Hannover - Als Lucien Favre nach dem 1:3 beim Abstiegskonkurrenten FC St. Pauli seinen Job beim abgeschlagenen Tabellenletzten Borussia Mönchengladbach antrat, setzte niemand auch nur einen Pfifferling auf den Klassenerhalt des fünfmaligen Deutschen Meisters. Sieben Punkte Abstand zum 1. FC Kaiserslautern auf Relegationsplatz 16 hatten die "Fohlen" damals.

Nur 16 Punkte standen nach 22 Spieltagen auf der Habenseite, im eigenen Stadion gab es für die Fans nicht einen "Dreier" zu bejubeln. Den holte der Schweizer bei seiner Premiere mit einem 2:1 über Schalke 04. Seither verdoppelte die Borussia in 10 Spielen unter Favre die Punktzahl und gab mit dem 1:0 über Borussia Dortmund nach 19 Spieltagen auf Rang 18 die Rote Laterne an den FC St. Pauli weiter.

Am Samstag legten die "Fohlen" nach und feierten ebenfalls einen 1:0 beim Champions-League-Aspiranten Hannover 96. Erstmals in der Saison holten die Rheinländer zwei Siege in Folge. "Ich habe vor dem Spiel gesagt, wir müssen die letzten drei Spiele gewinnen. Den ersten Schritt haben wir getan. Wir werden alles geben, um auch die letzten beiden zu gewinnen", hat Martin Stranzl im Gespräch mit bundesliga.de den Klassenerhalt noch nicht abgeschrieben. Zwei Punkte fehlen auf Eintracht Frankfurt auf Rang 16.

bundesliga.de: Herr Stranzl, wie beurteilen Sie die Partie?

Martin Stranzl: Wir haben kaum Chancen zugelassen, und ich bin der Meinung, dass der Sieg verdient war.

bundesliga.de: Hannover konnte in der Tat kaum sein gefährliches blitzschnelles Konterspiel aufziehen. Wie hat Trainer Lucien Favre die Mannschaft eingestellt?

Stranzl: Er bereitet uns auf jeden Gegner hervorragend vor. Wir haben in der Woche vor dem Hannover-Spiel trainiert, einfache Ballverluste zu vermeiden, lieber mal auf Nummer sicher gehen. So haben wir vermieden, in die blitzschnellen Konter zu laufen. Und wenn doch ein Ballverlust da war, haben wir sofort nachgesetzt und den Gegner gestört.

bundesliga.de: Siege gegen den Deutschen Meister Borussia Dortmund und heute gegen den Tabellen-Dritten. Sollte die Borussia nur noch gegen die Top-Klubs spielen?

Stranzl (lacht): Nein. Man muss natürlich jeden Gegner nehmen und mit ihm klarkommen.

bundesliga.de: Erstmals in der Saison zwei Siege in Folge. Warum kommt die Borussia erst so spät in Form?

Stranzl: Wir waren immer stark genug, um in der Liga mitzuhalten und hätten in der Tabelle viel weiter vorn stehen können. Leider hatten wir auch viel Verletzungspech. Das hat uns immer wieder aus dem Rhythmus geworfen.

bundesliga.de: Glauben Sie, dass die Borussia die Klasse halten wird?

Stranzl: Ich habe vor dem Spiel gesagt, wir müssen die letzten drei Spiele gewinnen. Den ersten Schritt haben wir getan. Wir werden alles geben, um auch die letzten beiden zu gewinnen. Jetzt konzentrieren wir uns auf das Spiel gegen Freiburg.

Das Gesräch führte Jürgen Blöhs