Elversberg - Hannover 96 hat aus der Pokalpleite des vergangenen Jahres nichts gelernt und sich erneut im ersten Pflichtspiel der Saison nicht mit Ruhm bekleckert. Der Bundesligist, der vor einem Jahr in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Regionalligisten Eintracht Trier ausgeschieden war, unterlag nach torlosen 120 Minuten mit 4:5 im Elfmeterschießen beim Trierer Ligakonkurrenten SV Elversberg. Den entscheidenden Elfmeter verwandelte Elversbergs Aydin Zeric.

Angesichts der schwachen Leistung über weite Strecken der Partie stehen die Niedersachsen, die sich in der vergangenen Saison erst am letzten Spieltag vor dem Abstieg retten konnten, möglicherweise wieder vor einer schwierigen Spielzeit.

Wenig Chancen für Hannover

Vor 2700 Zuschauern im Waldstadion an der Kaiserlinde zeigten die Niedersachen in der Anfangsphase eine schwache Vorstellung. Es reichte für den Erstligisten lediglich zu einer Feldüberlegenheit, Chancen konnte sich Hannover nicht erarbeiten.

Gefahr gab es Mitte der ersten Hälfte nur nach Freistößen. Faysal El Idrissi für den Saarlandpokal-Sieger (23.) und der portugiesische Neuzugang Carlitos auf Seiten der Gäste zielten aber zu hoch (30.). Trainer Mirko Slomka dokumentierte seine Unzufriedenheit mit dem Auftritt seines Teams nach einer halben Stunde und schickte seine Reservespieler zum Aufwärmen.

Trotz dieser Maßnahme blieben die Offensivbemühungen der Niedersachsen bis zum Ende der ersten Hälfte harmlos. Direkt nach dem Seitenwechsel musste Hannover zwei Schrecksekunden überstehen. Zunächst traf der Elversberger Emre Güral direkt nach dem Anstoß von der Mittellinie die Latte (46.), kurz darauf entstand eine gefährliche Situation aus dem Gewühl vor Hannovers Torwart Florian Fromlowitz (47.). Die erste große Möglichkeit hatte Hannover durch Emanuel Pogatetz, der mit seinem Kopfball an Elversbergs Torhüter Matthias Kuhn scheiterte.

Hannover: Fromlowitz - Cherundolo, Haggui, Pogatetz, Schulz - Schmiedebach (46. Stindl), Pinto - Ya Konan, Schlaudraff (67. Forssell), Carlitos - Hanke (58. Stoppelkamp)

Elfmeterschießen: 0:1 Stindl (Hannover 96), 1:1 Kozarac (SV Elversberg), Forssell (Hannover 96) schießt über das Tor, 2:1 El Idrissi (SV Elversberg), 2:2 Ya Konan (Hannover 96), 3:2 Reiß (SV Elversberg), 3:3 Schulz (Hannover 96), 4:3 Güral (SV Elversberg), 4:4 Pinto (Hannover 96), 5:4 Zeric (SV Elversberg)


Erzgebirge Aue - Mönchengladbach1:3

Borussia Mönchengladbach ist mit großer Mühe zum sechsten Mal in Folge in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Bei Zweitligist Erzgebirge Aue kam der dreimalige Pokalsieger nach einer vor allem in der ersten Halbzeit mäßigen Leistung zu einem hart erkämpften 3:1 (1:0)-Erfolg.

WM-Teilnehmer Michael Bradley sorgte in der 38. Minute für die Führung für Gladbach, das in der ersten Pokalrunde wie im Vorjahr (FSV Frankfurt) bei einem Zweitliga-Aufsteiger antreten musste. Kurz nach dem Wechsel glich Jan Hochscheidt (47.) für die keinesfalls schlechteren Sachsen per Kopf aus, Neuzugang Mohamadou Idrissou sorgte in der 64. Minute für das erlösende 2:1. Den Endstand stellte Marco Reus her (87.).

Heimeroth statt Bailly

Gladbachs Trainer Michael Frontzeck musste vor 12.652 Zuschauern im Erzgebirgsstadion kurzfristig auf Torhüter Logan Bailly verzichten, den Belgier setzte eine Blockade im Rücken außer Gefecht. Für ihn spielte Christofer Heimeroth.

Zudem brachte Frontzeck in Stürmer Idrissou lediglich einen Neuzugang von Beginn an. Der von Standard Lüttich verpflichtete Angreifer Igor de Camargo laboriert an einer Sprunggelenksverletzung. Dafür lief Reus von Beginn an auf, der die Einladung für das Länderspiel in Dänemark noch wegen einer Grippe ausschlagen musste.

Aues Trainer Rico Schmitt vertraute größtenteils auf seine Aufstiegshelden, lediglich die von Hansa Rostock verpflichteten Oliver Schröder und Kevin Schlitte sowie Adli Lachheb rückten neu in die Startelf.

Brouwers rettet auf der Linie

Die Gastgeber traten zu Beginn engagierter auf, waren im Mittelfeld passsicherer und bissiger in den Zweikämpfen. Chancen blieben dank Gladbachs sicher agierender Abwehr allerdings Mangelware. Die Gäste tauchten erstmals in der 35. Minute gefährlich vor dem Auer Tor auf, als ein Kopfball von Idrissou das Gehäuse nur knapp verfehlte. Nur drei Minuten später bereitete der Stürmer beim ersten gelungenen Spielzug die Führung durch Bradley vor.

Kurz nach dem Wechsel schockte Hochscheidt Gladbach nach einer schönen Flanke von Curri. Durch den Ausgleich nahm die Partie an Fahrt auf. Roel Brouwers rettete bei einem Schuss von Rene Klingbeil auf der der Linie (61.), im direkten Gegenstoß scheiterte Reus an Aues Keeper Martin Männel. In der 64. Minute brachte Idrissou die Gäste mit einem Schuss aus kurzer Distanz wieder in Führung.

