München - Es war eine emotionale Rückkehr - aber auch eine erfolgreiche. Sven Bender, von 2002 bis 2009 beim TSV 1860 München aktiv, sicherte sich mit Borussia Dortmund mit einem 2:0-Sieg nach Verlängerung das Ticket für das Achtelfinale im DFB-Pokal. Bei seiner Auswechslung gab es in der Allianz Arena Standing Ovations - von allen 71.000 Fans.

Der Sechser machte Platz für Jonas Hofmann, als der BVB die drohende Verlängerung noch abwenden wollte. Die Löwen mit ihrer ultra-defensiven Spielweise "machten uns das Leben schwer", wie Bender nach der Partie analysierte.

Den Moment der Auswechslung bezeichnete er als "etwas Außergewöhnliches. Von beiden Fan-Lagern beklatscht zu werden, passiert einem nicht alle Tage." Außerdem spricht der Mittelfeldspieler über die englischen Wochen - für die die Borussia einige Körner gelassen hat. Wegen der vielen vergebenen Chancen (40:2 Torschüsse) haben sich die Dortmunder dies laut Bender aber "selbst eingebrockt".

Frage: Herr Bender, für Sie war es ja ein besonderes Match. Wie ging es ihnen bei Ihrer Rückkehr?

Sven Bender: Es war cool - mein erstes Pflichtspiel gegen 1860. Und das bei dieser Atmosphäre.

Frage: Das ganze Stadion hat Sie bei Ihrer Auswechslung gefeiert.

Bender: Das ist etwas ganz Tolles, Außergewöhnliches gewesen. Von beiden Fan-Lagern beklatscht zu werden, passiert einem nicht alle Tage. Mein Respekt an die Löwen-Fans, das habe ich genossen. Das zeigt, was für tolle Fans wir in Dortmund haben, und auch was für tolle Fans die Löwen haben. Dass die mich nicht vergessen haben, bedeutet mir schon viel.

Frage: Haben Sie so ein Bollwerk der Löwen erwartet?

Bender: Dass sie so defensiv agieren würden, war fast klar. Dass sie es dann über die volle Spielzeit so durchziehen - das ist eben der Pokal. Sie haben es auf jeden Fall sehr gut gemacht, haben uns das Leben schwer gemacht. Trotzdem hatten wir die eine oder andere Möglichkeit, die wir eigentlich hätten nutzen müssen. Dann wäre das Spiel früher entschieden gewesen. So haben wir es uns selber eingebrockt, dass wir in die Verlängerung müssen.

Frage: 2:40 Torschüsse, vier Mal Aluminium. Wieso wollte die Kugel nicht rein?

Bender: Man kann jetzt alle Statistiken aufzählen. Aber wichtig ist, dass wir weiter sind. Über das wie spricht danach keiner mehr. Wir haben gewonnen und unser Ziel hier erreicht.

Frage: Haben Sie in 120 Minuten unnötig Körner gelassen für die kommenden Aufgaben?

Bender: Bei den ganzen englischen Wochen, die jetzt kommen, hätten wir das natürlich vermeiden wollen. Aber jetzt haben wir ja einen Tag länger Zeit, als vor diesem Spiel. Am Samstag gegen Freiburg geht s schon wieder weiter.

Aus München berichtet Christoph Gschoßmann