Zusammenfassung

  • Der Hamburger SV muss schnell punkten, um den ersten Abstieg noch zu verhindern

  • Unter Trainer Korkut holte der VfB Stuttgart in sieben Spielen 17 Punkte

  • Das Hinspiel gewannen die Hamburger mit 3:1

Köln – Sieben Spieltage stehen für die Bundesliga-Teams noch auf dem Programm. Das heißt: 21 Zähler sind noch für jede Mannschaft zu vergeben. Unbedingt punkten muss dabei der Tabellenletzte Hamburger SV. Unter dem neuen Trainer Christian Titz gab es am vergangenen Wochenende eine 1:2-Heimniederlage gegen Hertha BSC. Am 28. Spieltag gastieren die Rothosen beim VfB Stuttgart. Die Schwaben sind für den HSV ein Vorbild, denn sie haben in den vergangenen sieben Spieltagen unter ihrem neuen Coach Tayfun Korkut sensationelle 17 Punkte geholt und sich somit aus dem Abstiegskampf verabschiedet.

Nur vier Punkte (20) Vorsprung hatten die auf Platz 14 rangierenden Schwaben, als Tayfun Korkut den VfB Stuttgart kurz vor dem 21. Spieltag übernahm, auf den Hamburger SV auf dem Relegationsrang (16). Nur sieben Spieltage später sieht die Tabellenkonstellation zwischen den beiden Vereinen völlig anders aus. Während der HSV nach dem letzten Spieltag sogar auf den letzten Tabellenplatz abrutschte, steht der VfB im gesicherten Mittelfeld auf Rang acht.

"Das ist eine ganz schwierige Situation. Aber der Glaube ist groß, dass wir etwas bewirken, wenn wir einmal gewinnen." HSV-Trainer Christian Titz

Die Verpflichtung von Tayfun Korkut erwies sich rückblickend für den VfB als Glücksgriff. Die Stuttgarter haben also gezeigt, dass man mit einer Serie sich aus dem Abstiegskampf herauskämpfen kann. Es besteht also noch Hoffnung für den Bundesliga-Dino, der noch sieben Spiele Zeit hat, sich vom Tabellenende zu lösen. Ausgerechnet am kommenden Samstag reisen die Hanseaten ins Schwabenland und wollen Trainer Korkut mit dem VfB die erste Niederlage beibringen. Sollte der HSV unter Titz in den letzten sieben Spielen ähnlich gut punkten, wie der VfB, ist der Klassenerhalt sogar noch realistisch.

Video: Vierkampf um den Klassenerhalt

Vielleicht kommt dem HSV der VfB Stuttgart gerade recht. Denn gegen kein anderes Team in der Bundesliga hat der Hamburger SV öfter gewonnen als gegen Stuttgart (44x). Außerdem gewann der HSV gegen kein anderes Team so oft nach einem 0:1-Rückstand wie gegen den VfB (8x). Auch das Hinspiel im Volksparkstadion sollte dem HSV Hoffnung geben. Am 4. November 2017 beendeten die Hamburger mit dem 3:1-Heimsieg über den VfB eine sieglose Serie von acht Spielen.

Dabei profitierten die Hamburger allerdings von einem frühen Platzverweis gegen den VfB. Nach nur 13 Minuten musste der junge Dzenis Burnic mit Gelb-Rot vom Platz. In diesem Spiel gab der HSV 21 Torschüsse ab - bisheriger Saisonrekord! Jann-Fiete Arp stand gegen den VfB zum ersten Mal von Beginn an auf dem Platz und erzielte das entscheidende 3:1. Außerdem war es der 500.Heimsieg für den HSV in der Bundesliga.

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Video: Herthas Doppelschlag gegen den HSV

HSV-Trainer Christian Titz will den Verein mit Ruhe und Gelassenheit vor dem Abstieg bewahren. "Ich für mich persönlich fühle keinen Druck. Ich lasse nicht so viel an mich  ran. Ich konzentriere mich auf die Aufgabe. Ich wusste, dass es keine einfache Aufgabe wird – ich kann auch die Tabelle lesen und sehe, wie groß der Abstand ist. Das ist eine ganz schwierige Situation. Aber der Glaube ist groß, dass wir etwas bewirken, wenn wir einmal gewinnen."

Auch Präsident Bernd Hoffmann hat den Klassenerhalt des Bundesliga-Tabellenletzten Hamburger SV fast schon abgeschrieben. "Wir werden alles dafür tun, das unmöglich Scheinende möglich zu machen. Aber es würde einem sportlichen Wunder gleichkommen", sagte der 55-Jährige.

Alexander Barklage