Mönchengladbach: Heimeroth - Levels, Brouwers, Dante, Daems - Marx, Bradley (90.+1 Jantschke), Reus, Herrmann (90. Schachten) - Matmour (84. Neustädter), Idrissou

Tore: 0:1 Bradley (38.), 1:1 Hochscheidt (47.), 1:2 Idrissou (64.), 1:3 Reus (87.)


Eintracht Braunschweig - SpVgg Greuther Fürth 1:2 n.V.

Die SpVgg Greuther Fürth hat nach den tollen Auftritten in der vergangenen DFB-Pokal-Saison nun mit Ach und Krach die 2. Runde erreicht. Die Mannschaft von Trainer Mike Büskens, die im Frühjahr erst im Viertelfinale mit 2:6 bei Bayern München ausgeschieden war, kam zu einem mühevollen 2:1 (0:0) nach Verlängerung beim perfekt in die Saison gestarteten Drittligisten Eintracht Braunschweig. Für die Niedersachsen war es seit 2006 das vierte Erstrunden-Aus.

Bernd Nehrig (91.) brachte die Gäste nach torlosen 90 Minuten zunächst in Führung. Nach dem Ausgleich von Mathias Fetsch (106.) traf Leonhard Haas (119.) zum 2:1 und profitierte dabei von einem Fehler von Braunschweigs Keeper Marjan Petkovic.

Im Stadion an der Hamburger Straße sahen eine ausgeglichene Begegnung. Chancen waren aber Mangelware. Ein 20-Meter-Schuss von Braunschweigs Mirko Boland strich knapp am Tor der Gäste vorbei (7.), und nach einer Vorlage von Karim Bellarabi zieht Deniz Dogan den Ball über das von Max Grün gehütete Tor (27.). Greuther Fürth hatte die erste gute Aktion nach einer Flanke von Stephan Schröck, die Eintracht-Keeper Petkovic aus dem Strafraum fausten konnte. Wenig später musste Petkovic im Strafraum gleich zwei Mal parieren.

Im zweiten Durchgang waren die Gastgeber die engagiertere Mannschaft. Die erste große Möglichkeit hatte Torjäger Dominick Kumbela mit einem Kopfball, den Grün parierte (58.). Und Bellarabi scheiterte aus spitzem Winkel wieder an Grün.

Greuther Fürth: Grün - Schröck, Kleine, Biliskov, Rahn - Pekovic (88. Karaslawow) - Nehrig, Müller (120.+1 Mauersberger) - Onuegbu (85. N?), Haas, Schahin

Tore: 0:1 Nehrig (91.), 1:1 Fetsch (106.), 1:2 Haas (119.)


SV Sandhausen - FC Augsburg 1:3 i. E.

Der FC Augsburg ist mit Glück in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Der Halbfinalist der vergangenen Saison gewann beim Drittligisten SV Sandhausen 3:1 im Elfmeterschießen. Nach der regulären Spielstand hatte es 3:3 gestanden, nach 120 Minuten hieß es in einer packenden Begegnung 4: 4.

Nach der Augsburger Führung durch Neuzugang Torsten Oehrl (14. ) drehten die Gastgeber durch Treffer von Tim Danneberg (20.) und David Ulm (34.) die Begegnung noch vor der Pause. Roberto Pinto erhöhte mit einem verwandelten Foulelfmeter (51.). Doch Edmond Kapllani (79.) und Nando Rafael per Handelfmeter (90.+2) glichen noch aus. In der Verlängerung war erneut Rafael erfolgreich (112.), ehe Sreto Ristic Sandhausen ins Elfmeterschießen brachte (119.).

Dort wurde Augsburgs Schlussmann Simon Jentzsch zum Matchwinner. Er hielt die Schüsse von Marco Pischorn und Ulm, zudem schoss Danneberg über das Tor. Da störte es Augsburg auch nicht, dass Rafael an SV-Schlussmann Frederic Löhe scheiterte.

Vor 4.500 Zuschauern in der nach Mannheim verlegten Begegnung profitierten die Gäste bei der Führung von einem dicken Patzer von Löhe. Nach dem Wechsel foulte Uwe Möhrle im eigenen Strafraum Dominik Rohracker. Pinto verwandelte den Strafstoß sicher. Nach Kapllanis Anschlusstreffer glich Rafael aus, nachdem Julian Schauerte den Ball nach einer Flanke mit der Hand aus dem eigenen Strafraum beförderte.

Augsburg: Jentzsch - Verhaegh (46. Ndjeng), Möhrle, Sankoh, Bellinghausen - Baier, Brinkmann (74. Kapllani), Sinkiewicz, Werner (54. Traore) - Rafael, Oehrl

Tore: 0:1 Oehrl (14.), 1:1 Danneberg (20.), 2:1 Ulm (34.), 3:1 Pinto (51., Foulelfmeter), 3:2 Kapllani (79.), 3:3 Rafael (90.+2, Handelfmeter), 3:4 Rafael (112.), 4:4 Ristic (119.)

Elfmeterschießen: 0:1 Kapllani (FC Augsburg), 1:1 Ristic (SV Sandhausen), 1:2 Sinkiewicz (FC Augsburg), Jentzsch hält gegen Pischorn (SV Sandhausen), 1:3 Oehrl (FC Augsburg), Danneberg schießt über das Tor (SV Sandhausen), Löhe hält gegen Rafael (FC Augsburg), Jentzsch hält gegen Ulm (SV Sandhausen)


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