München - Raul ist in Spanien eine lebende Fußball-Legende. Welchen Stellenwert er auf der iberischen Halbinsel genießt, wurde schon beim abschließenden Gruppenspiel in der Champions League bei Benfica Lissabon deutlich. Viele Spanier reisten in die portugiesische Hauptstadt, um ihr Idol spielen und siegen zu sehen.

Im Achtelfinal-Hinspiel in Valencia läuft Raul nun zwar in Königsblau auf, die Sympathien vieler spanischen Fans dürften ihm aber gewiss sein - auch wenn der Super-Torjäger den Hausherren im Trikot von Real Madrid in der Vergangenheit schon oft das Fürchten gelehrt hat.

"Mit Real habe ich ja sogar ein Champions-League-Finale gegen Valencia gespielt. Dieses Endspiel im Jahr 2000 haben wir mit 3:0 gewonnen und mir ist dabei auch ein Tor gelungen", erinnert sich Raul im "Bundesliga-Magazin".

Frage: Am Dienstag kommt es in der Champions League zum Duell mit dem FC Valencia. Das ist doch sicherlich etwas Besonderes für Sie?

Raul: Auf jeden Fall. Der Rückkehr in meine Heimat sehe ich mit besonderer Vorfreude entgegen.

Frage: Und es gibt bei Ihnen mindestens eine besonders gute Erfahrung aus Ihren vielen Spielen gegen Valencia.

Raul: Aber ja. Mit Real habe ich ja sogar ein Champions-League-Finale gegen Valencia gespielt. Dieses Endspiel im Jahr 2000 haben wir mit 3:0 gewonnen und mir ist dabei auch ein Tor gelungen. An so etwas erinnere ich mich immer gerne.

Frage: Wie sehen Sie die Chancen für ein Weiterkommen des FC Schalke 04?

Raul: Da bin ich sehr optimistisch. Valencia gehört zwar in Spanien zu den großen Clubs, in den vergangenen zehn Jahren ist immer die Qualifikation zur Champions League gelungen. Aber ich denke, wir haben sehr gute Chancen, das Viertelfinale zu erreichen. In der Gruppenphase hat unsere Mannschaft schon gezeigt, zu welchen Leistungen sie fähig ist. Außerdem haben wir den Vorteil, dass das Rückspiel in der Veltins-Arena stattfindet. Unsere Fans sind in solchen Spielen ein ganz wichtiger Faktor.

Frage: Sie sind - neben Ruud van Nistelrooy, Franck Ribery und Arjen Robben - ein Beispiel dafür, dass die Bundesliga auch für internationale Topstars immer attraktiver wird. Ist diese Einschätzung richtig?

Raul: Ich glaube schon. Die Bundesliga braucht sich vor keiner Liga in der Welt zu verstecken. Das Leistungsniveau ist sehr hoch, und bei der gesamten Infrastruktur - vor allem was die Stadien betrifft - steht Deutschland ganz weit oben.

Frage: Wie haben Sie den weiteren Verlauf der Bundesliga-Saison vor Augen - für Ihren Club und auch für Sie persönlich?

Raul: Da bin ich Realist. Der Zug nach ganz oben ist wohl abgefahren. Momentan stehen wir im Tabellenmittelfeld, aber ich bin fest davon überzeugt, dass wir Platz 5 noch erreichen können. Das wird zwar schwierig, ist aber nicht unmöglich.