (59.), der nach einer Notbremse gegen Jonathas Rot sah. Auch der brasilianische Stürmer glänzte bei den Niedersachsen und verwandelte eiskalt den Strafstoß zum 1:0.

Saisonziel Klassenerhalt bleibt bestehen

Der Trainer lobte keinen Spieler explizit, sondern stellte die gesamte Teamleistung in den Vordergrund. Trotz des aktuell vierten Tabellenplatzes bleiben die Verantwortlichen in Hannover ruhig. „Wir sollten die Bodenhaftung nicht verlieren. Unsere Zielsetzung hat sich trotz der guten Punkteausbeute nicht verändert. Es freut mich einfach, dass wir mit Herz, Leidenschaft und Emotionen diese Partie verdient für uns entscheiden konnten.“ Kapitän Philipp Tschauner stellte auch die Homogenität der 96er in den Vordergrund. „Das war ein ganz großer Mannschaftserfolg. So wie wir gegen den BVB gespielt haben, ist unsere Art und Weise.“

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Hannover 96 hat im Moment einen Lauf
Hannover 96 hat im Moment einen Lauf © imago

Auch für Tschauner gibt es keinen Grund trotz der aktuellen Tabellensituation das gesteckte Ziel zu verändern. „Jeden Punkt, den wir holen, ist einer gegen den Abstieg. Wir spielen eine tolle Runde bis jetzt, aber es hat noch kein Team in der Hinrunde schon den Klassenerhalt gefeiert.“ Etwas euphorischer war da schon 96-Manager Horst Heldt. „Für solche Spiele und Momente sind wir wieder aufgestiegen. Dafür haben wir in der 2. Bundesliga hart gearbeitet. Es war ein richtiger Fight und ich denke, dass wir verdient gewonnen haben. Der Schlüssel war die taktische Herangehensweise, die die Mannschaft sehr gut umgesetzt hat.“

Nächste Bewährungsprobe in Leipzig

Die nächste Reifeprüfung steht für die Niedersachsen bereits am kommenden Samstag an, dann reist Hannover zum Vizemeister RB Leipzig. „Auch da wollen wir uns gut verkaufen. Wir sind im Moment einfach schwer zu schlagen“, freute sich Breitenreiter.

Aus Hannover berichtet Alexander Barklage

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