Am Ende war Hannover 96 am Boden - beim 2:3 gegen Gladbach setzte es für die "Roten" um Mame Diouf die erste Heimniederlage seit 22 Partien
Am Ende war Hannover 96 am Boden - beim 2:3 gegen Gladbach setzte es für die "Roten" um Mame Diouf die erste Heimniederlage seit 22 Partien
Bundesliga

Hannover unter Schock

Hannover - Es ist passiert. 557 Tage hatte sich die AWD Arena als uneinnehmbare Festung erwiesen. 22 Spiele vor heimischen Publikum ohne Niederlage, Hannover 96 galt lange als heimstärkste Mannschaft der Bundesliga. Vorbei. Am 9. Spieltag der Jubiläumssaison gab es für die Fans seit langer Zeit mal nichts zu feiern. Ein Gefühl, das die Anhänger von Hannover 96 kaum noch kannten.

"Haben den Gegner aufgebaut"

Am 30. April 2011 gewann Borussia Mönchengladbach mit 1:0 bei den Niedersachsen. Am 28. Oktober schloss sich der Kreis. Wieder waren es die Rheinländer, die mit dem drei Punkte von der Leine mit nach Hause nahmen.

Es war weniger die Niederlage an sich, die die Gastgeber in eine Schockstarre versetzte, das Wie gibt Rätsel auf. 2:0 hatten die "Roten" geführt. Ein scheinbar beruhigender Vorsprung. Zuletzt hatten die 96er im Dezember 2009 beim 2:3 gegen den VfL Bochum einen 2:0-Vorsprung noch verspielt. "Das darf nicht passieren", ärgerte sich Lars Stindl.



"Bis zur 70. Minute hatte ich in keiner Weise auch nur angedacht, dass wir als Verlierer vom Platz gehen", sagte ein fassungs- und ratloser Mirko Slomka nach der Partie. Dabei habe er die Spieler "gemahnt, nicht unbedingt das 3:0 machen zu müssen". Stattdessen wurde der Vorsprung verspielt und der Coach musste zugeben, dass die Mannschaft "am Ende nicht mehr in der Lage" war, "den Hebel noch umzulegen". "Nach der 61. Minute hatten wir keinen Torschuss mehr", musste Slomka feststellen.

"Wir haben den Gegner aufgebaut", gestand Jan Schlaudraff ein. Auch dem Ex-Gladbacher war "natürlich klar, dass es irgendwann mal passieren musste. Aber nicht so".

Nach langer Zeit mal wieder untere Tabellenhälfte



Statt sich wie geplant mit einem "Dreier" in der Spitzengruppe festzusetzen, finden sich die Hannoveraner erstmals seit langer Zeit in der unteren Tabellenhälfte wieder.

"Wir haben in den vergangenen Wochen viele Punkte liegengelassen", ärgert sich Slomka. Dem 45-Jährigen ist aber auch klar, dass die Heimstärke allein keine Garantie für den dritten Einzug in Folge in die Europa League ist. In der Auswärtstabelle liegen die "Roten" auf Platz 16.

"Jetzt müssen wir auch auswärts was reißen", weiß Slomka um die Defizite seiner Mannschaft. Auch in der Vorsaison gelangen den Hannoveranern gerade mal zwei Siege in der Fremde. "Daran müssen wir arbeiten", gibt Stindl zu.

Drei Mal Gelegenheit zur Wiedergutmachung



Erst einmal haben die Hannoveraner aber in drei weiteren Heimspielen die Gelegenheit, sich bei ihren eigenen Fans zu rehabilitieren. Am Mittwoch soll gegen den Zweitligisten Dynamo Dresden endlich der erste Einzug ins Achtelfinale des des DFB-Pokals in der Ära Slomka sichergestellt werden.

Am Samstag kann gegen den FC Augsburg eine neue Serie in der Bundesliga gestartet werden. Und am Donnerstag drauf wollen die 96er mit einem Sieg über Helsingborg den Einzug in die K.o.-Runde der Europa League frühzeitig festmachen.

Aus Hannover berichtet Jürgen Blöhs