Mit seinen 20 Jahren strahlt Stefan Reinartz im Mittelfeld von Bayer Leverkusen schon eine gehörige Portion Sicherheit und Selbstbewusstsein aus. Als Vertreter des verletzten Kapitäns Simon Rolfes auf der "Sechser"-Position trägt er seinen Teil zum Leverkusener Höhenflug bei.

Im Interview mit bundesliga.de spricht Reinartz über seine Leistung beim 1:1 gegen den FC Bayern München und die neue mentale Stärke des Spitzenreiters.

Außerdem verrät er, welche Ambitionen Bayer in dieser Saison hegt und wer für ihn die härtesten Konkurrenten im Titelrennen sind.

bundesliga.de: Herr Reinartz, darf man Ihnen zu einem Punktgewinn beim aktuell Tabellensiebten gratulieren?

Stefan Reinartz: Naja, wenn man sagen würde, wir hätten zwei Zähler liegen gelassen, wäre das vielleicht ein bisschen zu selbstbewusst. Wir haben immerhin beim FC Bayern gespielt. Insgesamt geht das 1:1 in Ordnung, denke ich.

bundesliga.de: Sie standen zum dritten Mal in Folge in der Startelf. Wie bewerten Sie Ihre eigene Leistung?

Reinartz: Es war heute natürlich schwer bei diesen guten Gegenspielern. Ich habe noch nie auf so hohem Niveau gespielt. Ich denke, dafür war es ganz okay, aber sicher ist noch Luft nach oben da.

bundesliga.de: Nach der Verletzung von Simon Rolfes haben Sie Ihre Chance beim Schopf gepackt und sind jetzt gesetzt. Was passiert, wenn der Kapitän wieder zurück kommt?

Reinartz: Darüber mache ich mir im Moment überhaupt keine Gedanken. Es dauert ja auch noch ein Weilchen, bis Simon wieder einsatzfähig ist. So lange versuche ich, ihn gut zu vertreten und beschäftige mich nicht damit, ob ich wieder ins zweite Glied rücken könnte.

bundesliga.de: Ihr Trainer Jupp Heynckes kennt den FC Bayern aus der vergangenen Saison noch sehr gut. Wie hat er Sie auf dieses Spiel vorbereitet?

Reinartz: Er hat uns gesagt, dass wir die Bayern nicht stark werden lassen dürfen. Wir wussten, dass sie derzeit ein paar Probleme haben. Da darf man sie nicht aufkommen und sie Selbstvertrauen fassen lassen, denn sonst wird es gegen München ganz schwer. Teilweise ist uns das auch ganz gut gelungen.

bundesliga.de: Leverkusen lag gegen Bayern zum vierten Mal in dieser Saison zurück und verließ nie als Verlierer den Platz. Woher kommt diese mentale Stärke?

Reinartz: Zunächst mal sollte man sich von einem 0:1 nicht verrückt machen lassen. Zudem wissen wir, wie stark wir sind und dass wir jederzeit einen Rückstand aufholen können.

bundesliga.de: Vor Weihnachten spielen Sie noch gegen Stuttgart, Hannover, Hertha und Gladbach, die allesamt in der unteren Tabellenhälfte stehen. Ist die Herbstmeisterschaft da nicht ein reelles Ziel?

Reinartz: Ich habe noch nichts davon gehört, dass die Herbstmeisterschaft bei uns als Ziel ausgegeben wurde. Gerade die Aufgaben gegen Berlin und Stuttgart werden sehr schwer, weil beide angeschlagen und daher schwer auszurechnen sind. Aber klar, diese Gegner müssen wir bei unserem Anspruch schon schlagen, keine Frage.

bundesliga.de: Bayer Leverkusen ist durch das Remis in München wieder Tabellenführer. Wen schätzen Sie als schärfste Konkurrenten im Kampf um die Spitze ein?

Reinartz: Derzeit liegen ja alle noch dicht beisammen. Bremen schätze ich in dieser Saison sehr stark ein. Auch Hamburg und Bayern würde ich zum engsten Favoritenkreis zählen. Hoffenheim könnte für eine Überraschung sorgen.

Aus der Allianz Arena berichtet Denis Huber