Doha - Ein äußerst positives Fazit vom Trainingslager in Doha hat Bayern-Trainer Pep Guardiola gezogen. Für einige Spieler hatte der Katalane sogar ein Sonderlob übrig.

Seit acht Tagen bereitet sich der FC Bayern München unter der Wüstensonne von Katar auf die Rückrunde in der Bundesliga vor. Morgen steht im benachbarten Saudi-Arabien noch ein Testspiel gegen die Katar Stars an bevor es zurück an die Säbener Straße nach München geht. Für Bayern-Coach Guardiola ist das Trainingslager optimal verlaufen.

"Ich bin sehr zufrieden mit den Bedingungen, unseren Einheiten und der Performance der Spieler", sagt der Fußballehrer. Und fügt gleich mahnend an: "Aber wir können uns noch verbessern. Wir haben noch große Möglichkeiten dafür. In München können wir noch zwei Wochen arbeiten vor unserem ersten Spiel in der Rückrunde."

"Wenige Verteidiger haben solche Qualität am Ball"

Einige Spieler haben es dem zweifachen Champions-League-Sieger als Coach besonders angetan. Vor allem über die  Entwicklung von Holger Badstuber freut er sich: "Es gibt wenige Verteidiger auf der Welt, die solche Qualitäten am Ball haben wie er." Doch noch immer befürchtet Guardiola Rückschläge bei dem Abwehrspieler, der seit mehr als zwei Jahren von Verletzungen geplagt wird. "Er war lange Zeit am Knie verletzt. Wir müssen sehr auf ihn aufpassen und verhindern, dass er sich noch mal verletzt", sagt Guardiola.

Aktuell noch außen vor sind hingegen Medhi Benatia und der noch immer verletzte Javi Martinez. "Für Medhi ist es schade. Er hat wegen seiner Rückenprobleme nur eine Trainingseinheit mit uns machen können. Sein Zustand hat sich schon verbessert. Wir haben noch zwei Wochen Zeit", sagt Guardiola über Benatia. Bei Martinez hofft er auf eine baldige Rückkehr ins Mannschaftstraining: "Die Ärzte haben mir gesagt, dass seine Entwicklung sehr, sehr gut ist. Sie sind optimistisch. Ich hoffe, er kann bald wieder zurückkommen."

"Alaba ist einer der wichtigsten Bayern-Spieler"

Gute Fortschritte mache auch der Anfang November am Knie operierte David Alaba. "Wäre morgen das Champions-League-Finale, würde er spielen! Wir fragen ihn jeden Tag, wie es seinem Knie geht. Alles top!", sagt Guardiola. Und gerät über den österreichischen Nationalspieler geradezu ins Schwärmen: "Mit ihm sind wir eine bessere Mannschaft. Er kann überall spielen. Überragend! Auf einer Skala von 1 bis 10 hat er immer das Niveau 8 oder 9, manchmal 10. Er ist einer der wichtigsten Spieler für Bayern München."

Eine enorme Leistungssteigerung sagt der Katalane auch Bastian Schweinsteiger voraus, der nach der WM lange ausgefallen war. Guardiola: "Meine Nase sagt mir: Er wird in der Rückrunde super spielen."

"Ich habe keine fixe Startelf im Kopf"

Eine feste Stammformation gebe es bei ihm aber nicht, sagt der Coach, der am Sonntag seinen 44. Geburtstag feiern wird: "Ich habe keine feste Startelf im Kopf. Normalerweise passiert das erst kurz vor dem Spiel. Ich habe großen Respekt vor meinen Spielern. Auch vor denen, die nicht so oft spielen. Ich darf nur elf Spieler aufstellen, das ist mein großes Problem. Alle Spieler, die beim FC Bayern sind, haben große Qualität. Deshalb sind sie hier."

In der Bundesliga sieht Guardiola gleich vier starke Konkurrenten: "Wolfsburg, auch Leverkusen ist immer dabei. Schalke entwickelt sich mit dem neuen Trainer von Spiel zu Spiel weiter. Auch Mönchengladbach ist gut", sagt er - und glaubt auch an ein Comeback des BVB: "Früher oder später wird Borussia Dortmund zurückkommen."

"Chelsea ist einer meiner Favoriten"

Die stärksten Gegner auf dem Weg zum Champions-League-Triumph sieht Guardiola indes in Spanien und England: "Die spanischen Teams sind sehr stark. Aber auch Chelsea gehört dazu. Das ist einer meiner absoluten Favoriten, sie werden fighten, um die Champions League zu gewinnen. Aber auch wir wollen da sein."