Bremen - Simon Kjaer hat sich gleich in seiner ersten Bundesliga-Saison durchgesetzt. Beim VfL Wolfsburg hat der 22-jährige Däne einen Stammplatz in der Innenverteidigung sicher. Beim 1:0-Erfolg in Bremen hielt er Top-Torjäger Claudio Pizarro in Schach.

"Wir müssen auf diesem Weg genau so weitermachen. Denn für diesen Erfolg haben wir in den vergangenen Wochen unter Trainer Felix Magath sehr hart gearbeitet. Und das zahlt sich jetzt aus", sagte Kjaer im bundesliga.de-Interview nach dem Schlusspfiff.

Kjaer blickt zudem auf die abschließenden "Endspiele" im Kampf um dem Klassenerhalt, die Veränderungen mit Magath und seine Erfahrungen in seiner Premieren-Saison.

bundesliga.de: Herr Kjaer, das 1:0 in Bremen war erst der achte Saisonsieg für Wolfsburg, aber sicherlich einer der wichtigsten Siege, oder?

Simon Kjaer: Der Sieg war extrem wichtig. Wir haben in Bremen aber nicht den besten Fußball gezeigt. Wir hätten in der einen oder anderen Situation die Ruhe bewahren und den Gegner einfach laufen lassen sollen. Wir wollten einfach zu viel. Es war aber schön anzusehen, wie jeder für den anderen mitgearbeitet hat und gelaufen ist. Wir haben gekämpft und alles gegeben.

bundesliga.de: War der "Dreier" denn auch verdient?

Kjaer: Wenn man sich die Chancenverteilung anschaut, war der Sieg vielleicht nicht unbedingt verdient. Aber so ist der Fußball manchmal. Gegen Frankfurt spielen wir auch nur 1:1, obwohl wir die Partie eigentlich deutlich hätten gewinnen müssen.

bundesliga.de: Der VfL hat zum ersten Mal seit September 2010 wieder zwei Spiele in Folge gewonnen. Wie fühlt sich das an?

Kjaer: Das ist ein wunderbares Gefühl. Unser Selbstbewusstsein steigt damit ungemein - auf 200 Prozent, wenn man das so sagen kann. Wir müssen auf diesem Weg genau so weitermachen. Denn für diesen Erfolg haben wir in den vergangenen Wochen unter Trainer Felix Magath sehr hart gearbeitet. Und das zahlt sich jetzt aus. Wir können zum Ende immer noch einmal zulegen.

bundesliga.de: Was hat sich unter Felix Magath geändert?

Kjaer: Er arbeitet einfach ungemein hart mit uns. Felix Magath bringt einen einfach dazu, immer zu laufen. Er verlangt uns unheimlich viel ab. Aber dadurch wird unser Verstand auch geschärft und wir haben wieder diese gewisse Siegermentalität. Und das ist gerade in der jetzigen Situation sehr wichtig.

bundesliga.de: Ist das Spiel gegen Kaiserslautern nach dem Erfolg in Bremen immer noch ein Finale?

Kjaer: Auf jeden Fall. Die beiden letzten Spiele sind für uns Endspiele. Aber mit der kleinen Siegesserie im Rücken haben wir das nötige Selbstvertrauen, um auch gegen Kaiserslautern zu gewinnen.

bundesliga.de: Und hält Wolfsburg die Klasse?

Kjaer: Wie schon gesagt, wir haben jetzt zwei Endspiele. Aber unsere Chancen stehen gut. Ich glaube, dass wir im Vergleich zu den anderen Teams im Kampf gegen den Abstieg einfach mehr Qualität im Kader besitzen. Aber wir müssen hochkonzentriert sein.

bundesliga.de: Für Sie neigt sich Ihre erste Bundesliga-Saison dem Ende zu. Was nehmen Sie aus diesem Jahr mit?

Kjaer: Ich habe sehr viel gelernt. In der Bundesliga hat man in jedem Spiel Zweikämpfe am laufenden Band. Daran musste ich mich erst gewöhnen. In Italien war immer ein Mitspieler in der Nähe, der mir den Rücken freigehalten halt. Insgesamt ist der Fußball in Deutschland physisch auch viel ausgeprägter. Es geht immer rauf und runter.

Das Gespräch führte Michael Reis