Köln - Erstmals konnte sich Coach Pep Guardiola in diesem Sommer seine Mannschaft beim FC Bayern München selbst zusammenstellen, war bei allen Transfers eingebunden. Insgesamt holte der Deutsche Meister acht neue Spieler. Wie gut aber passen die Neuen ins System Guardiola? Bundesliga.de macht den Check.

Dieser Artikel ist Teil der Serie "Guardiolas Bayern", die am Montag begonnen hat.

Pep Guardiolas Fußballphilosophie ist auf Dominanz ausgerichtet. Viel Ballbesitz, viele, schnelle Pässe, mit denen Lücken in der gegnerischen Abwehr kreiert werden sollen, sowie die schnelle Rückeroberung des Spielgeräts nach Ballverlust durch frühes Pressing. Dazu braucht der Katalane ganz spezielle Spieler, die seine hohen Ansprüche erfüllen können.

Alonso kennt das System aus der Nationalelf

Xabi Alonso

Der Spanier verkörpert Guardiolas Spielkultur praktisch perfekt. In der spanischen Nationalmannschaft wird seit Jahren ein ähnliches System gespielt wie es Guardiola beim FC Barcelona erfunden hat. Hinzu kommt Alonsos hohe Laufbereitschaft, sein grandioses Stellungsspiel und seine Fähigkeit, Passwege zu erahnen. Dadurch unterbindet er gegnerische Konter häufig schon im Ansatz und leitet im Gegenzug gleich den nächsten gefährlichen Angriff ein.

Guardiola-Faktor: 100 %

 

Medhi Benatia

Der Tunesier ist ein körperlich robuster Verteidiger, der auch mal kräftig dazwischen funkt und rustikal in den Zweikampf geht. Das hat ihm in der Vergangenheit manche Gelbe Karte eingebracht. Mit seiner Schnelligkeit und seinem guten Zweikampfverhalten ist er aber ideal geeignet, um die Gegner beim Konter auch mal abzulaufen. Beim AS Rom hat er bewiesen, dass er eine Abwehr führen kann.

Guardiola-Faktor: 70 %

 

Juan Bernat

Der U19-Europameister aus Spanien hat sich bei den Bayern gleich einen Stammplatz auf links erarbeitet, stand in allen vier bisherigen Pflichtspielen auf dem Platz. Hohe Passsicherheit, schneller Antritt und große Disziplin zeichnen den 21-Jährigen aus.

Guardiola-Faktor: 90 %

Lewandowski muss sich umstellen

Robert Lewandowski

Der Pole muss sich in München umstellen. Bei Borussia Dortmund war das Spiel auf ihn zugeschnitten, der BVB setzt viel mehr auf schnelles Umschaltspiel und Pässe in die Tiefe als die Bayern. Mit seinen überragenden technischen Fähigkeiten sollte sich Robert Lewandowski aber schnell integrieren können. Er ist immer anspielbar, kann auch weniger gute Pässe verarbeiten und ist sowohl im Abschluss als auch als Vorbereiter stets höchst gefährlich.

Guardiola-Faktor: 80 %

 

Sebastian Rode

Der Ex-Frankfurter hat sich überraschend schnell eingewöhnt, kam bei allen vier Pflichtspielen der Bayern bisher zum Einsatz im defensiven Mittelfeld, zweimal sogar über 90 Minuten. Mit über 60 Prozent gewonnenen Zweikämpfen gehört Sebastian Rode zu den zweikampfstärksten Mittelfeldspielern beim Rekordmeister. Rode muss sich aber weiter sehr steigern, wenn er auch nach Rückkehr der verletzten Stars Schweinsteiger oder Martinez noch regelmäßig spielen will.

Guardiola-Faktor: 70 %

Pepe Reina ist der perfekte Neuer-Ersatz

Jose Manuel Reina

Guardiolas Wunschkandidat als Ersatz für Manuel Neuer. Der spanische Weltmeister ist wie sein deutscher Kollege ein spielender Torwart, der das Spiel der Bayern von hinten heraus aufbauen kann und auch schon mal weit vor dem Strafraum klärt. Damit passt er hervorragend ins Spielsystem der Münchner, auch wenn er voraussichtlich nicht viele Einsätze bekommen wird.

Guardiola-Faktor: 100 %

 

Gianluca Gaudino

Die Überraschung der Vorbereitung. Der 17-Jährige hat die Zeit ohne Weltmeister genutzt, um Guardiola nachhaltig auf sich aufmerksam zu machen. Bei seinem Bundesliga-Debüt gegen den VfL Wolfsburg war Gaudino der laufstärkste Münchner Spieler. Spielwitz, tolle Ballbehandlung und taktische Disziplin machen ihn zum perfekten Ergänzungsspieler für den Coach, der ihn behutsam heranführen wird.

Guardiola-Faktor: 90 %

 

Sinan Kurt

Der Nachwuchsstürmer gilt als ganz großes Talent, das sowohl Tore am Fließband schießen als auch vorbereiten kann. Sinan Kurt muss sich an Tempo und Intensität in der Bundesliga aber erst noch gewöhnen.

Guardiola-Faktor: 50 %

Tobias Schild

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