Kaiserslautern - Der 1. FC Kaiserslautern bringt den SV Werder Bremen an den Rand einer Niederlage, schafft es aber beim 0:0 wieder einmal nicht, das entscheidende Tor zu schießen.

Es wäre die Geschichte des Spiels gewesen, hätte Jakub Swierczok in allerletzter Minute den Ball nur ein paar Zentimeter weiter nach rechts und ins Tor der Bremer geschossen. So aber blieb es beim 0:0 und Swierczok, in der Winterpause vom polnischen Zweitligisten Polonia Bytom gekommen, blieb die Heldenrolle bei seinem Bundesligadebüt versagt.

Torflaute hält an

Der FCK hat wieder einmal einen riesigen Aufwand betrieben, am Ende aber wie so oft die Ernte nicht eingefahren. Nur 13 Tore in 18 Spielen - die Abschlussschwäche besteht weiter. Swierczok deutete bei einigen Aktionen immerhin an, ein brauchbarer Stürmer zu sein. FCK-Trainer Marco Kurz bescheinigte dem 19 Jahre jungen Talent, "bereits eine vollwertige Alternative" zu sein.

Das konnten zwei andere Neuzugänge in Lauterns Offensive noch nicht nachweisen. Der 21-jährige Nicolai Jörgensen, von Bayer Leverkusen verpflichtet, wirkte nach seiner Einwechslung für Fortounis in der 63. Minute noch zu sehr wie ein Jugendspieler, und Sandro Wagner saß gegen seinen ehemaligen Klub noch als Zuschauer auf der Tribüne. Doch gerade vom 24 Jahre alten Wagner, der einst mit Mitspielern wie Mesut Özil und Manuel Neuer U 21- Europameister wurde, erhoffen sie sich in der Pfalz die nötigen Tore zum Klassenerhalt.

"Quäntchen Glück hat gefehlt"

Gegen Bremen stand neben starken Paraden des Werder-Torwarts Tim Wiese auch je einmal Pfosten und Latte einem FCK-Tor im Weg. Dennoch fand Trainer Marko Kurz die Leistung seiner Spieler gut: "Man hat gesehen, dass die Mannschaft gewillt war, das Spiel zu gewinnen. Heute hat das Quäntchen Glück gefehlt." Gegenüber der letzten Vorstellung vor der Winterpause beim Pokal-Aus bei Hertha BSC Berlin durfte Kurz eine "klare Leistungssteigerung" konstatieren.

Mutig war auch die Aufstellung des Trainers, der in Swierczok und Kouemaha zwei Stürmer und in Sahan und Fortounis zwei Offensivkräfte auf den Außenbahnen aufgeboten hatte. "Wir müssen nachhaltig weiterarbeiten, dann gelingen auch wieder Siege", glaubt Kurz nach dem bereits achten Unentschieden.

Simunek feiert gelungenes Comeback

Ein Garant auf dem Weg zum Klassenerhalt könnte Jan Simunek werden. Nach langer Leidenszeit wegen einer komplizierten Leistenverletzung feierte der Tscheche, der im Sommer 2010 vom VfL Wolfsburg in die Pfalz gewechselt war, sein Ligadebüt für die Lauterer.

Der 24-Jährige bot eine starke Leistung und könnte eine feste Konstante in der Innenverteidigung des FCK werden. "Jan hat sich heute belohnt", freute sich Trainer Marco Kurz über das gelungene Comeback des tschechischen Nationalspielers, der 2009 mit dem VfL Wolfsburg Deutscher Meister wurde.

"Eine Verlängerung hätte ich nicht mehr geschafft", sagte Simunek nach dem Abpfiff zwar ziemlich ausgepowert, aber überglücklich, dass er verletzungsfrei durch die kampfbetonte Partie gekommen war. "Ich brauche noch ein paar Spiele, dann wird es noch besser", versprach Simunek, der im Kampf um den Klassenerhalt tatsächlich ein Trumpf in den Karten des 1. FC Kaiserslautern werden könnte.

Tobias Schächter