In der abgelaufenen Spielzeit verpasste Bayer Leverkusen den internationalen Wettbewerb. Das soll sich in der neuen Saison nicht wiederholen.

Innenverteidiger Manuel Friedrich spricht im bundesliga.de-Interview über seine Ziele, Jupp Heynckes und seine Chancen in der Nationalmannschaft.

bundesliga.de: Was sind Ihre Eindrücke von der bisherigen Vorbereitung und Ihrem neuen Trainer Jupp Heynckes?

Manuel Friedrich: Bisher ist alles gut verlaufen. Wir haben ordentlich gearbeitet und befinden uns im Soll. Wir sind uns über die Ziele einig und werden eine gute Saison spielen.

bundesliga.de: Wie haben Sie auf den Transfer des Innenverteidigers Sami Hyppiä aus Liverpool reagiert? Ist er eine Bereicherung oder Konkurrenz?

Friedrich: Konkurrenz belebt das Geschäft. Er ist ein gestandener Innenverteidiger und man zieht sich auch ein bisschen an ihm hoch. Ich freue mich, wie die Mannschaft personell verstärkt wurde. Jeder muss um seinen Platz kämpfen. Das gehört dazu und ist für die Leistung der Mannschaft sehr förderlich.

bundesliga.de: Die Integration der Neuzugänge verläuft dementsprechend erfolgreich?

Friedrich: Da hatten wir noch nie Probleme. Obwohl ich erst seit zwei Jahren hier bin fühle ich mich, als wäre ich schon ewig hier. Es spricht für den Charakter des Vereins und der Spieler, dass sich Neuzugänge von Anfang an bei Bayer wohlfühlen.

bundesliga.de: Leverkusen ist nächste Saison in keinem internationalen Wettbewerb vertreten. Können Sie diesem Umstand etwas Gutes abgewinnen?

Friedrich: Gut ist es auf keinen Fall. Jeder freut sich darauf, auf internationalem Parkett zu spielen. Dass es dieses Jahr nicht geklappt hat ist natürlich sehr schade. Ein paar Tage weniger Regeneration nimmt man gerne in Kauf, um international zu spielen. Das würden wir lieber machen. Aber trotz unserer überragenden Hinrunde hat es nicht geklappt. Aber es nützt alles nichts, wir müssen uns eben in dieser Saison qualifizieren.

bundesliga.de: Wie schwer wiegt der Abgang von Bernd Schneider, besonders was die Hierarchie innerhalb der Mannschaft angeht?

Friedrich: Bernd hatte eine Ausnahmeposition bei uns. Jeder hat zu ihm aufgeschaut. Keine Frage, dass er in der Hierarchie ganz oben stand. Sein Karriereende ist immens schade und alle sind traurig, dass er diesen Weg gehen muss. Allerdings hat er bereits in der letzten Saison wenig gespielt, somit hat sich in der Hierarchie nichts verändert. Simon Rolfes ist der Kapitän und ich der Co-Kapitän. Und natürlich sind die älteren Spieler mit ihrer Erfahrung gefordert.

bundesliga.de: Was sind die Unterschiede zwischen Ihrem ehemaligen Trainer Bruno Labbadia und Jupp Heynckes?

Friedrich: Unterschiede sind schwer zu bestimmen. Beide haben einen etwas anderen Ansatz. Bruno Labbadia ist der akribischere Arbeiter, der immer mehr und mehr machen wollte. Das war ein positiver Ansatz. Jupp Heynckes dagegen geht mehr auf einzelne Spieler ein, schaltet auch mal eine Stufe zurück, wenn Spieler übertrainiert sind. Er ist etwas einfühlsamer. Aber Trainer zu vergleichen ist ziemlich schwierig. Jedoch war Bruno Labbadia ein überragender Trainer, der leider nicht ganz so viel Erfahrung hatte. Jupp Heynckes bringt eine ganz andere Erfahrung mit, da er auch mehr Trainerstationen hinter sich hat.

bundesliga.de: In einem Interview mit bundesliga.de deutete Jupp Heynckes an, die Defensive entscheidend zu verbessern. Wie macht sich das im Training bemerkbar?

Friedrich: Er macht uns einfach seine Taktik klar, sagt uns, wie er spielen möchte und was sich in unserem Spiel ändern muss. So wird dann trainiert und auch entsprechend gespielt.

bundesliga.de: Was sind die Ziele von Bayer Leverkusen und Manuel Friedrich für die kommende Saison?

Friedrich: Wir wollen uns für den internationalen Wettbewerb qualifizieren. Ich möchte so viele Spiele wie möglich machen und der Mannschaft helfen, wo ich nur kann. Wir wollen einfach Erfolg haben, dass man der Mannschaft nachsagen kann, dass wir einen guten Fußball gespielt haben.

bundesliga.de: In einem Jahr beginnt die WM 2010 in Südafrika? Haben Sie Kontakt zu Bundestrainer Joachim Löw?

Friedrich: Nein, es gibt absolut keinen Kontakt. Für mich ist es auch kein Thema. Es gibt genügend junge Innenverteidiger. Ich denke, vor meiner Nominierung kommen erst noch einige andere Spieler auf dieser Position in Frage und deshalb mache ich mir keine Hoffnungen.

bundesliga.de: Sind Sie sauer?

Friedrich: Nein, das ist eine sportliche Entscheidung, die ich akzeptieren muss und auch absolut akzeptiere. Ich bin nicht sauer.

Das Gespräch führte Barnabas Szöcs




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