München - Der FC Bayern hat ein Jahr zum Vergessen gespielt. Da gibt es keine zwei Meinungen an der Säbener Straße. "Die Saison ist nicht gut verlaufen", bilanziert Verteidiger Holger Badstuber: "Es war eine schwierige Zeit mit Höhen und Tiefen."

Zwei Partien stehen noch aus, ehe Badstuber und seine Münchner einen Haken hinter die titellose Spielzeit machen können - zwei Begegnungen in denen der Rekordmeister noch die Chance hat, die Saison zumindest aktzeptabel mit dem 3. Platz abzuschließen. Zwei Punkte beträgt derzeit der Vorsprung auf Verfolger Hannover 96.

"Wir haben verstanden"

Am 33. Spieltag treten die Münchner beim FC St. Pauli an, im letzten Heimspiel gastiert der VfB Stuttgart zum Südschlager in der Allianz Arena. Der Anspruch an diese Begegnungen ist klar: Nach zuletzt wenig konstanten Ergebnissen sollen zwei Siege her für das Starensemble aus der bayerischen Landeshauptstadt. "Wir als Mannschaft haben verstanden, dass wir uns keinen weiteren Ausrutscher erlauben dürfen", sagt Badstuber, der noch nicht weiß, ob ihn Trainer Andries Jonker am Millerntor von Beginn an auflaufen lässt.

Badstuber befand, dass er zuletzt gegen Schalke gut gespielt habe. Vom Trainer gab es trotzdem noch kein Zeichen, dass er erneut in der Startelf steht. Die Situation ist symptomatisch für die Saison des 22-Jährigen - und in gewisser Weise auch für den FC Bayern in der Spielzeit 2010/11: Nach positiven Erlebnissen setzte es immer wieder Rückschläge und die Ungewissheit, was am Ende herausspringt, war ständiger Begleiter.

Badstubers schwankende Saison

Nach seinem kometenhaften Aufstieg in der Vorsaison, als Badstuber unter Louis van Gaal zum Stammspieler avancierte, zwei Titel feierte und sogar noch zur WM fuhr, durchlebt der gebürtige Memminger ein ernüchterndes Jahr. Nach gutem Start fiel er im Herbst mit einer Schambeinreizung zwei Monate aus. In der Rückrunde kämpfte er mit Formschwankungen, schmorte er bei mehreren Spielen auf der Bank oder wurde früh ausgewechselt.

"Es war auch für mich eine schwankende Saison", räumt der Verteidiger ein. "Ich war es nicht gewohnt, auf der Bank zu sitzen und hatte Probleme, damit umzugehen."

Es sei nach anderthalb Jahren in denen er immer gespielt habe, schwer zu akzeptieren gewesen, plötzlich nur noch Ersatz zu sein. Badstuber glaubt, dass er durch die Situation viel gelernt habe und gestärkt daraus hervor gegangen ist: "Ich fühle mich jetzt wieder sehr gut", betont er. Entsprechend selbstbewusst reagiert er auf Spekulationen um mögliche Neuzugänge. Seit Wochen geistern die Namen prominenter Verteidiger durch die Sportgazetten. "Ich finde es gut, wenn der FC Bayern nach Verstärkungen sucht", sagt der Abwehrspieler: "Auch in der Innenverteidigung."

Hoffen auf den VfB

Ehe er sich in der neuen Spielzeit möglicherweise gegen neue Konkurrenz behaupten muss, will er aber mit dem FC Bayern die laufende Saison versöhnlich beenden.

Badstuber hofft, dass sein Team schon einen Spieltag vor Saisonende den Champions-League-Qualifikationsplatz sichern wird. "Hannover wird es gegen Stuttgart schwer haben", glaubt der Defensivspieler.

Gleichzeitig müssten er und seine Bayern aber gegen St. Pauli "schnell den Sack zumachen", damit am Millerntor gar nicht erst eine besondere Atmosphäre aufkomme, die das Heimteam beflügelt. Er ist sich sicher: "Wir können am Wochenende einen großen Schritt machen" - und die Zeit der Ungewissheit womöglich vorzeitig beenden.

Vom FC Bayern berichtet Andreas Messmer