Piotr Trochowski hat langsam genug. Immer dieselben Fragen. Immer wieder Rafael van der Vaart. Es reicht.

Nicht dass er etwas gegen den Niederländer hätte. "Er hat viel für den Verein getan", sagt Trochowski.

Aber van der Vaart ist nun mal umgezogen in die spanische Hauptstadt und kickt nun im Santiago Bernabeu für Real Madrid. Es muss ohne ihn gehen.

Trochowski als Dreh- und Angelpunkt

Und tatsächlich, Hamburg zeigte gegen die Bayern (2:2) am vergangenen Freitag gute Ansätze im Mittelfeld, speziell Trochowski war sehr präsent und immer gefährlich.

"Wir können selbstbewusst in die Zukunft schauen, auch ohne Rafael van der Vaart", befand der Nationalspieler hinterher.

Kapitän David Jarolim pflichtete bei: "Wir dürfen Rafa nicht hinterher weinen. Er ist weg. Und wir haben gesehen: Es geht auch ohne ihn."

Beiersdorfer zufrieden

Natürlich, es war nur ein erster Eindruck, der sich erst mal verfestigen muss. Aber immerhin darf der erste Auftritt des Hamburger Mittelfelds in der Ära nach van der Vaart den Verantwortlichen des Klubs Hoffnung machen, dass es auch ohne den smarten Niederländer geht.

"Wir haben uns von der Spielanlage her sehr gut präsentiert. Das gibt uns Selbstvertrauen für die nächsten Aufgaben", urteilte Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer im Gespräch mit bundesliga.de.

Aber Beiersdorfer sagte auch: "Es war nur ein Spiel, wir müssen sehen, dass wir das jeden Spieltag gut hinbekommen. Aber für das erste Spiel war das schon ganz anständig."

Der neue Marcelinho heißt Misimovic

Der VfL Wolfsburg hat ein ähnliches Problem zu bewältigen. Auch hier hat sich das Herzstück der Mannschaft verabschiedet. Spielgestalter Marcelinho (33) zog es nach sieben Jahren in Deutschland zurück in seine Heimat Brasilien.

Der neue Marcelinho in Wolfsburg heißt jetzt Zvjezdan Misimovic.

"Ich habe Misimovic bewusst gekauft, weil es schon im Frühjahr Anfragen für Marcelinho gab. Für mich war das eine logische Verpflichtung, für diese Position einen jüngeren Mann zu holen", sagte Trainer Felix Magath am Sonntag im "DSF-Doppelpass".

"Das wird sich finden"

Gegen Köln konnte der 26-jährige Bosnier die Rolle zwar noch nicht vollends ausfüllen, erzielte aber immerhin den Siegtreffer für den VfL Wolfsburg und legte zwei weitere Torschüsse auf, 75 Prozent seiner Pässe kamen an. Ein ordentlicher Anfang.

"Man hat schon gemerkt, dass uns Marcelinho als Anspielstation fehlt. Aber das wird sich finden", befand Magath nachsichtig. Getreu dem Motto: Aller Anfang ist schwer. Besonders in solchen Fußstapfen.

Michael Gerhäußer