Köln - Nach dem nie gefährdeten 2:0-Heimsieg gegen Schalke 04 hat der 1. FC Köln den Klassenerhalt definitiv geschafft. Zwei Runden vor Saisonende haben die Domstädter nun Planungssicherheit für die neue Spielzeit.

Gegen die enttäuschenden Knappen baute der FC seine Heimserie auf nun neun Spiele ohne Niederlage aus. Den Sieg machten Marcel Risse und Yannick Gerhardt mit ihren Toren perfekt. Letzterer spricht im Interview über die große Erleichterung, seinen ersten Bundesliga-Treffer und seine Ziele.

"Habe die Freude meiner Mitspieler gespürt"

bundesliga.de:Yannick Gerhardt, Glückwunsch zum Sieg, zum Klassenerhalt und zu Ihrem ersten Bundesliga-Tor. Wie groß ist die Erleichterung bei Ihnen persönlich?

Yannick Gerhardt: Die Saison lief für mich persönlich ja nicht immer so gut. Ich hatte mehrere Rückschläge sowohl sportlich als auch durch die Krankheit (das Pfeiffersche Drüsenfieber, die Red.). Dass ich jetzt noch einmal so zurückgekommen bin und dann auch nach das Tor zum Klassenerhalt schießen konnte, war ein Highlight.

bundesliga.de: Die Fans waren genauso erleichtert darüber, dass der FC den Klassenerhalt nun auch rechnerisch perfekt machen konnte. Wie sah es in der Mannschaft aus?

Gerhardt: Wir wollten große Ziel so früh wie möglich klarmachen. Wir wussten, dass wir nur noch ein paar Punkte brauchen. Aber mit dem Sieg waren wir jetzt sicher durch. Man hat von Anfang an gesehen, dass wir das Spiel unbedingt gewinnen wollten.

bundesliga.de: Nach Ihrem Tor ist die ganze Mannschaft zu Ihnen gelaufen und hat sich mit Ihnen gefreut. Welche Gefühle hat das in Ihnen ausgelöst?

Gerhardt: Es war ein sehr schöner Moment, den ich mit meinen Mannschaftskollegen gefeiert haben. Ich habe auf jeden Fall die Freude meiner Mitspieler bei meinem Tor gespürt.

bundesliga.de: Apropos feiern. Müssen Sie jetzt einen ausgeben?

Gerhardt: Kevin Vogt meinte, dass ich jetzt nach meinem ersten Tor meinen Einstand geben muss. Das mache ich dann gerne.

bundesliga.de: Nach dem Abpfiff haben Sie Ihr Trikot ganz gezielt ins Publikum geworfen. Wer hat es denn bekommen?

Gerhardt: Vor unserem Abschlusstraining kam ein Mädchen zu mir und fragte mich, ob sie das Trikot bekommen könnte, weil sie mich schon über die ganze Saison unterstützt hat. Da habe ich ihr gerne die Freude gemacht.

"Haben verdient den Klassenerhalt gefeiert"

bundesliga.de: Jörg Schmadtke hat vor der Saison ein kleines Kultvideo für den FC gedreht, in dem er immer wieder mahnte: "Ruhig, ganz ruhig." War das so ein bisschen das Motto der Saison, sich nur auf das Wesentliche zu konzentrieren und alle eventuellen Nebengeräusche auszublenden?

Gerhardt: Wir hatten vor der Saison das große Ziel, dass wir den Klassenerhalt schaffen müssen. Dass es dabei auch einmal Rückschläge geben kann, war auch klar. Aber die Mannschaft hat sich nie verunsichern lassen, auch nach mehreren Niederlagen in Folge nicht. Wir sind dann auch gegen große Teams mit Siegen zurückgekommen. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft und darauf, wie wir unser Ziel verfolgt und den Faden nie verloren haben. Wir haben verdient den Klassenerhalt gefeiert.

bundesliga.de: So viele Rückschläge gab es ja eigentlich gar nicht. In der Rückrunde hat der 1. FC Köln sogar weniger Niederlagen kassiert als Bayern München.

Gerhardt: Das hört sich gut an. Aber in der Hinrunde wurde es nach drei Niederlagen einmal etwas unruhiger. Wir haben kühlen Kopf bewahrt und sind dann auch immer wieder mit einem Sieg zurückgekommen.

bundesliga.de: Wie bestreitet man jetzt die letzten beiden Spiele, nachdem der Druck etwas raus ist?

Gerhardt: Den ganz großen Druck haben wir zwar nicht mehr, aber punktemäßig können wir noch etwas gutmachen und für die Fans noch ein paar Siege einfahren. Und im letzten Spiel können wir dann auch wieder vor ausverkauftem Stadion und vollem Fanblock spielen. Dann wollen wir einen schönen Abschluss haben.

bundesliga.de: Rechnen Sie sich persönlich noch Chancen aus, für die U21-Europameisterschaft nominiert zu werden?

Gerhardt: Für die U21 wird es wohl knapp, der Kader dürfte mehr oder weniger schon feststehen. Aber es ist natürlich mein Ziel, dass ich irgendwann einmal für die U21 eingeladen werde. Wenn es jetzt noch nicht klappt, werde ich in der neuen Saison Gas geben.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski