Hamburg - Zurück zu den Wurzeln: Der Hamburger SV spielt ab der kommenden Saison wieder im Volksparkstadion. Investor Klaus-Michael Kühne hat die Namensrechte für das Stadion des HSV für vier Jahre erworben und sich für den alten Namen der Arena entschieden.

"Es war mir als HSVer eine Herzensangelegenheit, dass die Fußball-Heimat des HSV wieder ihren ursprünglichen Namen trägt. Ich wünsche mir, dass unsere Mannschaft im Volksparkstadion wieder an alte Erfolge anknüpfen kann", sagte  Kühne.

Beiersdorfer debütierte 1986 im Volksparkstadion

Über diesen Coup konnte sich besonders der Vorstandsvorsitzender der HSV Fußball AG, Dietmar Beiersdorfer, freuen: "Für viele unserer Fans und auch für mich ist der Name des Stadions eine emotionale Angelegenheit, weil wir damit Tradition, Erfolge und unvergessliche Momente verbinden. Ich habe mein erstes Bundesliga-Spiel im Volkspark absolviert", sagt Beiersdorfer.

Der 51-Jährige feierte sein Bundesliga-Debüt in der Saison 1986/87. Am 16. August 1986 stand Beiersdorfer im Nordderby gegen den SV Werder Bremen auf dem Platz. Vor 46.000 Zuschauern besiegten die Rothosen unter ihrem damaligen Trainer Ernst Happel die Grün-Weißen mit 3:0. Die Tore schossen Heinz Gründel (2) und HSV-Ikone Manfred Kaltz in üblicher Manier per Strafstoß.

HSV-Legenden freuen sich

Das Volksparkstadion war seit dem Wiederaufbau 1953 Schauplatz unvergesslicher Fußball-Momente. Vier Meisterschaften konnte der HSV in dieser Zeit einheimsen. HSV-Legenden wie Uwe Seeler, Horst Hrubesch oder Manfred Kaltz feierten im Hamburger Ortsteil Stellingen große Erfolge. "Das ist ein schönes Zeichen und besonders von nostalgischem Wert", gab Uwe Seeler zu Protokoll. Auch Ex-HSV-Kapitän Thomas von Heesen freute sich über die Namensänderung: "Sensationell. Ein Meilenstein für den HSV."

Letztes Spiel im Volkspark: Andersson Schuss zur Bayern-Meisterschaft

1998 begannen die Umbauarbeiten, das alte Stadion wurde abgerissen und die Spielfläche um 90 Grad gedreht. Bis zur Saison 2000/2001 spielte der HSV dann im neu gebauten Volksparkstadion. Die letzte Partie im Volkspark sollte in die Geschichtsbücher eingehen: Am 19. Mai 2001 feierte der FC Bayern München nach einem 1:1 in der Nachspielzeit gegen den HSV die Deutsche Meisterschaft. Der Schwede Patrik Andersson sorgte seiner Zeit mit einem indirekten Freistoß im Strafraum für den Ausgleich - und entriss damit den bereits den Titel feiernden Schalkern noch die Schale. Die Knappen wurden zum "Meister der Herzen" erkoren.

Ein weiterer Höhepunkt aus noch nicht all zu langer Vergangenheit war das spektakuläre 4:4-Unentschieden des HSV in der Champions League gegen Zidane Zidane und sein Juventus Turin am 13. September 2000. Die Treffer für die Hamburger erzielten Anthony Yeboah, Mehdi Mahdavikia, Hans-Jörg Butt und Nico Kovac.

Eigenkapitalquote erhöhen

"Wir wollten unseren Fans wieder etwas zurückgeben, es ist schon ein besonderer Moment für den Verein. Unsere Anhänger verbindet mit dem Volkspark mehr als nur sportliche Erfolge, sondern auch eine gewisse Fußball-Romantik", sagt Beiersdorfer. Trotz des Millionendeals will der HSV aber das neu vorhandene Geld nicht in Spielereinkäufe investieren. "Mit dem frischen Geld wollen wir die Eigenkapital-Quote erhöhen und die Infrastruktur des Vereins stärken."

Unterdessen kehrt die Mannschaft heute aus dem Trainingslager zurück. In den vergangenen zehn Tagen bereitete sich das Team von Trainer Joe Zinnbauer in Dubai auf die Rückrunde vor. Am übernächsten Samstag steht das erste Heimspiel gegen den 1. FC Köln an, dann allerdings noch unter dem aktuellen Stadionnamen Imtech Arena.

Alexander Barklage