Sinsheim - 1899 Hoffenheim hat zwar geführt, am Ende mussten die Kraichgauer aber doch am 32. Spieltag eine 1:2-Niederlage gegen den VfB Stuttgart hinnehmen.

Nach der Niederlage gegen die Schwaben äußert sich 1899-Mittelfeldspieler Sebastian Rudy. Der stärkste Spieler seiner Mannschaft ist enttäuscht über das Ergebnis, kann dem Spiel seiner Mannschaft aber viel Positives abgewinnen.

Frage: Herr Rudy, war das für Sie ein besonderes Spiel - als ehemaliger Stuttgarter?

Sebastian Rudy: Es war natürlich schön, die alten Kollegen wiederzusehen. Aber ich hätte gerne gewonnen.

Frage: Mit wem haben Sie das Trikot getauscht?

Rudy: Mit Christian Träsch, meinem alten Kumpel.

Frage: Wie fällt Ihr Fazit der Partie aus?

Rudy: Wir haben uns besser präsentiert als gegen Leverkusen, haben die erste Halbzeit klar dominiert und sind verdient in Führung gegangen. Dann hatten wir nach der Halbzeit eine gute Chance zum 2:0, haben die aber leider nicht genutzt.

Frage: Stattdessen erzielte der VfB zwei Tore.

Rudy: Ja, und das ist natürlich sehr ärgerlich.

Frage: Ihre Mannschaft ist zwei Mal klassisch ausgekontert worden, obwohl sie im eigenen Stadion 1:0 geführt hat. Liegt das an der Unerfahrenheit der doch noch recht jungen Mannschaft?

Rudy: Das würde ich jetzt nicht sagen. Stuttgart hat eben eine hohe Klasse, da darf man sich nicht vom Tabellenstand täuschen lassen.

Frage: Mit Ihrer persönlichen Leistung sind Sie aber zufrieden? Viele Beobachter sprechen von ihrer besten Saisonleistung.

Rudy: Das kann ich selbst vielleicht gar nicht so beurteilen, aber ich bin nicht unzufrieden.

Frage: Hatten Sie den Eindruck, dass die Mannschaft am Schluss alles getan hat, um das Spiel noch unbedingt zu drehen?

Rudy: Ja, natürlich. Es ging ja auch noch ein Freistoß von uns an den Innenpfosten, das wäre dann der Ausgleich gewesen - und alles wäre wieder offen gewesen. Das war schon ein unglücklicher Spielverlauf.

Frage: Was schmerzt mehr: Die Niederlage an sich, oder die Art und Weise ihres Zustandekommens?

Rudy: Das ist schwer zu sagen, wir wollen schließlich jedes Spiel gewinnen, das steht fest. Wir haben aber in der zweiten Halbzeit nicht das abgerufen, was wir in der ersten Hälfte demonstriert haben.

Frage: Es verfolgt die Hoffenheimer ja ein bisschen, dass die zweite Halbzeit von Einbrüchen gekennzeichnet ist. Haben Sie eine Erklärung dafür?

Rudy: Ich kann nur darauf hinweisen, dass wir eine junge Mannschaft haben. Ich finde auch, dass wir uns insgesamt heute gut verkauft haben.

Frage: Gegen Ende schwanden aber doch ein wenig die Kräfte. Ist das auch ein physisches Problem?

Rudy: Ich denke nicht. Nein, das würde ich nicht sagen.

Frage: Wie fällt bislang Ihr Fazit des bisherigen Saisonverlaufs aus?

Rudy: Wir haben unser Minimalziel erreicht und haben 40 Punkte auf dem Konto.

Frage: Gott sei Dank, denn anderenfalls wäre 1899 bei den Ergebnissen der Konkurrenz noch einmal in den Abstiegsstrudel geraten.

Rudy: Aber darüber brauchen wir uns jetzt keine Gedanken zu machen. Wie versuchen jetzt natürlich, die nächsten beiden Spiele zu gewinnen. Dann sieht alles noch besser aus. Und es ist auch ein Signal für die kommende Saison.

Aufgezeichnet von Christoph Ruf