Zusammenfassung

  • Am 2. Spieltag kommt es zum Duell Hannover 96 gegen den FC Schalke 04.

  • H96-Coach Andre Breitenreiter und Sportdirektor Horst Heldt arbeiteten einst gemeinsam auf Schalke.

  • Neuzugang Jonathas könnte bereits von Beginn an auflaufen.

Köln – Am Sonntagabend beschließen Hannover 96 und der FC Schalke 04 den 2. Spieltag. Beide Mannschaften waren am 1. Spieltag erfolgreich. Für 96-Trainer Andre Breitenreiter und Sportdirektor Horst Heldt geht es gegen ihren alten Arbeitgeber.

Der Aufsteiger aus Hannover feierte am vergangenen Spieltag in Mainz eine gelungene Premiere nach einem Jahr Abstinenz in der Bundesliga. Beim 1. FSV Mainz gewann 96 mit 1:0. Torschütze war Stürmer Martin Harnik. "Es ist immer wichtig, besonders für einen Aufsteiger, gut zu starten und dann noch auswärts zu gewinnen, ist umso schöner", erklärte Breitenreiter unter der Woche. Jetzt freut sich der ganze Verein auf das erste Heimspiel der Saison. Mit dem FC Schalke 04 kommt gleich ein richtiger Brocken in die HDI-Arena. Auch die Königsblauen starten mit einem 2:0-Heimsieg über Vizemeister RB Leipzig eindrucksvoll in die Saison.

Breitenreiter und Heldt - Duell mit der Vergangenheit

Für Andre Breitenreiter und Sportdirektor Horst Heldt ist das Duell mit den Schalkern etwas Besonderes. Beide waren vor ihrem Engagement in Hannover bei den Gelsenkirchenern beschäftigt. Heldt führte insgesamt fünf Jahre die sportlichen Geschicke bei den Königsblauen, Breitenreiter war eine Saison lang Trainer bei S04. Mit ihm erreichten die Schalker in der Saison 2015/16 Platz fünf und qualifizierten sich direkt für die Europa League. Sein Nachfolger Markus Weinzierl verpasste eine Saison später das Minimalziel Europa League und musste gehen.

Es ist immer etwas Besonderes, wenn man gegen einen ehemaligen Verein spielt", erklärte Andre Breitenreiter auf der Abschluss-Pressekonferenz. Sportdirektor Heldt witzelte: "Ich habe Andre gefragt, ob ich gegen Schalke spielen darf, aber er hat nein gesagt. Deshalb ist diese Partie zwar nicht wie jede andere, aber ich habe keine speziellen Gefühle, wenn ich an Sonntag denke."

Letzter 96-Sieg gegen Schalke vor drei Jahren

Die Favoritenrolle schiebt Breitenreiter den Knappen aus dem Ruhrgebiet zu. "Wir sind der Underdog, Schalke hat das Ziel sich wieder für die Champions League zu qualifizieren. Trotzdem werden wir am Sonntag alles auf den Platz werfen. Wir sind zuhause lange ungeschlagen, auch wenn es nur in der 2. Bundesliga war." In der Tat hat Hannover lange nicht mehr im eigenen Stadion verloren. Vor knapp einem Jahr unterlag 96 zuhause Dynamo Dresden mit 0:2 (11. September/4. Spieltag).

Video: Hannovers Auftaktsieg gegen Mainz

Die Fans der Roten fiebern den Heimspielstart gegen Schalke entgegen. Zuletzt durfte sich Hannover 96 am 7. Mai 2016 über einen Heimsieg in der Bundesliga freuen. Am vorletzten Spieltag der Saison 2015/16 standen die Roten schon als Absteiger fest besiegten aber dennoch die TSG Hoffenheim mit 1:0 (Torschütze: Kiyotake). Der letzte Sieg vor eigenem Publikum gegen den FC Schalke ist schon etwas länger her. Am 23. August 2014 besiegten die Hannoveraner die Königsblauen mit 2:1 (Torschützen: Prib/Joselu/Huntelaar). Die letzten vier Partien in der Bundesliga gewann aber allesamt das Team aus dem Pott.

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Mithelfen den FC Schalke am Sonntag zu besiegen, könnte auch vielleicht schon Neuzugang Jonathas. Der Brasilianer wechselte unter der Woche vom russischen Erstligisten Rubin Kazan zu den Niedersachsen. Der 1,92 Meter große Mittelstürmer steht voll im Saft und erzielte in der russischen Premier Liga in dieser Saison in fünf Spielen bereits vier Tore. Jonathas könnte mit Martin Harnik die Doppelspitze gegen Schalke bilden. Trainer Breitenreiter wird vermutlich auch wieder auf Salif Sane in der Innenverteidigung vertrauen, der seine Rotsperre abgesessen hat.

Breitenreiter: Erste Niederlage ausgerechnet gegen S04?

Das Gefühl zu verlieren, kennt Andre Breitenreiter mit Hannover 96 überhaupt noch nicht. Seit er das Traineramt in Hannover am 20. März übernahm, blieb er bis heute unbesiegt. Acht Siege und drei Remis in der 2. Bundesliga sicherten den Aufstieg in die Bundesliga und dann der Erfolg in Mainz am vergangenen Samstag. Sollte diese Serie ausgerechnet gegen seinen Ex-Club reißen?

Alexander Barklage