Hamburg - Lewis Holtby wurde acht Minuten vor Schluss von Krämpfen geplagt und mit Standing Ovations der Hamburger Zuschauer ausgewechselt. Der 25-Jährige war ein Sinnbild für die beeindruckende Leistung des Hamburger SV beim 3:1-Heimsieg über Lieblingsgegner Borussia Dortmund. Mit bereits 18 Punkten auf der Habenseite haben die Rothosen bereits einen Zähler mehr geholt als in der gesamten Hinrunde 2014/15.

Holtby frohlockte nach der Partie gegen den Tabellenzweiten: "Wir waren einfach mal sehr effizient. Wir haben als Team sehr kompakt verteidigt und mit einer guten Mannschaftsleistung haben wir das Spiel gewonnen. Ich bin froh, wenn ich mich gleich in die Eistonne legen darf.“"

Lauffreudiger HSV vermiest Tuchel die Laune

Der HSV zeigte sich am Freitagabend wirklich von seiner besten Seite und ließ das Dortmunder Angriffsspiel überhaupt nicht zur Entfaltung kommen. Basis für den Erfolg war die hohe Laufbereitschaft der Rothosen. Die Hamburger liefen rund fünf Kilometer mehr als der Gast aus Dortmund. 117,3 Kilometern des HSV standen nur 112,1 des BVB gegenüber.

Dortmunds Trainer Thomas Tuchel gestand die Niederlage ein und wusste warum der BVB im ausverkauften Volksparkstadion am Freitagabend keine Chance hatte. "Wir haben die nötige Intensität vermissen lassen, um in der Bundesliga Spiele zu gewinnen. Diese Leistung habe ich nicht kommen sehen."

BVB absoluter Lieblingsgegner des HSV

Die Hanseaten beendeten mit dem erst zweiten Heimsieg der Saison die Dortmunder Serie von sieben Siegen am Stück. Der BVB scheint dem HSV zu liegen und kann nach dem gestrigen Erfolg getrost als neuer Hamburger Lieblingsgegner genannt werden. Nur eines der letzten zehn Heimspiele verloren die Rothosen gegen Dortmund. Aus den letzten sieben Vergleichen beider Teams verlor der HSV nur einmal.

"Ich freue mich immer, wenn es gegen den BVB geht. Es sind schwere Spiele, die Spaß machen. Sich mit so einer Top-Mannschaft zu messen und zu beweisen, dass wir sie schlagen können, das macht Bock. Außerdem liebe ich Freitagabend-Spiele bei Flutlicht. So ein Spiel gegen einen Topgegner und das vor ausverkauftem Haus, das ist meine persönliche Champions League", freute sich Hamburgs Keeper Rene Adler, der zusammen mit Holtby aus einer sehr homogenen Mannschaft herausragte.

HSV findet richtige Einstellung

Im Gegensatz zu den Dortmundern fanden die Hamburger die richtige Einstellung zum Spiel. Der HSV war perfekt von Trainer Bruno Labbadia eingestellt. "Wir sind top ins Spiel gekommen. Wir waren sofort da und haben aggressiv und hoch verteidigt. Durch diesen Druck haben wir haben den BVB nicht ins Spiel kommen lassen und uns belohnt, indem wir zwei Ballgewinne zu Toren genutzt haben", analysierte Labbadia messerscharf.

Der erste dieser beiden wichtige Ballgewinne endete mit einem Foul im Strafraum von Gästekeeper Roman Bürki an Ivo Ilicevic. Den fälligen Strafstoß hämmmerte Pierre-Michel Lasogga in die Maschen. Es war bereits das sechste Saisontor des HSV-Angreifers, der die eindrucksvolle Elfmeter-Statistik des HSV untermauerte. Die Hansesaten verwandelten 21 der letzten 22 Elfmeter in der Bundesliga, darunter die letzten zehn allesamt. Der einzige Fehlschuss im genannten Zeitraum war Rafael van der Vaarts Pfostentreffer am 26.09.2012 in Gladbach.

Aus Hamburg berichtet Alexander Barklage