Hamburg - In der 63. Minute kam Mladen Petric ins Spiel, 25 Minuten später zerstörte der kroatische Nationalspieler mit einem "Tor des Monats"-verdächtigen Hammer den Traum des FC St. Pauli vom Sieg im ersten Derby gegen den Hamburger SV am Millerntor.

Von einem Glücksschuss will der 29-Jährige nichts hören: "Es ist nicht das erste Tor, das ich so mache. Den Ball hab' ich einfach optimal getroffen. Da gab's nichts zu halten."

Immer 90 Minuten spielen"

Zufrieden war Petric trotz seines Traumtores dennoch nicht, denn "wir sind hierher gekommen, um drei Punkte mitzunehmen". Am Ende rettete er dem HSV einen Punkt und bewahrte den großen Favoriten vor einer Blamage beim kleinen Nachbarn.

Der geplatzte Wechsel zum VfB Stuttgart ist für Petric kein Thema. "Ich will Erfolge mit dem HSV feiern, und dafür gebe ich alles." Und das will er nicht nur in der Joker-Rolle tun: "Wer mich kennt, weiß, dass ich immer 90 Minuten spielen will."

bundesliga.de: Herr Petric, Glückwunsch zu ihrem Traumtor - ein Sonntagsschuss?

Mladen Petric: Von Glück kann keine Rede sein. Es ist nicht das erste Tor, das ich so mache. Es liegt vieles an der Schusstechnik, und man muss den Mut haben, einfach mal abzuziehen. Den Ball hab' ich einfach optimal getroffen. Da gab's nichts zu halten.

bundesliga.de: Sind Sie zufrieden mit dem 1:1?

Petric: Zufrieden bin ich mit dem Unentschieden nicht. Wir sind hierher gekommen, um drei Punkte mitzunehmen.

bundesliga.de: Woran lag es?

Petric: St. Pauli hat sehr kompakt gestanden, gut verteidigt und kaum Chancen zugelassen. Uns ist aber auch zu wenig eingefallen. Wir hätten bei unserer Klasse das Heft viel früher in die Hand nehmen müssen. Das ist uns erst in den letzten Minuten gelungen. Da hatten wir sogar noch die Chance zu gewinnen. Aber es war viel zu spät.

bundesliga.de: Wie beurteilen Sie insgesamt das Derby?

Petric: Die Stimmung war schon super. Und für die Fans ist das Unentschieden vielleicht nicht schlecht. So können Anhänger beider Mannschaften beruhigt zur Arbeit gehen, ohne den Spott der Kollegen über sich ergehen lassen zu müssen. Als Profis dürfen wir aber so nicht denken. Da zählen nur die Punkte. Insgesamt war es kein Spiel auf hohem Niveau.

bundesliga.de: Sie entwicklen sich zum Joker. Wenn Sie reinkommen, sind Sie sofort im Spiel und immer torgefährlich. Zufrieden mit der Rolle?

Petric: Nein, natürlich nicht. Wer mich kennt, weiß, dass ich immer 90 Minuten spielen will.

bundesliga.de: Ein Wechsel im Sommer hat ja nicht geklappt. Liebäugeln Sie jetzt mit einem Vereinswechsel in der Winterpause?

Petric: Die Frage stellt sich im Moment überhaupt nicht. Ich will Erfolge mit dem HSV feiern und dafür gebe ich alles. Ich versuche Gas zu geben und der Mannschaft zu helfen.

bundesliga.de: Zwei Siege zum Saisonauftakt und dann zwei Unentschieden gegen Mannschaften, die allgemein zu den Abstiegskandidaten gezählt werden. Wo steht der HSV derzeit?

Petric: Gegen Nürnberg haben wir viele Chancen gehabt, das Spiel frühzeitig zu entscheiden Das wurde dann bitter bestraft, aber wir haben gut gespielt, genau wie gegen Schalke und in Frankfurt. Ich meine, wir sind auf einem guten Weg. Am Mittwoch gegen Wolfsburg werden wir sicher wieder einen anderen HSV sehen und alles tun, damit die Punkte in Hamburg bleiben.

Das Gespräch führte Jürgen Blöhs