Nach einer Zitterpartie steht der Hamburger SV erstmals seit 26 Jahren wieder im Halbfinale eines europäischen Wettbewerbs. In einem dramatischen Viertelfinal-Rückspiel bei Manchester City konnten sich die Hanseaten sogar eine 1:2 (1:1)-Niederlage erlauben, um dank des 3:1-Hinspielsiegs weiter vom dritten internationalen Titel nach dem Landesmeister-Pokal 1983 und dem Pokalsieger-Cup 1977 träumen zu dürfen.

In der Vorschlussrunde (30. April und 7. Mai) trifft die Mannschaft von Trainer Martin Jol auf den Bundesliga-Nordrivalen Werder Bremen.

Eine Woche nach dem überzeugenden Heimerfolg gegen die "Citizens" musste der HSV trotz der frühen Führung durch Paolo Guerrero (12. Minute) lange um das Weiterkommen bangen. Ein schmeichelhafter Handelfmeter, den Elano verwandelte (16.), sowie ein Treffer von Felipe Caicedo (50.) gaben dem Tabellenelften der Premier League nochmals Hoffnung auf das Erreichen der nächsten Runde. Mit Glück und dank Torwart Frank Rost konnten sich die Norddeutschen in einer dramatischen Schlussphase behaupten. City-Kapitän Richard Dunne sah in der 75. Minute die Gelb-Rote Karte.

Guerrero trifft zur Führung

Wie schon im ersten Duell entwickelte sich zwischen beiden Teams von der ersten Minute an ein offener Schlagabtausch mit guten Tormöglichkeiten auf beiden Seiten. Die erste Großchance hatten dabei die Gastgeber, die in der 8. Minute plötzlich durch Micah Richards im Hamburger Strafraum auftauchten. Doch der Abwehrspieler verstoperte den Ball in aussichtsreicher Schussposition. Zwei Minuten später vergab Olic aus 13 Metern halbrechter Position auch die erste Chance der Gäste.

Besser machte es in der 12. Minute dann aber Guerrero. Nach einer Flanke von Jonathan Pitroipa, die Olic im Strafraum noch ablenkte, sprang der Ball genau vor die Füße von Guerrero, der sich die Einschusschance aus zehn Metern nicht nehmen ließ. Allerdings reagierten die "Citizens" sofort und kamen kurze Zeit später zum Ausgleich: Piotr Trochowski hatte den Ball im Strafraum unglücklich an die Hand bekommen, woraufhin der italienische Schiedsrichter Nicola Rizzoli auf Strafstoß entschied, den Elano verwandelte.

Aluminium und Rost retten den HSV

Kurz vor der Pause hätten die Gastgeber schon in Führung gehen können, doch ein fulminanter Freistoß von Elano aus 25 Metern traf nur die Querlatte des Hamburger Gehäuses. Nach dem Seitenwechsel ließ dann aber das 2:1 der Platzherren nicht lange auf sich warten: Fünf Minuten nach dem Wiederanpfiff leistete sich HSV-Verteidiger Michael Gravgaard einen folgenschweren Ausrutscher am eigenen Strafraum, den Caicedo nutzen konnte.

Nur vier Minuten später hatten die Gäste dann erneut Glück, als Elano mit einem weiteren Klasse-Freistoß den Pfosten traf. Danach stand vor allem Rost im Mittelpunkt der Partie und verhinderte gleich mehrmals das mögliche 3:1 der Engländer. Drei Mal musste der Keeper in höchster Not allein gegen City-Stürmer Robinho einschreiten (59./66./69.) - drei Mal behielt er die Oberhand.