Zusammenfassung

  • Der Hamburger SV beendet Serie von acht sieglosen Spielen.

  • Die jungen Wilden Jann-Fiete Arp und Tatsuya Ito überzeugen.

  • Dennis Diekmeier bleibt weiterhin ohne Tor in der Bundesliga.

Hamburg - Der Bann ist gebrochen. Der Hamburger SV hat nach acht sieglosen Spielen endlich mal wieder gewonnen. Beim 3:1-Heimsieg gegen den Aufsteiger VfB Stuttgart brillierte vor allem die Offensive. Neben Stürmer Jann-Fiete Arp glänzten auch seine Teamkollegen Filip Kostic, Tatsuya Ito und Aaron Hunt. Das berühmte I-Tüpfelchen wäre ein Treffer von Dennis Diekmeier gewesen, doch seine Torlos-Serie geht weiter.

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"Oh, wie ist das schön, sowas hat man lang nicht gesehen, so schön, so schön" - eine Viertelstunde vor dem Abpfiff im Volksparkstadion waren sich auch die pessimistischsten HSV-Fans sicher, dass sie endlich den dritten Saisonsieg feiern können. Soeben hatte der neue Liebling und Hoffnungsträger Jann-Fiete Arp zum vorentscheidenden 3:1 getroffen und das Stadion zum Beben gebracht. „Man hat heute deutlich gespürt, was sich die Mannschaft vorgenommen hat. Wir waren von Beginn an gut im Spiel und haben zahlreiche Chancen herausgespielt. Dieser Sieg tut uns sehr gut, auch mit der Leistung die dahinter steht. Aber wir müssen das jetzt richtig einordnen und sauber und in Ruhe weiterarbeiten“, mahnte HSV-Coach Markus Gisdol.

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VfB hilft dem HSV

Von Beginn an lief am Samstagnachmitag fast alles zugunsten des HSV. In der dritten Minute bewahrte Keeper Christian Mathenia sein Team vor einem Rücktritt als er gegen Daniel Ginczek rettete. Nach zwölf Minuten sah der Stuttgarter Dzenis Burnic die zweitschnellste Gelb-Rote Karte der Bundesliga-Geschichte. Dann half VfB-Keeper Ron-Robert Zieler bei einem eigentlich harmlosen Hunt-Freistoß nach und lenkte den Ball ins eigene Netz (20.). Hunts Tor beendete eine 461 Minuten andauernde Torflaute im heimischen Volksparkstadion. Den letzten Treffer zuhause hatte Nicolai Müller am 1. Spieltag beim 1:0 gegen den FC Augsburg erzielt.

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Besonders in der ersten Halbzeit hatte der HSV etliche Torabschlüsse und kam immer wieder gefährlich vor das Tor. Trainer Gisdol schenkte Arp als Sturmspitze das Vertrauen, dahinter agierten Filip Kostic, Aaron Hunt und auch wieder der 20-jährige Tatsuya Ito. Bei der Auswechslung des Japaners erhoben sich die HSV-Fans von ihren Plätzen und zollten dem emsigen Rechtsaußen Respekt. Aber auch Hunt und Kostic zeigten offensiv eine richtige starke Leistung schossen jeweils ein Tor.

Aaron Hunt traf per Freistoß und war ein Aktivposten beim HSV
Aaron Hunt traf per Freistoß und war ein Aktivposten beim HSV © imago

Gisdol: "Cool und geduldig gespielt"

Nur in der Viertelstunde nach Wiederbeginn hatte der HSV gegen den dezimierten VfB seine Schwierigkeiten. Die Schwaben konnten durch einen verwandelten Handelfmeter von Ginczek ausgleichen (55.). "Man hat gesehen, dass wir nach der Pause wieder fünf bis zehn Minuten hatten, in denen wir zu viel zugelassen haben – drei Freistöße in Strafraumnähe, aus denen dann auch der Elfmeter resultierte. Das ist etwas, was wir uns nicht erlauben können. Sehr erfreulich ist dagegen, dass unsere Mannschaft nach dem Ausgleich noch einmal zurückgekommen ist", kritisierte und lobte Todt zugleich.

Dochdieses Mal ließ sich der HSV nicht von einem Gegentor verunsichern und spielte weiter nach vorne. "Ich finde unsere Mannschaft hat es bravourös gemacht hat. Wie cool und wie geduldig sie dann die Chancen rausgespielt hat. Speziell dann auch noch mal nach dem 1:1, wo man hätte denken können, dass die Truppe jetzt unruhig wird. Aber die Jungs haben dann wirklich sauber den Plan umgesetzt und am Ende auch verdient gewonnen", analysierte Coach Gisdol.

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Diekmeier nimmt Torlos-Serie locker

Neben dem furiosen Offensiv-Quartett spielte sich auch Rechtsverteidiger Dennis Diekmeier in den Vordergrund. Nur selten zeigte der 29-jährige HSV-Veteran in dieser Saison seine Qualitäten im Angriff. Doch gegen den VfB hätte er eigentlich seine Torlos-Serie von 191 Spielen beenden müssen. In der 27. Minute wurde er mustergültig von Kostic bedient und scheiterte völlig freistehend aus elf Metern an Zieler. Doch den Humor hat Diekmeier noch nicht verloren. "Extrem ärgerlich, da hätte ich noch mehr Risiko nehmen müssen. Jetzt kriege ich halt wieder ein paar Sprüche, aber das Gute ist, dass ich dem Tor immer näher komme. Ich hätte gerne den tollen Abschluss von Fiete Arp. Ich freue mich einfach über unsere Teamleistung und über drei Punkte", scherzte Diekmeier. Auch wenn er selbst nicht traf, bereitete Diekmeier die Treffer von Kostic und Arp bärenstark vor.

Todt: "Kleiner Befreiungsschlag"

Es war am Samstag eine starke Teamleistung, auch wenn man im Hinterkopf behalten muss, dass der HSV lange Zeit in Überzahl spielte. "Das heute war ein kleiner Befreiungsschlag, trotzdem haben wir nach elf Spieltagen zu wenig Punkte", ordnete Sportdirektor Todt richtig ein. Die Hamburger gehen aber dank des Heimsieges mit neuem Rückenwind in die Länderspielpause. Am zwölften Spieltag gastieren die Hanseaten dann beim FC Schalke 04.

Aus Hamburg berichtet Alexander Barklage