So schnell können sich die Vorzeichen ändern. Musste Martin Jol am Dienstag (7.4.) noch um Paolo Guerrero und Collin Benjamin bangen, konnte er auf der Pressekonferenz am Mittwochmittag bereits freudig verkünden: "Beide sind im Kader".

Zuvor absolvierten sowohl Guerrero als auch Benjamin das Vormittagstraining ohne Probleme und gaben für die Partie gegen Manchester City am Donnerstag (9.4.) grünes Licht. In diesem geht es für den HSV darum, sich eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel zu erarbeiten.

Grundstein für das Rückspiel legen

Schon am Anfang der Woche verkündete Jol, dass Manchester zuhause sehr stark einzuschätzen sei, aber auf fremden Platz einiges möglich ist. In Aalborg verloren die Citizens in der letzten Runde mit 0:2 uns mussten anschließend in die Verlängerung und ins Elfmeterschießen (4:3).

Auch in Kopenhagen (2:2) und bei Racing Santander (1:3) konnte die Elf von Trainer Mark Hughes nicht überzeugen. In der Gruppenphase gab es hingegen ein souveränes 2:0 bei Schalke 04. "Es ist eine starke Mannschaft und es wird sicherlich ein spannendes Spiel. Wir müssen versuchen, den Grundstein für das Rückspiel in Hamburg zu legen", betonte Dietmar Beiersdorfer.

Testspiel kein Maßstab

"Wichtig ist es, kein Tor zu kassieren. Das ist immer die Aufgabe im UEFA Cup", bestätigte David Jarolim. "Ansonsten wird es schwer, das umzubiegen." Wie dies allerdings funktioniert, hat die Mannschaft in der letzten Runde in Istanbul (3:2-Sieg) eindrucksvoll gezeigt. "Das schafft man natürlich nicht immer", weiß der Kapitän. Auch das Testspiel am Anfang der Saison sollte man nicht zum Maßstab nehmen, wenn man die Stärke von Manchester bewerten sollte.

"Wir haben zwar 1:0 gewonnen, doch die Spiele sind nicht vergleichbar", weiß Martin Jol. Damals befanden sich die Engländer erst wenige Tage im Training. Zudem verpflichteten sie erst in der Folgezeit Spieler wie Kompany, Bellamy oder auch Robinho. Gerade Letztgenannter könnte auf dem Platz den Unterschied ausmachen. "Er ist am Ball vielleicht einer der besten Spieler der Welt", meint Jol, doch auch andere sind nach seiner Meinung nicht zu unterschätzen. "Mit Elano oder Ireland haben sie weitere gefährliche Spieler im Mittelfeld".

Der Trainer baut dagegen weiter auf die eigene Stärke und vor allem auf die gezeigte Mentalität. Trotz vieler Ausfälle konnte der HSV in den letzten Wochen sowohl in der Bundesliga als auch auf europäischen Parkett überzeugen. "Das Fundament war immer da. Wenn die Achse stimmt, dann haben wir eine starke Mannschaft", so der Niederländer. Mit Benjamin und Guerrero rücken nun zwei weitere erfahrene Stützen zurück und könnten die anderen wieder mitziehen.