Frankfurt am Main - Nach dem erfolgreichen Auftakt in der vergangenen Spielzeit zeichnet Europas Top-Liga mit dem jüngsten Altersdurchschnitt auch in der Saison 2017/18 die besten Nachwuchsstars mit dem "Bundesliga Rookie Award by TAG Heuer" aus. Die Kandidaten im Oktober:

Sébastien Haller (Eintracht Frankfurt)

Bereits im September war Sébastien Haller für den Rookie-Award nominiert. Der Frankfurter Neuzugang erweist sich als echter Glücksgriff für die Eintracht. Im Oktober waren seine Statistiken noch eindrucksvoller als im September. Der 23-jährige Franzose erzielte drei seiner vier Saisontore in der Bundesliga an den Spieltagen sieben bis zehn, nur der Augsburger Michael Gregoritsch war in diesem Zeitraum noch erfolgreicher (vier). Traf Haller, so brachten seine Tore immer Punkte – wie beim knappen 2:1-Sieg gegen Hannover 96 oder dem 2:2 gegen den BVB.

"Wenn er gesund bleibt, kann er eine große Karriere machen.“ Niko Kovac

Eine von Hallers Offensivqualitäten ist seine unglaubliche Effektivität. Für seine letzten drei Treffer benötigte der Frankfurter nur neun Torschüsse. Er traf also mit jedem dritten Torschuss. Neben der eiskalten Chancenverwertung fällt Haller als Stürmer auch durch seinen Einsatzwillen und Zweikampfstärke auf. Er bestritt in den letzten vier Duellen 141 Zweikämpfe - nur der Leipziger Poulsen hatte in diesem Zeitraum mehr (156). "Wenn er gesund bleibt, kann er eine große Karriere machen, gerade hier in der Bundesliga. Er ist ein Spieler, der nicht nur seine Tore schießt, sondern immer zwei Spieler auf seinen Schultern tragen kann. Und als Typ ist er überragend", lobt ihn sein Trainer Niko Kovac den Franzosen, der im Oktober sicherlich einer der auffälligsten Bundesliga-Angreifer war: Kaum ein Stürmer paart Fleiß und Effektivität so wie Haller.

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Ihlas Bebou (Hannover 96)

2013 wäre seine Karriere beinahe beendet gewesen: In der Sommervorbereitung zog sich Ihlas Bebou im Trikot von Fortuna Düsseldorf in einem Kopfballduell einen Schädelbruch und eine Rückenmarksverletzung zu, die aber glücklicherweise ohne neurologische Folgen blieb. Für den dribbelstarken Angreifer, der im Alter von elf Jahren mit seiner Familie aus seinem Geburtsland Togo nach Deutschland kam, war es letztlich nur eine Schrecksekunde auf dem Weg nach oben: Bebou, über den Garather SV und den VfB Hilden 03 zu Fortuna Düsseldorf gestoßen, avancierte nach dem Abstieg der Düsseldorfer zu einem wichtigen Faktor bei den Rheinländern. Bis zu seinem Wechsel nach Hannover Ende August standen für Bebou elf Tore und 15 Assists in 70 Zweitligaspielen zu Buche.

"Die Mannschaft hat mich toll aufgenommen und es mir sehr leicht gemacht" Ihlas Bebou

Trotz seines späten Wechsels nur wenige Tage vor Ende der Transferperiode brauchte der pfeilschnelle Außenstürmer keine Anpassungszeit. "Die Mannschaft hat mich toll aufgenommen und es mir sehr leicht gemacht", schwärmt Bebou über seine Teamkameraden. Bereits in seinem ersten Spiel von Beginn an zeigte Bebou erstmals seine Torgefährlichkeit und traf zuhause gegen den HSV zum 2:0-Endstand. Den endgültigen Durchbruch schaffte er am 10. Spieltag beim furiosen 4:2-Sieg über Borussia Dortmund. Er traf selbst zweimal und war der überragende Spieler seines Teams. "Man kann schon sagen, dass das mein bestes Spiel war, wenn man gegen so eine Top-Mannschaft zwei Tore schießt, ist das der Wahnsinn", gab der togolesische Nationalspieler nach der Partie preis. Bebou besticht neben seiner Torgefährlichkeit besonders durch seine Schnelligkeit und seine Tempodribblings. In dieser Saison dribbelte der 23-Jährige öfter einen Gegenspieler (23x) aus als etwas Arjen Robben (21x) oder Emil Forsberg (18x).

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Benjamin Pavard (VfB Stuttgart)

Benjamin Pavard wechselte bereits 2016 als 20-Jähriger vom OSC Lille zum VfB Stuttgart. Der 1,86 Meter große Abwehrspieler arbeitete sich schon in der 2. Bundesliga ins Team der Schwaben und brachte 2016/17 auf 21 Einsätze. Seit Mitte März ist der Franzose in der VfB-Defensive gesetzt. Die Umstellung auf die Bundesliga meisterte der spielstarke Rechtsfuß im Rekordtempo. Pavard verpasste für den VfB in dieser Spielzeit noch keine Sekunde und hat großen Anteil am starken Stuttgarter Start in die Saison. Dabei sticht vor allem seine Vielseitigkeit ins Auge. Pavard kam schon im defensiven Mittelfeld, als Außenverteidiger sowie als Innenverteidiger einer Dreier- oder Viererkette zum Einsatz. Im Heimspiel gegen den 1. FC Köln hakte er alle vier Positionen sogar innerhalb von 90 Minuten ab.

"Seine Gesamtentwicklung ist top" Hannes Wolf

Da ist es fast folgerichtig, dass sein Trainer ihn in den höchsten Tönen lobt: "Seine Gesamtentwicklung ist top. Er ist voll angekommen und zeigt die richtige Mischung aus spielerischem Ansatz und Konsequenz", so Hannes Wolf. Die Einschätzung des Trainers unterstreichen auch seine statistischen Daten. Kein anderer VfB-Spieler brachte es im Oktober auf so viele Ballbesitzphasen wie Pavard (349). Dabei landen nur neun Prozent seiner Pässe beim Gegner. Von den Innenverteidigern der Bundesliga liegt nur Pavards Vorbild Mats Hummels in beiden Kategorien vor dem VfB-Profi. Diese fantastische Entwicklung ist auch Didier Deschamps nicht entgangen. Der französische Nationaltrainer nominierte Pavard Anfang November erstmals für die Equipe Tricolore. Es ist die Belohnung für eine tolle Entwicklung, die der in seiner Stuttgarter Anfangszeit als "Bruder Leichtfuß" verschriene Pavard in einem Satz treffend zusammenfasst: "Ich bin zu einem Mann gereift."

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