Nürnberg - Nach der 0:2-Niederlage gegen Borussia Dortmund äußert sich Nürnbergs Innenverteidiger Dominic Maroh (23) zur Lage beim "Club".

bundesliga.de: Herr Maroh, bis zur 23. Minute müssten Sie mit der Begegnung zufrieden gewesen sein, oder?

Dominic Maroh: Ja, und dann kam mal wieder diese Standardsituation. Bis dahin standen wir kompakt, haben die Zweikämpfe angenommen und haben überhaupt all das gemacht, was wir uns vorgenommen haben. Ich glaube, in der Phase haben wir es Dortmund auch ein Stück weit schwer gemacht

bundesliga.de: Dann kam der Freistoßpfiff...

Maroh: Genau, und Dortmund hat den dann auch sehr schnell ausgeführt.

bundesliga.de: War das das Problem?

Maroh: Schon, aber es darf natürlich trotzdem nicht passieren, dass ein Ball, der so lange in der Luft ist, bei uns im Tor landet. Bei Standards haben wir zur Zeit Probleme, das lässt sich einfach nicht wegdiskutieren. Wobei wir, wie gesagt, bis auf das Tor gut verteidigt haben. Erst danach kam Hektik im Spiel.

bundesliga.de: Wie waren Sie mit dem Spiel nach vorne zufrieden?

Maroh: In den letzten Spielen fehlten uns allen einfach die Erfolgserlebnisse. Vielleicht macht sich das gerade bei den jungen Spielern besonders bemerkbar, so dass das Selbstvertrauen fehlt, der letzte Wille, die Durchsetzungskraft, die man bei einer Mannschaft wie Dortmund einfach braucht, um erfolgreich zu sein.

bundesliga.de: Der Club hatte allerdings durchaus auch eigene Chancen.

Maroh: Sogar zwei, drei richtig gute, wo ich sage, da hätten wir das Tor machen müssen, mit einem bisschen mehr an Cleverness hätte das Spiel auch ganz anders ausgehen können.

bundesliga.de: Das war jetzt die vierte Niederlage in Folge.

Maroh: Der Trainer hat uns gewarnt, dass solche Phasen kommen werden. Trotzdem ist es bitter. Wir hatten ja so eine gute Ausgangslage und jetzt sind wir auf Platz 11. Das ist jetzt nicht leicht, der Trainer wird aber sicher die richtige Worte und Maßnahmen wählen.

bundesliga.de: Bitte noch ein Wort zu Dortmund - auch wenn es sicher so kurz nach dem Spiel nicht leicht fällt, überschwänglich zu gratulieren.

Maroh: Ach, das geht schon. Das ist eine selbstbewusste, ballsichere Mannschaft, die zu Recht da oben steht. Trotzdem: Wir haben ihnen in der ersten Hälfte den Spaß genommen. Aber die haben einen positiven Lauf, wir einen negativen. So einfach ist das scheinbar.

bundesliga.de: Lässt sich aus solch einer Niederlage dennoch Positives mitnehmen?

Maroh: Ja, zum Beispiel, dass wir auf jeden Fall gesehen haben, dass wir gegen jede Mannschaft der Liga bestehen könne. Mit mehr Selbstvertrauen hätten wir auch gegen Dortmund etwas reißen können.

bundesliga.de: Also war das heute kein Rückschlag im Abstiegskampf?

Maroh: Damit beschäftige ich mich jetzt nicht. Die Saison ist ja noch recht jung. Jetzt müssen wir bis Weihnachten noch ein paar Punkte holen und schauen, dass wir im Pokal weiterkommen. Dann war das trotz allem eine gute und erfolgreiche Hinrunde.

Das Gespräch führte Christoph Ruf