Wer in diesen Tagen die Webseite des 1. FC Köln anklickt, wird von einem überdimensionalen Lukas Podolski in Empfang genommen.

Besser gesagt von einem gepixelten Podolski. Fans können kleine Kästchen auf der Webseite kaufen und somit einen kleinen Beitrag zur Rückholaktion von "Prinz Poldi" leisten.

Trainingsrückstand aufgeholt

Podolski selbst hat noch keine Pixel gekauft, dafür hat er aber den einen oder anderen Bekannten entdeckt. Selbst einen Journalisten habe er gesehen, sagt Podolski mit seinem breittmöglichsten Grinsen - "nackt und mit Bademantel". Natürlich ein Scherz des Angreifers.

Überhaupt war der 23-Jährige gut aufgelegt beim Pressetermin am Mittwoch an der Säbener Straße, wo das Leistungszentrum des FC Bayern zuhause ist. Die gute Laune ist verständlich: Es ist nicht nur sein feststehender Wechsel zum 1. FC Köln im Sommer. Vielmehr ist seine Leidenszeit zu Ende. Podolski verpasste nicht nur die letzten Spiele der Hinrunde, sondern auch die komplette Vorbereitung und stand auch zuletzt wegen Verletzungen und Trainingsrückstand nicht im Kader. Nun steht er wieder voll im Saft.

"Ein schönes Zeichen"

Dazu kommt die - vielleicht unerwartete - Unterstützung aus dem Umfeld. Franz Beckenbauer, Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß - sie alle machten sich zuletzt stark für eine Rückkehr Podolskis in den Bayern-Kader: "Ich habe das mitbekommen, das war ein schönes Zeichen und eine tolle Unterstützung", so Podolski gegenüber bundesliga.de.

Der Linksfuß spielte zuletzt in der Champions League beim 1:1 in Florenz - das war im November 2008 - für den FC Bayern. Seither verbuchte er keine Spielminute. Ausgerechnet gegen seinen baldigen Arbeitgeber 1. FC Köln steht der Nationalspieler vor dem Comeback. Wobei sich dieser gar nicht so sicher ist, überhaupt im Kader zu stehen.

Gas geben!

"Ich habe ein gutes Gefühl, überhaupt dabei zu sein. Aber am Ende entscheidet der Trainer, welche Leute im Kader sind. Ich habe jetzt noch ein paar Tage, mich anzubieten im Training und ich gebe Gas", so Podolski. Gas geben. Immer wieder wiederholt er sein Vorhaben, er meint es ernst: Gas geben! Auch gegen seinen Lieblingsclub Köln - für den FC geht es erst ab Sommer auf Torejagd.

Jubel oder kein Jubel?

Und deswegen stören ihn auch ganz offensichtlich die Fragen zu seinem Verhältnis und zu seiner Gemütslage vor dem "Spiel, das nicht wie jedes andere ist". Eine Sache verrät er aber dann doch: "Ich würde jetzt nicht so ausgelassen jubeln wie, als wenn ich gegen andere treffen würde. So wie gegen Leverkusen oder Gladbach zum Beispiel."

Schon mal einen kleinen Gruß an die Erzrivalen - des 1. FC Köln wohlgemerkt. Doch das ist erst einmal Zukunft. Die Gegenwart heißt Bayern München und Podolski will sich anständig verabschieden. Mit möglichst vielen Einsätzen. "Ich bin bereit", sagt er voller Überzeugung. Jetzt muss nur noch Jürgen Klinsmann mit guten Nachrichten kommen und Podolski zumindest in den Kader berufen. Weniger verkaufte "Poldi-Pixel" würde es mit Sicherheit nicht geben...

Fatih Demireli