Köln - Auf den ersten Blick gibt es nicht viel, was Hannover mit dem australischen Perth verbindet. Perth liegt am indischen Ozean, Hannover an der Leine. Die Metropole mit 1,6 Millionen Einwohnern im südwesten Australiens wird durchschnittlich mit 8,8 Sonnenstunden verwöhnt, in Hannover sind es im Mittel gerade mal 4,1. Allerdings ist auch die Zahl der Haiangriffe in Perth deutlich höher. Trotz aller Unterschiede gibt es eine ganz besondere Beziehung zwischen den beiden Städten. Auslöser sind die Fußballclubs Perth Glory und Hannover 96, die ein nicht unwesentliches Merkmal gemein haben.

13.816, 96 Kilometer Luftlinie liegen zwischen den Stadtzentren von Perth und Hannover - zumindest nach Messung von hannover96.de, die logischerweise besonderen Wert auf die Stellen nach dem Komma legen. Und das mit Recht, denn die 96 sind für beide Clubs von großer Bedeutung. Am 12. April 1896 gründete eine Gruppe von Schülern einen Sportverein und nannten ihn "Hannoverscher Fußball Club von 1896". Es war die Geburtsstunde von Hannover 96.

Vorbild Bundesliga

100 Jahre später wurde am anderen Ende der Welt Perth Glory aus der Taufe gehoben. Seitdem gewannen die Australier zwei Meistertitel und entwickelten eine treue Anhängerschaft, die allerdings mit dem Problem zu kämpfen hat, dass Fußball in Australien eher eine Nebenrolle einnimmt. Der Fanclub "Glory Fans United" hat im Jahr 2012 deshalb einen Blick nach Europa geworfen, um Inspirationen für den eigenen Support zu sammeln.

Besonders die Bundesliga hatte es den Australiern angetan und Hannover 96 inspirierte den Fanclub. Seitdem weht im Members Equity Stadium von Perth ein Abbild der 96-Fahne. Allerdings in lila, einer der Clubfarben von Glory. "Die aktive Unterstützung im deutschen Fußball wird unter uns Fans sehr häufig diskutiert. Wir sehen Eure Anhänger und auch die von anderen Bundesliga-Clubs als einen Zielpunkt, den wir erreichen wollen", schreibt einer der Glory-Fans an Hannover 96.

96 ist allgegenwärtig

Die Perth Glory-Fahne im Hannover 96 Design ist fester Bestandteil der Spiele in der australischen A-League geworden. Das Werk der "Glory Fans United" kam in der Fanszene sogar so gut an, dass es mittlerweile einige Kopien gibt. Neben dem Gründungsjahr besteht zwischen den Clubs sogar noch eine weitere Verbindung. Frank Juric, der zwischen 2004 und 2008 für Hannover spielte, beendete seine Karriere am Ufer des indischen Ozeans. Trotz der vielen Haiangriffe.

Florian Reinecke